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Entkernt ist bereits das Asamgebäude.

Asam-Sanierung

Trotz Firmenpleite im Zeitplan

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Der Bauzaun am Asamgebäude ist eher eine Bauwand. Umso seltener ist ein Blick hinter die Absperrung möglich. Am Samstag durften Bürger einen solchen Blick werfen und zumindest den Asaminnenhof betreten. Mitte 2021 soll das Projekt beendet sein. Damit das gelingt, darf aber nicht noch einmal so etwas passieren wie mit der Gerüstbaufirma.

Freising Es war der Tag der Städtebauförderung, den die Stadt und das Stadtplanungsamt am Samstag nutzten, um über Projekte in der Innenstadt zu informieren, die von den diversen Förderprogrammen profitieren – von der Umgestaltung der Innenstadt über die Neuordnung des Angerbaderareals bis hin zum Südhang des Dombergs. Und selbstverständlich die Generalsanierung des Asamkomplexes. Während sich draußen vor der Bauwand Stadtbaumeisterin Barbara Schelle und ihr Team darüber freuen konnten, dass die Zeiten, in denen man wegen der Umgestaltung der Innenstadt geschimpft und beschimpft wurde, vorbei seien („Wir bekommen viel Lob. Den Leuten gefällt es. Sie wollen sich informieren“, betonte Schelle), erläuterten Ulrich Setzwein, der Projektleiter bei der Stadt, und Architekt Konrad Wollmann hinter der Bauwand die Generalsanierung des „Asam“.

Wie bereits kurz vorher durchgedrungen war, hat man Probleme mit der Gerüstbaufirma zu lösen: Die hatte nämlich Insolvenz angemeldet, das Gerüst musste abgebaut, eine neue Firma gesucht werden. Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher und Schelle haben diese Nachricht auf Nachfrage des Freisinger Tagblatt bestätigt. Die Folge: Die Neueindeckung des Daches, die eigentlich im März hätte beginnen sollen, wird nun erst in den kommenden Wochen starten, soll aber trotzdem bis Jahresende über die Bühne gegangen sein.

Dass es deshalb bei dem Gesamtprojekt zu Verzögerungen kommt, verneinten der OB und die Stadtbaumeisterin unisono: Andere Gewerke und Arbeiten seien davon nicht wesentlich betroffen. Man sei im Zeitplan. Und der sieht, so berichtete Setzwein bei den Führungen hinter den Bauzaun, vor, dass das Gesamtprojekt (also auch die Arbeiten für das neue, auch als Bühne nutzbare Aufzugsgebäude im Asamhinterhof) Mitte des Jahres 2021 abgeschlossen sein sollen.

Wie Wollmann und Setzwein den Interessierten erläuterten, habe man seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts gewusst, dass der Komplex, der in Abschnitten im 17. und 18. Jahrhundert errichtet wurde, sanierungsbedürftig sei. 2008 habe der Stadtrat dann beschlossen, einen Architektenwettbewerb zur Neustrukturierung und Generalsanierung auszuschreiben, im April 2017 haben die Arbeiten begonnen. Aufgrund manch eines Konfliktpotenzials gebe es ständige Gespräche und Kompromisse mit dem Landesdenkmalamt, betonte Setzwein. Die auf 40 Seiten und mit über 10 000 Einzelposten angestellte Kostenberechnung gehe von Gesamtkosten in Höhe von rund 50 Millionen Euro aus.

Für dieses Geld werde man übrigens auch die knarzenden Geräusche der Holztreppe im Nordosten des Gebäudes in den Griff bekommen, versprach Wollmann einer Besucherin, die sich nach diesem „Quietscheding“ erkundigt hatte.

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