„Konfisziert“: Über Nacht hat Klaus-Peter Nohr die Schilder in seine Wohnung geholt, bevor er sie am Montag zum Bauhof brachte.
+
„Konfisziert“: Über Nacht hat Klaus-Peter Nohr die Schilder in seine Wohnung geholt, bevor er sie am Montag zum Bauhof brachte.

Infotafeln „konfisziert“

Auf frischer Tat ertappt: Freisinger (80) erwischt Schilderdieb und greift beherzt ein

Ein Freisinger hat einen jungen Mann erwischt, der zwei Schilder zur Maskenpflicht klauen wollte. Der 80-Jährige schritt kurzerhand ein.

Freising – „Normalerweise hätte ich im Ohrensessel gesen und beim Fernsehen die Beine hochgelegt“, sagt Klaus-Peter Nohr. Allein dem Zufall sei es zu verdanken, dass der Freisinger (80) einen Dieb auf frischer Tat ertappte. Dieser hatte Schilder geklaut, die auf die Masken-Zonen in der Freisinger Innenstadt hinweisen. In Zeiten, in denen Tausende Corona-Leugner auf die Straße gehen, sei es wichtig, derlei Ansätze zu unterbinden, findet Nohr.

„Ich weiß, was sowas kostet: Mit 300 Euro darf man schon rechnen“

Am Sonntagabend gegen 23 Uhr habe er zufällig aus dem Fenster seiner Wohnung im ersten Stock in der Heiliggeistgasse geblickt – und eine Beobachtung gemacht: „Ich sah, wie ein junger Mann, so um die 30 etwa, mit einem Schild unterm Arm vorbeilief“, erzählt Nohr. Er habe nicht lange gefackelt: „Ich habe das Fenster geöffnet und ihm zugerufen, was er da trage.“ Als ehemaliger Leiter des Freisinger Ordnungsamts sei ihm gleich aufgefallen, dass es sich hierbei nicht um irgendwelche Tafeln gehandelt habe. „Und ich weiß auch, was sowas kostet: Mit 300 Euro darf man schon rechnen.“

Die deutlichen Worte zeigten Wirkung: Der Schilderdieb stellte sein Beute an der Straße ab und lief davon. „Ich bin dann runter um nachzusehen, aber da war er natürlich schon weg“, berichtet Nohr. Als Anwohner habe er gleich ausgemacht, dass die beiden Schilder an der Heiliggeist- beziehungsweise Domberggasse angebracht gewesen waren. „Die dünnen Metallbänder muss der Dieb mit einem Werkzeug beschädigt haben.“

Freisinger „konfisziert“ Schilder und übergibt sie an Bauhof

Der 80-Jährige „konfiszierte“ die Schilder kurzerhand und nahm sie vorsorglich über Nacht mit in seine Wohnung. Am Tag darauf packte Nohr die Tafeln ins Auto und fuhr sie zum Bauhof, um sie dem dortigen Leiter Georg Rößl zu übergeben. Mittlerweile wurden sie wieder angebracht – und zwar so, dass sie nicht mehr einfach abmontiert werden können.

Was den Übeltäter angeht, geht Klaus-Peter Nohr davon aus, dass es sich um jemanden handle, der „nicht an Corona glaubt“. Der Schilderdieb kenne wohl niemanden, der sich infiziert habe – sonst wäre er vermutlich nicht auf die Idee gekommen, die Schilder abzumontieren. Klaus-Peter Nohr betont: „Für uns alle ist es wichtig und richtig, dass in Zonen, wo sich viele Leute begegnen, Masken getragen werden.“

Seit Wochen wird gerätselt, wie ein Damwild bei Mauern (Kreis Freising) ums Leben kam. Nun steht fest: Es war ein Wolf.

Alle Neuigkeiten und Nachrichten aus Freising und der Region lesen Sie immer aktuell hier.

Auch interessant

Kommentare