Aufgemuckt 

Söder und der Videobeweis

Es bleibt dabei: In den Augen der Startbahngegner ist der Bedarf für eine dritte Piste nicht gegeben.

Freising Auch wenn die Passagierzahlen und die Zahl der Flugbewegungen im ersten Halbjahr 2017 nach oben zeigen – bei den Flügen weist die Statistik ein Plus von 4,1 Prozent auf –, sei man „noch weit weit weg von dem, was da schon geflogen wurde“, wie Grünen-MdL Christian Magerl bei der Mitgliederversammlung von Aufgemuckt am Montag betonte.

Der am häufigsten genannte Name war am Montag im Bräuhaus zu Lerchenfeld der von Finanzminister Markus Söder. Zum einen, weil der im Landtag zugesichert habe – und als Beweis gebe es ein offizielles Landtagsvideo, so Magerl –, dass die FMG nicht in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werde. Dies wäre ein Kniff gewesen, das Veto der Landeshauptstadt München gegen die Startbahn zu umgehen, die sich bekanntlich an den ablehnenden Bürgerentscheid von 2012 gebunden fühlt. Zudem würde so eine Umwandlung in eine AG auch mindestens vier bis fünf Jahre dauern, betonte Manfred Pointner, der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Nord.

Zum anderen wurde Söder genannt, als es um den in den Augen der Startbahngegner offenbar „neuesten Trick“ der CSU und der FMG ging, den Bau der Startbahn zu begründen: Während bisher immer (und auch im Planfeststellungsbeschluss) von einer Kapazität von 480 000 Flugbewegungen pro Jahr die Rede war, würden jetzt plötzlich von FMG-Chef Michael Kerkloh und eben Söder 430 000 Flugbewegungen als Obergrenze für zwei Startbahnen im Moos angeführt. Begründet werde dies damit, es handele sich in dem einen Fall um eine theoretische Kapazität, im anderen Fall um eine praktische Kapazität. Diese Argumentation sei „lächerlich“, ärgerte sich Aufgemuckt-Sprecherin Helga Stieglmeier. Eine Antwort auf die Frage Magerls, wie es denn nun plötzlich zu der Zahl 430 000 komme, sei Söder bisher schuldig geblieben. Vielleicht kommt sie morgen. Denn da wird der Finanzminister vor dem Wirtschaftsausschuss des Landtags einen allgemeinen Bericht zur Lage und zu den Entwicklungen am Flughafen München geben. Da diese Sitzung (Beginn ist um 9.15 Uhr) öffentlich ist, erklärten sich spontan rund zehn Startbahngegner bereit, als Zuhörer das Geschehen zu verfolgen und Söders Bericht anzuhören.

Beschlossen wurde am Montag, dass man eine zweite Flughafen-Anrainer-Konferenz mit Teilnehmern aus ganz Deutschland und aus dem benachbarten Ausland organisieren wolle. Thema, für das die Bevölkerung immer mehr sensibilisiert sei: Feinstaub und Ultrafeinstaub. Abhalten wolle man die Konferenz dieses Mal nicht in Attaching, sondern in München. Als Zeitpunkt wurde das Frühjahr 2018 – also wenige Monate vor der Landtagswahl Das geplante – ins Auge gefasst.  zz

Rubriklistenbild: © dp a

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