Eine Eisrettungsübung der Freisinger Wasserwacht an der Stoibermühle in früheren Jahren
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Auch hier war das Eis zu dünn: Das Foto entstand bei einer Eisrettungsübung der Freisinger Wasserwacht an der Stoibermühle in früheren Jahren. Im Hintergrund steht immer eine Schnelleinsatzgruppe der Wasserwacht bereit – aber vor Ort an den Eisflächen gibt es in aller Regel keinen Wachdienst, der aufpasst.

Auch wenn’s wieder kälter wird

Achtung, Lebensgefahr! Wasserwacht Freising warnt: Eis auf den Weihern trägt noch nicht

  • Helmut Hobmaier
    vonHelmut Hobmaier
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In Bayern soll es wieder kälter werden. Doch die Wasserwacht Freising warnt: Das Eis trage noch nicht. Der Appell lautet daher: „Nicht betreten!“

Landkreis – Übers Wochenende wird es wieder kälter in Bayern. Auch für den Landkreis Freising ist Dauerfrost angesagt. Damit steigt die Verlockung, einmal auf den zugefrorenen Weihern ein paar Runden mit den Schlittschuhen zu drehen. Das wäre allerdings lebensgefährlich. „Das Eis trägt nicht“, warnt Moritz Westermeier, der Chef der Freisinger Wasserwacht. Wer sich aufs Eis begibt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit einbrechen. „Nicht betreten“ lautet daher der Appell Westermeiers.

Tragfähigkeit lässt sich durch Schnee noch schlechter einsetzen

Eis trage erst ab einer Dicke von etwa zehn Zentimetern. Davon seien die hiesigen Weiher weit entfernt – auch wenn die Eisflächen teilweise bereits einen stabilen Eindruck machen würden. „Dazu kommt, dass stellenweise Schnee drauf liegt“, sagt Westermeier, „weshalb sich die Tragfähigkeit des Eises noch schlechter einschätzen lässt.“

Auf dem Steg ist man sicher – auf dem Eis keineswegs: Christina und Robert Mordstein mit Vierbeiner „Raphaelo“ an der Stoibermühle.

Gut zu wissen: Eisflächen werden grundsätzlich nie zur Benutzung „freigegeben“, das Risiko liegt also immer bei jedem Einzelnen selbst. Allerdings: Wenn das Eis tragfähig ist, richtet die Wasserwacht Freising an der Stoibermühle einen Wachdienst ein – „was selten vorkommt“, wie Westermeier betont. Im Hintergrund ist aber die „Schnelleinsatzgruppe“ der Wasserwacht 24 Stunden am Tag einsatzbereit – wie die Feuerwehr. Der Rettungstrupp wird über Piepser alarmiert, wenn der Notruf 112 gewählt wurde, weil jemand im Eis eingebrochen ist. „Zehn bis 20 unserer insgesamt 100 Aktiven stehen für solche Einsätze immer bereit“, informiert Westermeier. Es seien dann fünf bis sechs Wasserwachtler, die mit Pkw samt Anhänger und Boot zur Unglücksstelle eilten. In den vergangenen Jahren gab es laut Westermeier zwar keine Eiseinbrüche. Allerdings übe die Wasserwacht die Eisrettung kontinuierlich, um auf den Ernstfall vorbereitet zu sein.

Wasserwacht intensiv in die Bekämpfung der Pandemie eingebunden

Was viele nicht wissen: Die Wasserwacht ist ein Teil des Bayerischen Roten Kreuzes, und somit auch intensiv in die Bekämpfung der Corona-Pandemie eingebunden: Mitglieder der Wasserwacht haben beim Betrieb der Teststrecke mitgeholfen, Testabstriche in Altenheimen gemacht und sind auch jetzt bei der großen Impfaktion dabei. Die Eisrettung im Bedarfsfall würde unter diesem Engagement aber nicht leiden, betont Westermeier: „Das können wir ganz gut steuern.“

Für das kommende Wochenende also gilt: Ein Spaziergang an den Ufern der eisbedeckten Weiher ist sicher eine schöne Sache – ein Ausflug aufs Eis aber könnte tödlich enden.

Ins Eis eingebrochen: Richtiges Verhalten im Notfall

Wer ins Eis eingebrochen ist, sollte laut um Hilfe rufen und sich wenig bewegen. Man kann versuchen, sich aufs Eis zu schieben oder das Eis abzubrechen, bis es wieder trägt. Wer einen Eiseinbruch erlebt, soll sofort den Notruf 112 wählen. Niemals sich stehend der Einbruchstelle nähern. Hilfsmittel für die Rettung können Äste, Seile, ein Schal oder andere Kleidungsstücke sein. Immer an die eigene Sicherheit denken. Nach der Rettung: Nasse Kleidungsstücke erst in einem warmen Raum entfernen. Weitere Informationen gibt es unter www.wasserwacht-online.de.

Die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Freising muss nach oben korrigiert werden: Laut Landratsamt bereitete das neue Meldesystem Probleme. Der Landrat bedauert die Daten-Panne.

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