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Aufgeheizt war die Stimmung im Gasthof Lerner, wo bei der Mitgliederversammlung des Bürgervereins Freising wieder Kritik auf den FW-Abgeordneten Benno Zierer einprasselte. Der wehrte sich, so gut es ging.

Auch Bürgerverein ist stocksauer auf die Freien Wähler

„Enttäuschung, Empörung und Wut“

Gegrillt haben ihn die Anwesenden zwar nicht, aber scharf kritisiert. Die Rede ist von MdL Benno Zierer, der bei der Mitgliederversammlung des Bürgervereins Freising am Donnerstag ordentlich dafür einstecken musste, dass die Freien Wähler ihre Versprechen, die dritte Startbahn im Falle einer Regierungsbeteiligung „zu beerdigen“, nicht gehalten haben. Kein Wunder bei einem Verein, der sich den Kampf gegen Ultrafeinstaub und damit insbesondere gegen die dritte Startbahn auf die Fahnen geschrieben hat.

Freising –  Die Stimmung im Gasthof Lerner war aufgeheizt. Alle warteten gespannt auf Zierers Erklärung zum viel zitierten „Moratorium“, dem Aufschub der dritten Bahn, den die Freien Wähler in den Koalitionsverhandlungen mit der CSU erreicht hatten.

Der BV-Vorsitzende Reinhard Kendlbacher sagte, dass die fünf Jahre Aufschub nur „Enttäuschung, Empörung und Wut“ ausgelöst hätten. Wie gefährlich der Flughafen seiner Meinung nach jetzt schon ist, machte Kendlbacher an den 500.000 Litern Kerosin und 100 Milliarden ultrafeinen Partikeln deutlich, die schon jetzt täglich die Luft verpesten würden.

Gut 60 Teilnehmer verfolgten den Bericht des Vorsitzenden, der einmal mehr auf die Gefahren von Ultrafeinstaubpartikeln hinwies und den Flughafen als großen Verursacher geißelte.

Vor dem Hintergrund räumte Zierer ein, dass er auch lieber das endgültige Aus der Bahn erreicht hätte. Er sei aber nicht am Verhandlungstisch gesessen, beteuerte er. Beschuldigungen, nach der Wahl etwas anderes gemacht als vorher versprochen zu haben, hielt er engegen, „dass noch gar nicht klar sei, was in fünf Jahren ist, welche Regierung dann das Sagen hat.“ Außerdem sei laut Zierer nicht nur der Bau vorläufig gestoppt. „Auch die Planung darf in der Zeit nicht weiter verfolgt werden.“ Das bedeute: keine Umwandlung in eine AG, keinerlei Aktivitäten, die zum Bau beitragen, kein Grunderwerb.

Startbahngegner wie der Grünen-Landtagsabgeordnete Johannes Becher sprachen indes davon, dass man „eine historische Chance vertan“ habe. Im Koalitionsvertrag fehlten „jegliche Hinweise“ zu Ultrafeinstaub, zum Nachtflug oder zur Abschaffung der Subventionen für Airlines, kritisierte Becher.

Sauer aufgestoßen ist den Teilnehmern, dass Staatskanzleichef Florian Herrmann zwar eingeladen war, aber „unentschuldigt gefehlt hat“, wie man sich empörte. Applaus gab es für die Forderung, dass FW-Chef Hubert Aiwanger lieber nach Freising kommen sollte, statt wie vorgesehen bei einer Versammlung in München Rede und Antwort zu stehen.  

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