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Aufgemuckt-Sprecher Magerl sieht das Vorhaben dritte Startbahn noch nicht als erledigt an.

Christian Magerl findet klare Worte

„Jetzt bloß nicht einlullen lassen“: Aufgemuckt bleibt in Sachen 3. Startbahn eisern

Das Strohfeuer zur dritte Startbahn sei zu Ende, aber man dürfe sich nicht einlullen lassen. Das betont Aufgemuckt-Sprecher Christian Magerl in der jüngsten Versammlung.

Freising– „Das Strohfeuer ist zu Ende.“ So umschrieb der Sprecher des Aktionsbündnisses Aufgemuckt, Christian Magerl, in der Mitgliederversammlung im Grünen Hof die Entwicklung des Flughafens. Allerdings, so mahnte er, dürfe man sich jetzt bloß nicht einlullen lassen.

Kritik an Gutachtern

Christian Magerl: „Der Planfeststellungsbeschlussliegt noch in der Schublade.“

Zwar sei im vorigen Jahr noch ein Passagier-Wachstum erkennbar gewesen, allerdings sei das im dritten Quartal bereits rückläufig gewesen. Auch bei den Flugbewegungen sei ein Rückgang ersichtlich, im Frachtbereich sogar deutlich. Deshalb, so Magerl überzeugt, gäbe es gar keinen Bedarf mehr für eine dritte Start- und Landebahn. Auch, weil es in den vergangenen rund 13 Jahren kaum einen Zuwachs an Flugbewegungen gegeben habe. Ziemlich „verhaut“ hätten sich da wohl die Gutachter 2007 und 2010 mit ihren Prognosen einer unendlichen Steigerung. Der ehemalige Landtagsabgeordnete ist sicher: „Die Startbahn muss beerdigt werden!“ Allerdings teile er keineswegs die Meinung des Landratskandidaten Helmut Petz (Freie Wähler), der das Vorhaben dritte Startbahn schon als erledigt ansehe. Der Planfeststellungsbeschluss, sagte Magerl weiter, liege noch in der Schublade und müsse endlich zurückgenommen werden.

Ausbau am Airport

Sauer stoßen Magerl die weiteren Ausbaumaßnahmen des Flughafens auf. Letztendlich wolle man seiner Ansicht nach so erreichen, die umstrittene Start- und Landebahn über ein Hintertürchen über die bestehende Infrastruktur doch noch durchsetzen zu können. Auch die Zuhörer beschäftigte die Frage: Darf der Flughafen tatsächlich bauen, wie und was er will?

Stadträtin Katrin Stockheim (FSM) gab Auskunft darüber, dass sehr häufig Anträge des Flughafens im Rathaus eintrudeln würden. Immer nur einzeln, nie als Gesamtpaket. Bei dieser „Salamitechnik“, sagte Stockheim, würde der Gesamtplan fehlen. Unter dem Aspekt flughafenaffine Erweiterungen sei eine Beurteilung oftmals gar nicht so einfach. Deshalb prüfe die Stadt derartige Wünsche auch mithilfe eines Anwalts.

Thema Feinststaub

Ein weiteres Thema: die Ultrafeinstaub-Belastung durch den Flugverkehr. Oswald Rottmann (Bürgerverein Freising) berichtete, dass es in Freising je nach Windverwehungen an bis zu 60 Tagen im Jahr eine Feinststaub-Belastung wie an Silvester gebe. Zwar sei seiner Ansicht nach der Staat zur Fürsorge verpflichtet, allerdings halte man in Bayern diesbezüglich offenbar wenig davon. Nur eine stringente Reduktion von Kurzstreckenflügen, die Entschwefelung von Kerosin und die Abschaffung jeglicher Subventionen für Airlines seien gute Rezepturen gegen eine Zunahme der Luftverschmutzung.

Zum Thema Feinststaub entwickelte der Fahrenzhausener Andreas Kern die Internetseite www.10nm.de, die zwar schon ganz gut funktioniere, aber noch weiter ausgebaut werde. Auf dieser Seite werde mithilfe von Messdaten und Windbewegungen ein Gefahrenradius errechnet. Damit sei irgendwann auch eine gültige Feinststaub-Vorwarnung beispielsweise für Schulen oder Kindergärten denkbar.

Gut zu wissen

Das Aktionsbündnis ruft zur Unterstützung seiner Massenpetition gegen eine Subventionierung des Flugverkehrs auf. 12 000 Unterschriften seien bis jetzt geleistet worden. Eine Möglichkeit, die Petition online zu unterstützen, soll künftig für noch mehr Schwung sorgen. Infos unter www.keine-startbahn3.de.
Richard Lorenz

Lesen Sie auch: Flughafen-Gipfel im Maximilianeum: Aiwanger rechtfertigt Moratorium vor Startbahn-Gegnern

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