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Auf dem  Weg zur Zulassung seines neuen Autos geriet ein Langenbacher in die Corona-Sackgasse.

68-Jähriger fühlt sich ungerecht behandelt

Ärger mit der Kfz-Zulassungsstelle: Autobesitzer platzt der Kragen

  • Helmut Hobmaier
    vonHelmut Hobmaier
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  • Armin Forster
    Armin Forster
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Wochenlang bemüht sich ein Langenbacher, für seine Tochter ein Auto anzumelden. Doch die Kfz-Zulassungsstelle wiegelt ihn ab. Die Begründung macht den 68-Jährigen fassungslos.

Langenbach/Freising – Manfred E. ist richtig sauer, als er sich beim Tagblatt meldet. „Seit rund vier Wochen möchte ich ein Auto anmelden, bekomme aber wegen Corona keinen Termin bei der Zulassungsstelle.“ Der 68-jährige Langenbacher ruft eigenen Angaben zufolge täglich mehrmals im Landratsamt – der für ihn zuständigen Kfz-Zulassungsstelle – an. „Aber da geht entweder keiner ran, es kommt das Belegtzeichen, oder man landet bei der freundlichen Dame in der Zentrale, die einem natürlich auch nicht weiterhelfen kann.“

Zuletzt habe man ihn, so berichtet es Manfred E., an einen Entscheidungsträger weiterverbunden – dieser habe ihm dann jedoch mitgeteilt, dass derzeit ausschließlich „systemrelevante Fahrzeuge“ zugelassen würden. „Aber so viele Krankenwagen, Feuerwehrautos und Pkw von Pflegepersonal kann es doch gar nicht geben, dass die Behörde ansonsten überlastet wäre“, schimpft E., dem „langsam der Kragen platzt“, wie er sagt. Schließlich sei er als neuer Fahrzeughalter dazu verpflichtet, das betreffende Auto innerhalb einer Frist von einem Monat anzumelden. „Den Wagen braucht meine Tochter, um zu ihrer Berufsausbildung nach Ingolstadt zu pendeln.“

Trotz Corona: „Muss doch möglich sein, an Nummernschilder zu kommen“

Der Langenbacher fühlt sich benachteiligt und betont, er habe großes Verständnis für Schutzmaßnahmen in Zeiten von Corona. „Aber es muss doch möglich sein, in dieser Lage über alternative Wege an Nummernschilder zu kommen.“ Dem 68-Jährigen schweben hier beispielsweise Lösungen per Post oder über kontaktlose Ablagestellen vor.

Das Landratsamt Freising erklärt dazu auf Anfrage: Da die Behörde bis Ende vergangener Woche aufgrund der Corona-Pandemie für den Publikumsverkehr geschlossen war, um das Ansteckungsrisiko zu minimieren, konnten in der Zulassungsstelle tatsächlich nur „systemrelevante Fahrzeuge“ zugelassen werden, oder man konnte sich an Zulassungsdienste wenden.

Seit Montag, 4. Mai, könnten neben dringlichen Angelegenheiten vermehrt wieder laufende Amtsgeschäfte im Rahmen der nach wie vor eingeschränkten Kapazitäten bearbeitet werden, erklärt Pressesprecher Robert Stangl. „Das heißt, auch in der Zulassungsstelle sind wieder mehr Schalter besetzt und jedermann kann sein Fahrzeug wieder zulassen – allerdings nur nach Terminvereinbarung.“ Da in den vergangenen Wochen natürlich viele Bürger ihre Behördengänge verschieben mussten und sich dadurch etwas angestaut habe, könne es weiterhin zu Wartezeiten kommen.

Stangl betont außerdem: „Ganz wichtig bei persönlicher Vorsprache: Bitte wahren Sie den Mindestabstand von 1,50 Metern und tragen Sie einen Mund- und Nasenschutz.“

Lesen Sie auch: Gegen die Abwrackprämie: Erste Demo in Freising seit dem Corona-Lockdown. Zwischen Vorsicht und Vorfreude: So bereiten sich Gastro und Hotels auf Lockerungen vor. Zollings Schulleiter spricht Klartext: Schulen stehen vor nicht lösbaren Problemen.

Eine wochenlange Serie von Straftaten in Au/Hallertau mit enormem Sachschaden scheint aufgeklärt: Die Polizei hat zwei Verdächtige auf frischer Tat erwischt.

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