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Angst vor dem Wolf: Bayerische Landwirte demonstrieren in München - klare Forderungen an Politik

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BBV-Bezirkspräsident Ralf Huber will schnellere Hilfen für Nutztierhalter.
BBV-Bezirkspräsident Ralf Huber will schnellere Hilfen für Nutztierhalter. © BBV

Wegen des Wolfs sind Landwirte besorgt um ihre Weidetiere. Bei einer Demo in München machten nun auch Bauern aus Freising ihrem Unmut Luft.

Freising – Der Wolf ist zurück – im Alpenraum und in ganz Deutschland. Die Landwirte sind in Sorge um ihre Weidetiere. Unter dem Motto „Ausgebimmelt? Gemeinsam für den Schutz der Weidetiere“ haben daher Bauern und Bäuerinnen aus ganz Bayern in München demonstriert. Vorne dran Biobauer Ralf Huber aus Allershausen, Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbands (BBV) und stellvertretender Kreisobmann in Freising.

Wolf ist in Bayern zurück: Landwirte besorgt um Weidetiere

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Mit Reproduktionsraten von jährlich bis zu 30 Prozent und ohne natürliche Feinde schreite die Ausbreitung rasant voran, so der BBV. Immer mehr Kühe oder Schafe würden vom Wolf getötet, aber auch Ziegen, Gehegewild sowie Fohlen stellten eine potenzielle Beute dar. Für 2020 sei der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes (DBBW) deutschlandweit von 942 Wolfsübergriffen bei rund 4000 Nutztierrissen berichtet worden.

Diese Zahlen nahm man daher zum Anlass, um in der Landeshauptstadt auf die Straße zu gehen. Mit dabei waren auch Partnerverbände und Organisationen aus ganz Deutschland sowie den angrenzenden alpinen Nachbarländern wie Österreich und Südtirol. Hunderte Landwirte, Musik- und Trachtengruppen kamen auf dem Odeonsplatz und in der Münchner Innenstadt zusammen, um sich für den Schutz der Weidetiere stark zu machen.

Aus Angst vor dem Wolf: Landwirte fordern besseren Schutz für Weidetiere

Die immer weiter voranschreitende Ausbreitung des Wolfes stellt Weidetierhalter, Schäfer und Bergbauern vor immense Probleme. „Das Bimmeln von Kuhglocken könnte schon bald verstummen, die für Bayern so typische Weidehaltung ist in Gefahr“, sagte Kreisobmann Georg Radlmaier. Nur wenn entschiedene Maßnahmen wie die gegen die weitere Ausbreitung des Wolfes getroffen würden, könnten Weiden und Almen auch künftig bewirtschaftet werden, so Radlmaier.

So müsse zum Beispiel der Schutzstatus des Wolfes auf EU-Ebene gesenkt werden, damit eine bessere Regulierung der Wolfbestände möglich werde. Außerdem brauche es ein praktikables Management, um die Population regional angepasst zu steuern. „Herdenschutzmaßnahmen sind teuer, deshalb fordern wir deren Förderung zu 100 Prozent. Außerdem brauchen betroffene Tierhalter schnelle Hilfe sowie eine fachlich fundierte ordentliche Aufarbeitung des Sachverhalts im Falle eines Übergriffs“, machte Bezirkspräsident Ralf Huber deutlich. ft

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