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Um einen Sitz im Bezirkstag darf sich Markus Schirling (2. v. l.) bewerben. Bernhard Kranich (l.) ist Landtag skandidat. Rechts MdB Johannes Huber, daneben Melanie Hilz. 

AFD

Markus Schirling will in den Bezirkstag

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Markus Schirling (44) ist der Bezirkstag-Direktkandidat der AfD für den Wahlkreis 117. Der selbstständige Spediteur, der vor drei Jahren der AfD beigetreten und Schatzmeister des Kreisverbands Freising-Pfaffenhofen ist, wurde am Samstag im Gasthaus Weiß in Aufham (Gemeinde Schweitenkirchen) mit acht Stimmen gewählt. Drei Stimmen fielen auf seine Mitbewerberin, die 31-jährige Moosburgerin Melanie Hilz.

Landkreis– Nachdem der Versammlungsleiter, Kreisvorsitzender und MdB Johannes Huber, über die Wahlmodalitäten hatte abstimmen lassen, stellte sich zunächst Hilz vor: Geboren in Freising, aufgewachsen in Attenkirchen, jetzt mit Mann und drei Kindern in Moosburg lebend, habe sie vor zweieinhalb Jahren begonnen, sich für Politik zu interessieren, „als Merkel die Grenzen für illegale Einwanderung öffnete“. Im Februar 2018 sei sie deshalb in die AfD eingetreten und „Teil der AfD-Familie“ geworden, weil die AfD als einzige Partei das Asylproblem lösen wolle, weil man in Deutschland „keine Messer- und Gewaltverbrecher“ brauche und weil in Schulen wegen Lehrermangels Stunden ausfallen, für Deutsch- und Integrationskurse, aber durchaus Lehrer vorhanden seien. Im Bezirkstag wäre es ihr wichtig gewesen, mitzuentscheiden, wo Asylbewerberunterkünfte „hingebaut“ werden – nämlich beispielsweise nicht neben Schulen.

Um einen Sitz im Bezirkstag bewerben darf sich aber Schirling – 44 Jahre, geschieden, keine Kinder, von 2007 bis 2010 Mitglied der FDP, seit Ende 2014 bei der AfD, „unsere AfD“, wie er sagt, und von der er glaubt, dass sie das Potenzial für eine Volkspartei habe. Mit Herz und Leidenschaft werde er Bezirksrat sein, versprach Schirling, wolle sich vor allem im „Fachausschuss Heimat“ einbringen. Offenbar meinte Schirling den Ausschuss für Kultur, Schulen und Museen, denn Schirling sprach von 1,4 Millionen Euro, die der Bezirk zur Förderung kultureller Veranstaltungen ausgebe – etwa auch für einen Vortrag von Bascha Mika, der Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau, mit dem Titel „Ist die Demokratie in Gefahr?“ am Sonntag in Haar, den der Bezirk unterstütze. Was er bisher von der Pressedame kenne, da könne er auf so eine kulturelle Bereicherung gut verzichten, das sei „linker Kulturchauvinismus“, sagte Schirling. Und gegen den wolle er antreten als Bezirksrat der AfD. Und: „gegen die Einheitsmelancholie der Altparteien“.

Die Frage, ob er denn künftig auch statt „Flüchtlinge“ immer „sogenannte Flüchtlinge“ oder „angebliche Flüchtlinge“ sagen würde, bejahte Schirling energisch. Der Lohn: acht Stimmen und das AfD-Direktmandat im Landkreis Freising für den Bezirkstag.

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