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Bestechend, beeindruckend, jederzeit präsent: Was das Ensemble Chiave im Dom bot, gehörte zur hohen Kunst der Chormusik.

Freisinger Mariendom

Adventskonzert verzaubert das Publikum

Freising - Die Adventszeit – auch für die Freisinger Dommusik eine erlebnis- und arbeitsreiche Phase. Und ein Fest für die Liebhaber sakraler Kompositionen. Am späten Nachmittag des ersten Advent war es Benjamin Brittens „A Ceremony of Carols“ , das im Freisinger Mariendom die Reihe der Adventskonzerte eröffnete. Und was für ein Anfang das war: Die Solistinnen der Domkantorei und Cäcilia Roder an der Harfe verzauberten das Publikum.

Das aus elf Sätzen bestehende Werk, das 1943 seine Uraufführung erlebte, ist schon durch seine Besetzung mit dreistimmigem Knaben- oder Frauenchor und Harfe eine Rarität. Als Stück, das für Weihnachten komponiert ist, eignete es sich auch ganz besonders dafür, den Reigen der Konzerte im Dom zu eröffnen. Unter Leitung von Angelika Sutor interpretierte das Ensemble Chiave, bestehend aus sieben jungen Sängerinnen der Domkantorei im Alter zwischen 14 und 16 Jahren, bestechend, beeindruckend und jederzeit präsent das zeitgenössische Werk. Was das Septett darbot, gehörte schon zur hohen Kunst der Chormusik, überzeugte durch hohe Intensität und große Emotionalität. Kongenial und virtuos begleitet wurde das außergewöhnliche Ensemble von der Freisinger Harfenistin Cäcilia Roder, die Kirchenmusik an der Musikhochschule München studiert.

Das knapp halbstündige Werk von Britten war an jenem ersten Adventsonntag im Hohen Dom zu Freising aber nur die zweite Hälfte eines imposanten und anrührenden Konzertes: Vorgeschaltet waren sieben Stücke, mit denen Chiave die gesamte Bandbreite geistlicher Chormusik und ihres Könnens auslotete. Was der Frauenchor da zwischen einem „Ave Maria Stella“ (8. Jahrhundert) und Theo Brands (1925 bis 2016) „Die Geheimnisse des freudenreichen Rosenkranzes“ zu Gehör brachte, was da zwischen Giovanni Pierluigi da Palestrinas „Salve Regina“ aus dem 16. Jahrhundert und Maurice Durufles „Tota pulchra es Maria“ (20. Jahrhundert) zu Ehren kam, hätte allein schon den Konzertbesuch gerechtfertigt.

Chiave, Roder und Sutor, Benjamin Britten, Theo Brand oder auch Pietro Domenico Paradisi – sie alle gestalteten einen wunderbaren Spätnachmittag im Dom und einen nachhaltigen Adventsbeginn. Nächsten Sonntag wird die Reihe mit dem Konzert der Kinderkantorei fortgesetzt.

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