Alois-Koch-Werkschau im Sparkassen-Atrium

Eleganter Schöngeist

Freising – Weit über die Grenzen seiner Westerwälder Heimat hinaus sind die Werke von Professor Alois Koch schon ausgestellt worden. Die Enkeltochter des bekannten Malers, die stellvertretende Landrätin Birgit Mooser-Niefanger, hat einen Querschnitt aus den Werken ihres Großvaters – Ölgemälde, Federzeichnungen sowie Aquarelle – zusammengestellt. Die außergewöhnlich sehenswerte Ausstellung ist derzeit im Atrium der Sparkasse Freising zu besichtigen.

Der Blick der Gäste fiel bei der Vernissage als erstes auf ein großformatiges Ölgemälde an der Stirnseite des Atrium. „Seerosen“ ist es betitelt. „Ich dachte erst, ich bin bei Monet und nicht bei Alois Koch“, schilderte Kulturreferenten Hubert Hierl seinen Eindruck. In der Tat: viele der eindrucksvollen Ölbilder erinnern in ihrer malerischen Handschrift an einen an Frankreich orientierten impressionistischen Maler.

Zu nennen wäre da jene farbenfrohe Darstellung eines hinter Bäumen versteckten Weiher mit zwei Frauengestalten, die sich bereits zum Bade entblößt haben. „Vision am Weiher“ ist es betitelt. Und all das, was Koch mit Farben in das Bild gelegt hat, zeugt von einem eleganten Schöngeist, der immer auch die Seele einer Landschaft und die Personen, die sich darin aufhalten, mit festhalten will. Seine ästhetischen Arbeiten brachten dem im Jahr 1910 in Oberweyer im Westerwald geborenen Sohn eines Schuhmachermeisters und einer Hebamme erst spät den verdienten Ruhm. „Er musste sich das alles hart erarbeiten“, erinnerte Enkeltochter Birgit Mooser-Niefanger in der Einführung zur Ausstellung. Die allgemeine Auffassung sei damals gewesen, dass man als junger Mensch erst einmal hart arbeiten müsse. Die Mittel zur Förderung eines künstlerisch begabten Kindes seien nicht da gewesen“, so Mooser-Niefanger. Doch mit eisernem Willen, Zähigkeit und Fleiß habe es der Großvater geschafft, seine Neigung zum Beruf zu machen.

Im Dezember 1939 heiratet er seine Liebe Maria Deixlberger, die Tochter einer Straubinger Stadtfischerfamilie. Er fand Anstellung als Zeichenlehrer an mehreren Straubinger Schulen. Koch wurde künstlerischer Chronist der Agnes-Bernauer-Festspiele in Straubing. Mit dem Zeichen- und Rötelstift hielt er über Jahrzehnte hinweg die Darsteller und die einzelnen Szenen der jeweiligen Spielsaison fest. Übrigens war auch der spätere Bayerische Umweltminister Alfred Dick oft gezeichnetes Motiv. Denn dieser – ein Freund des Großvaters – sei als Herzog Albrecht aufgetreten, verriet Mooser-Niefanger.

Im Jahr 1970 folgte eine erste Einzelausstellung im Straubinger Rathaus. Der verheerende Brand im historischen Gebäude in der letzten Woche sei ihrer Familie zu Herzen gegangen, sagte die stellvertretende Landrätin. Dort seien viele frühe Arbeiten des Großvaters ausgestellt gewesen. Regionale, nationale und auch internationale Erfolge blieben nicht aus. Im Jahr 1976 wurde Koch mit der Goldenen Bürgermedaille der Stadt Straubing geehrt. Das Great China Arts College in Hongkong verlieh ihm 1978 die Ehrenprofessur und 1988 wurde der Künstler mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Maria Martin

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