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Tuschemalerei auf hohem Niveau: Bruni Hoffmann (74) hat sich der fernöstlichen Kunst auf die einzig mögliche Weise gewidmet – achtsam und mit ganzer Hingabe.

Bruni Hoffmann im Atrium der Sparkasse

Achtsam bei jedem Pinselstrich

Freising - Ihr Herz schlägt für die chinesische Tuschemalerei: die Neufahrner Künstlerin Bruni Hoffmann setzt sich seit vielen Jahren intensiv mit dieser fernöstlichen Kunst auseinander – und das Ergebnis ist derzeit im Atrium der Sparkasse Freising zu sehen.

Unter dem Titel „East meets West“ zeigt Bruni Hoffmann wunderschöne, meditative Motive. Konzentration und ganze Hingabe: das sei beim Malen auf Seidenpapier unerlässlich. Jeder Bewegung des Pinsels gehe ein intensives Studium des Motivs voraus, verrät die Künstlerin.

 Dabei gehe es gar nicht so sehr um die exakte Nachbildung des Motivs, sondern um das Einfangen dessen Wesens. Gelernt hat die 74-jährige diese Malweise in Singapur. Weil ihr Mann dort im Auftrag eines großen bayerischen Geldinstitutes beruflich tätig war, habe sie sich der fernöstlichen Lebensweise mittels der Kunst genähert. Ein Meister der fernöstlichen Malweise habe sie den Umgang mit der chinesischen Tusche gelehrt. „Die Tusche fließt rasch, jedes Zögern der Hand wird schnell sichtbar“, erklärt die Neufahrnerin. 

Diese Maltechnik sei sei ganz anders als die westliche. Sie erfordere viel Geduld und man sei nur durch permanentes Üben und viele Jahre der Praxis erfolgreich. Viele Stimmungen, die sie auf verschiedenen Untergründen festgehalten hat, zeugen von der majestätischen landschaftlichen Schönheit Chinas. Bergsilhouetten werden sichtbar, wie als wenn sie hinter diffusem Nebel auftauchen. Ihr Lieblingsbild trägt den Titel „Souzhou“, eine Stadt westlich von Shanghai , das auch Venedig des Ostens genannt wird. Auch hier wird das deutlich, was die Künstlerin so sehr an der chinesischen Tuschezeichnung schätzt: „Der Kern der Tuschemalerei ist die Achtsamkeit, das Gegenwärtige in jedem Pinselstrich.“

 Ihrer Lieblingspflanze hat Hoffmann in der Ausstellung ebenfalls viel Raum gegeben: Dem Bambus und seinen Blüten: „Bambus male ich mittlerweile frei, ohne Vorlage“, so die Künstlerin. Ihre Bilder hat sie übrigens mit dem eigenen Namensstempel gekennzeichnet: Ein Siegel mit chinesischen Schriftzeichen, der erst benützt werden dürfe, wenn man schon gute Fortschritte aufweisen könne. „Meinem Lehrer in Singapur habe ich über Whatsapp von meiner Ausstellung berichtet,“ erzählt Hoffmann. Und er habe zurück geschrieben: „I am proud of you".

Maria Martin

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