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Freising auf dem Weg zur „essbaren Stadt“

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Bärlauch hat Claudia Bauer bereits entdeckt. © Bauer

Hier der sechste Teil des Erfahrungsberichtes von Tagblatt-Reporterin Claudia Bauer, die im Selbstversuch Müll-Fasten praktiziert:Vergangene Woche hat für mich offiziell der Frühling und damit die Wildkräutersaison begonnen. Ich bin auf die Pirsch gegangen und habe nach den ersten zarten Kräuterchen Ausschau gehalten. Das ist ja im Sinne der Verpackungsthematik, denn ab jetzt bekomme ich leckere Salat- und Kochzutaten ganz ohne Verpackung einfach von der Natur geliefert.

Freising – Vergangene Woche hat für mich offiziell der Frühling und damit die Wildkräutersaison begonnen. Ich bin auf die Pirsch gegangen und habe nach den ersten zarten Kräuterchen Ausschau gehalten. Das ist ja im Sinne der Verpackungsthematik, denn ab jetzt bekomme ich leckere Salat- und Kochzutaten ganz ohne Verpackung einfach von der Natur geliefert.

Die ersten Bärlauchblätter zeigen sich schon, und wenn man ganz genau hinschaut, entdeckt man auch schon die ersten zarten Brennnesselspitzen und jungen Giersch. In wenigen Wochen ist die Tafel reich gedeckt mit all den gesunden Leckereien, die die Natur so liefert – ganz ohne Transport, Kühlkette und Plastikverpackung, dafür voller Vitamine und Mineralstoffe. Und ich muss dafür nicht mal aus der Stadt raus. Ein bisschen Wiese reicht, die Isarauen, der Weihenstephaner Berg. Das ist ja quasi „Urban Gardening“ (gärtnerische Nutzung städtischer Flächen) in seiner ursprünglichsten Form. Eine Entdeckungstour lohnt sich allemal, aber mitnehmen sollte man nur, was man sicher kennt. Und die Frage nach dem Hundepipi erledigt sich, wenn man sich bewusst macht, mit welchen Giften unsere Lebensmittel behandelt werden.

Apropos „Urban Gardening“: Da gibt es übrigens richtig tolle Projekte, einige davon habe ich beim letzten Treffen meiner „Challenge“-Gruppe im Kreisbildungswerk kennengelernt. „Die essbare Stadt“, was für eine schöne Vorstellung. Im Landkreis machen sich schon einige Menschen auf den Weg zu diesem Ziel. Ich könnte mir das für Freising auch gut vorstellen. Statt Rosen, Tulpen und Narzissen könnten in den Pflanzkästen und auf städtischen Flächen Karotten, Gurken und Radieschen wachsen und Naschen wäre natürlich nicht nur erlaubt, sondern gewünscht. Freilich bräuchte es da auch ein bisschen Engagement der Bürger hinsichtlich der Pflege. Aber dann weiß man wenigstens, wieviel Arbeit in so einer Gurke steckt.

Mir hat die Herstellung von selbstgemachtem Frischkäse einmal mehr die Augen geöffnet: Aus einem Liter Milch bekomme ich eine handvoll Käse. Unglaublich, wie viel Arbeit da drin steckt, von der Milchproduktion bis zum fertigen Endprodukt. Und noch unglaublicher, wie billig wir diese Sachen im Supermarkt kaufen können. Ich habe den Eindruck, da ist uns ein bisschen die Relation zum Wert der Produkte verloren gegangen. Eben weil alles immer verfügbar ist und so schön verpackt daher kommt. Deshalb hat es mich gefreut, dass es weltweit so viele Ideen gibt, Nahrung lokal und erfahrbar zu produzieren. Aber „Solidarische Landwirtschaft“ und „Urban Gardening“ passiert gerade direkt rund um uns herum. Hier ein paar Beispiele aus dem Landkreis: Gemeinschaftsgarten: www.knollen-und-co.de;

Solidarische Landwirtschaft: www.auergarden.de Urban Gardening: www.vhs-eching.de

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