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Durch die Flutung der Wiesen am Veitsmüllerweg wurde am Ende des 19. Jahrhunderts ein Freising eine große Eisfläche gewonnen – im Hintergrund der Domberg. 

Das Archivstück des Monats Januar

Pirouetten drehen mit Blick auf den Domberg

Im April 2017 erhielt das Stadtarchiv Freising von einem Antiquariat in Frankreich ein interessantes Angebot: eine Serie von knapp 30 Fotografien mit qualitativ sehr hochwertigen Freising-Motiven der 1890er Jahre. Die Bilder wurden schließlich für die Fotosammlung des Stadtarchivs angekauft. dessen Leiter, Florian Notter, hat die Historie des Freisinger Eislaufsports recherechiert:

Freising– „Auf einer dieser Fotografien hat ein unbekannter Fotograf eine Szene aus der Anfangszeit des Freisinger Wintersports festgehalten: den Eislauf auf dem Eissportplatz am Veitsmüllerweg, vermutlich im Winterhalbjahr 1896/97. In zeittypischer Kleidung sehen wir Frauen mit schweren Röcken und Männer mit Hüten beim Schlittschuhlaufen. Im Hintergrund erhebt sich der Domberg mit seiner südwestseitigen Bebauung. Links außen ist das sogenannte Sengschmiede- oder Wuhrmeister-Anwesen zu erkennen (nachmals Veitsmüllerweg 13, 1996 abgebrochen). Im 18. und 19. Jahrhundert gehörte es einer Familie namens Heilmeier. Im Lauf der 1860er Jahre öffnete Kastulus Heilmeier, ein Mitglied dieser Familie, seinen hinter dem Anwesen gelegenen Weiher für den Eislauf. Durch die Flutung der umliegenden Wiese mit Moosachwasser konnte die Eisfläche noch beträchtlich vergrößert werden. Unklar ist, inwieweit Heilmeier die Eisgewinnung auch ökonomisch, also für den Blockverkauf an Brauereien, Gaststätten oder Metzgereien, nutzte. Die Öffnung für den Eislauf werden ihm seine Mitbürger jedenfalls gedankt haben, nicht zuletzt auch im Hinblick auf das Gefahrenpotenzial, das die älteren Eislaufplätze auf zugefrorenen Isar-Altwassern in sich bargen.

Im Jahr 1888, vielleicht auch schon einige Jahre früher, gründeten Freisinger Bürger einen örtlichen „Eisklub“. Als seine Hauptaufgabe sah es dieser Verein an, für ein ansprechendes Angebot an Wintersportmöglichkeiten in Freising zu sorgen. Dies bezog sich zeitgenössisch vor allem auf den Eislauf und das Eisstockschießen. Mittelpunkt des aktiven Vereinslebens war wiederum die winterliche Heilmeier-Wiese, der Freisinger „Eissportplatz“, wie die Fläche nun bezeichnet wurde. Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Freisinger Baumeister Alois Steinecker das weitläufige Grundstück in seinen Besitz brachte, wurde der Bereich entlang des Veitsmüllerwegs mit Stadtvillen bebaut. Die rückwärtige Wiese und ihre Winternutzung blieben davon jedoch unberührt. 1903/04 ließ Steinecker für die Eisläufer eine „provisorische Ankleide- und Wärmehalle“ errichten. Der Eislaufplatz am Veitsmüllerweg blieb bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg erhalten. Heute stehen hier größere Gebäude, so vor allem der Kindergarten am Veitshof und ein Wohnheim der Lebenshilfe Freising.“

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