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Da war noch ein Spalier frei: Am Domberg-Südhang pflanzten OB Tobias Eschenbacher (l.), Waltraud Böhme, Präsidentin des Rotary-Clubs Flughafen, und der „Wächter der Weinrebe“ in Maribor, Stanislav Kocutar, einen Abkömmling der ältesten We inrebe der Welt. 

Abkömmling der ältesten Weinrebe gepflanzt

Ein Pflegekind mit uralten Ahnen

Freising ist eine alte Stadt, man hält viel auf Traditionen. Gleichzeitig vollzieht sich derzeit ein großer Umbau, tut sich auch auf dem Domberg Einiges. Symbolisch für diese Selbstwahrnehmung Freisings mag das gewesen sein, was sich da am Samstag eben auf dem Mons doctus ereignet hat: Ein Abkömmling der ältesten Weinrebe der Welt wurde im Freising auf dem Domberg gepflanzt.

Freising - Über 450 Jahre alt ist die Rebe von der Sorte „Blauer Köllner“ nachweislich. Sie kommt aus Slowenien, genauer: Maribor, und wurde der Stadt Freising am 3. März dieses Jahres übergeben (wir haben berichtet). Freisings slowenische Partnerstadt Skofja Loka und die beiden Rotary-Clubs München Flughafen und Skofja Loka hatten sich darum bemüht, dass beide Städte gemeinsam einen Nachfahren dieser Uralt-Rebe bekämen. Und so kam es auch. Eine Freisinger Delegation holte das gute Stück Anfang März in Maribor ab und brachte es in die altehrwürdige Bischofsstadt Freising. Und nun war eine kleine Abordnung aus Maribor von OB Tobias Eschenbacher eingeladen worden, um den Spross des Weinstocks, der sogar Einzug ins Guinness-Buch der Rekorde gefunden hat, zu pflanzen. Neben dem Weingarten der Stadtheimatpflege Freising am Südhang des Dombergs war noch ein Spalier frei: Dort wurde am Samstag von Eschenbacher und dem „Wächter der Weinrebe“ in Maribor, Stanislav Kocuta, der wertvolle Abkömmling gepflanzt. Die Jagdhornbläser Freising umrahmten die feierliche Zeremonie musikalisch, für die die Festgäste den engen und steilen Weg über die Rosenterrassen hinunter und dann wieder hinauf bewältigen mussten. Eschenbacher freute sich, dass auf diese Weise eine weitere Verbindung zur Partnerstadt Skofja Loka bestehe, wo im Herbst der andere Edelreis des „Blauen Köllners“ aus Maribor gepflanzt werden wird. Groß war die Freude auch bei Waltraud Böhme, der Präsidentin des Rotary-Clubs Flughafen München: Diese erfolgreiche Vermittlung entspreche so ganz dem Ziel der Rotarier, zur Völkerverständigung beizutragen.

Kocuta erläuterte, dass Bayern und Freising eine große Rolle für die Geschichte Sloweniens gespielt hätten, die Weinrebe nun eine weitere Verbindung bedeute. Und Gernot Anders vom Verein Stadtheimatpflege Freising, dessen Mitglieder sich um den wertvollen Weinstock kümmern werden, sah den Neuankömmling so: „Wir als Eltern unseres Weinbergs haben ein Pflegekind bekommen.“

Ein Pflegekind, das man besonders hegen wird.

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