Über die Zukunftspläne für das Klinikum berichteten Landrat Helmut Petz und Maren Kreuzer, die seit November 2020 Geschäftsführerin des Klinikums ist.
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Über die Zukunftspläne für das Klinikum berichteten Landrat Helmut Petz und Maren Kreuzer, die seit November 2020 Geschäftsführerin des Klinikums ist.

Krankenhaus soll mit vier Millionen Euro fit gemacht werden für die Zukunft

Am Freisinger Klinikum herrscht „Aufbruchstimmung“

  • Andrea Hermann
    vonAndrea Hermann
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Das Freisinger Klinikum soll für die Zukunft fit gemacht werden. Über die geplanten Maßnahmen berichteten Landrat Helmut Petz und Klinikum-Geschäftsführerin Maren Kreuzer.

Freising – „Aufbruchstimmung“, so hat es Landrat Helmut Petz formuliert, herrscht im Klinikum Freising. Nach dem der Aufsichtsrat im Juni 2020 eine „konzeptionelle Neuausrichtung“ beschlossen und man mit der neuen Klinikum-Geschäftsführerin Maren Kreuzer einen personellen Neuanfang gewagt hat, sollen nun weitere Schritte folgen.

Das Ziel, so Petz, sei klar: „eine gute medizinische Versorgung der Bevölkerung durch das Klinikum Freising“. Und die „darf auch was kosten“. Genau genommen gut vier Millionen Euro. Was konkret geplant ist, stellten Maren Kreuzer und Helmut Petz am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz vor.

Akutgeriatrie und Schmerztherapie im Fokus

Um das Klinikum zukunftsfähig zu machen, hat man im Oktober 2020 eine Task Force eingerichtet, die zusammen mit einer externen Medizin-Beraterfirma den Maßnahmenkatalog erstellt hat. Ein Augenmerk liegt dabei auf der Akutgeriatrie und der Stationäre Schmerztherapie. Durch die Überarbeitung der Bettenpläne sollen 20 Betten für die Akutgeriatrie und acht Betten für die Schmerztherapie geschaffen werden.

Sechs Handlungsfelder festgelegt

Darüber hinaus hat die Task Force sechs Handlungsfelder festgelegt:

■  Intensivstation: Um einen „Intermediate-Care-Bereich“ (IMC) soll die Intensivstation erweitert werden. Konkret bedeutet dies: Bereits vorhandene Umkleideräume und Bereitschaftszimmer sollen zu Intensivüberwachungseinheiten umgebaut werden für Patienten, die nicht das volle Spektrum einer Intensivstation benötigen. Ziel sei es, die derzeit 14 betriebenen Intensivbetten um sechs IMC-Betten zu erweitern – zu insgesamt 20 Intensiveinheiten.

■   Notaufnahme: Eine „bessere Versorgung und weniger Wartezeiten“ hat man sich laut Maren Kreuzer bei der Umstrukturierung der Notaufnahme zum Ziel gesetzt.

■  OP-Bereich: Im Operations-Bereich müssen laut Kreuzer „einige Prozesse und Abläufe optimiert werden“.

■  Kooperationen: Um künftig besser aufgestellt zu sein, will man verstärkt mit dem Klinikum rechts der Isar sowie niedergelassenen Ärzten zusammenarbeiten. Als Beispiel nannte Kreuzer die Unterstützung der Geburten-Abteilung durch einen externen Kinderarzt. Die kinderärztliche Versorgung solle demnach sichergestellt, aber keine Kinderklinik eingerichtet werden, betonte Maren Kreuzer.

■  Mitarbeiterattraktivität: Um für Ärzte, Pflegekräfte und weitere Klinik-Angestellt künftig ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, setzt man auf Anreize für Fachkräfte – etwa durch die Zahlung der Großraumzulage.

■   Digitalisierung: Einen Großteil der geplanten Investitionskosten, rund drei Millionen Euro (zum größten Teil gefördert), fließt in die Digitalisierung. Digitale Arztbriefschreibung und Aufklärung soll in Zukunft ebenso möglich sein wie digitale Medikation und Wundfotografie. Kreuzer hofft, dass mit diesen Projekten bis spätestens Ende 2024 begonnen werden kann – sofern Hard- und Software verfügbar sind.

Mehr Fachpersonal und mehr Pflegekräfte erforderlich

Für die vielen Vorhaben ist auch neues Personal erforderlich – etwa Ärzte für die Geriatrie oder Fachpersonal für die Schmerztherapie. Auch die Notaufnahme müsse nachbesetzt werden. Alles in allem sprach Kreuzer von „fünf bis zehn Mitarbeitern, die es braucht, um die Projekte umzusetzen“ – plus weitere Pflegekräfte.

Auch in das Personalwohnheim, das vor allem Auszubildenden von weiter weg zur Verfügung steht, will man investieren, denn das, so Helmut Petz, sei aktuell „nicht sehr attraktiv“. Jedoch: „Über kurz oder lang muss es ersetzt werden“, ist sich der Landrat sicher. Doch vorerst sind die vielen anderen Baustellen an der Reihe.

„Die Summe an Maßnahmen stellt eine Herausforderung für die Organisation dar“, weiß Maren Kreuzer. Für die Veränderungsprozesse plant sie „mehrere Jahre“ ein.

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