Stellwerkstörung behoben: Weiter Verzögerungen und Ausfälle

Stellwerkstörung behoben: Weiter Verzögerungen und Ausfälle
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Mit großen Harvestern wird in den Wäldern des Forstbetriebs Freising aufgeräumt. In diesem Sommer befiel der Borkenkäfer etwa 30 000 Kubikmeter Fichtenholz. Die Maschine, die von einem Mann bedient wird, fällt am Tag bis zu 150 Festmeter Holz und macht es danach abfuhrbereit.

Nach Borkenkäferplage und Sturm

Aufholjagd im Freisinger Forst

„Im Woid is so staad“: Diese Zeilen aus Ludwig Thomas „Heilige Nacht“ treffen zur Zeit für die Freisinger Forste nicht zu, denn da sind die Waldarbeiten des Forstbetriebs in vollem Gange. Nach einer Borkenkäferplage und einem Einschlagstopp infolge der Orkanschäden bei Passau wird gerade jetzt wieder voll produziert.

Landkreis – „Bei uns herrscht derzeit Hochkonjunktur“, resümiert Alfred Fuchs, der Chef des Freisinger Forstbetriebs. Der zu trockene Frühsommer hatte auch den Wäldern im Landkreis eine veritable Borkenkäferplage beschert, wie Fuchs berichtet: „Natürlich war der Borkenkäfer auf großen Fichtenflächen schon immer da, aber so stark wie heuer war die Population schon seit Jahren nicht mehr. Wir sprechen konkret vom Buchdrucker, der eher ältere Bäume befällt, und vom Kupferstecher, der meistens jüngere Bäume angeht.“ Resultat war „eines der schwersten Käferjahre“ der vergangenen Jahrzehnte.

Um den Transport von Borkenkäferholz zu den Sägewerken zu fördern und einem Preisverfall entgegenzuwirken, wurde die Notbremse gezogen: „Der Vorstand der Bayerischen Staatsforsten hat einen Einschlagstopp, also einen Fällverzicht für Nadelfrischholz, ausgesprochen.“ Denn überall in Bayern fielen wegen des Borkenkäferbefalls große Mengen Fichten-Schadholz an – vor allem auch nach dem Orkan „Kolle“, der nicht nur in Niederbayern schwere Schäden in den Wäldern mit geschätzten zwei Millionen Kubikmetern Holzanfall anrichtete. „Wenn zusätzlich zum Schad- auch noch Frischholz auf den Markt gekommen wäre, hätte diese Holzflut den Preis in den Keller gedrückt. Und später hätte man nur schwer wieder zu einem vernünftigen Preisniveau zurückfinden können“, erklärt der Forst-Chef: „Der Preisverfall hätte auch die Privatwaldbesitzer getroffen. Insofern hat das besonnene Verhalten der Bayerischen Staatsforsten allen genützt.“

Zur Erläuterung nennt Fuchs Zahlen: Das Gebiet des Forstbetriebs Freising erstreckt sich weit über die Landkreisgrenzen hinaus. Es reicht von Ingolstadt im Norden bis zum Englischen Garten im Süden und erstreckt sich nach Osten bis etwa Straubing und Vilsbiburg. Insgesamt umfasst der Betrieb nach Angaben von Fuchs allein etwa 16 700 Hektar, rund 4500 Hektar davon liegen im Landkreis Freising. Davon sind 5200 Hektar Fichtenfläche – und da fiel eben heuer einiges an Festmetern Schadholz an: „Wir nutzen normalerweise rund 116 000 Kubikmeter Holz im Jahr. Das ist etwas weniger, als in einem Jahr wieder zuwächst und somit nachhaltig.“ In diesem Sommer befiel der Borkenkäfer etwa 30 000 Kubikmeter Fichtenholz. Dies sei zwar finanziell schmerzlich, doch hinsichtlich der Einschlagsmenge verkraftbar, sagt Fuchs: „Doch ohne den engagierten Einsatz aller Mitarbeiter wäre die Menge noch deutlich höher geworden.“

Der Einschlagstopp in den Staatsforsten galt bis Ende November. Alfred Fuchs: „Die letzten Monate stand bei uns die Produktion praktisch still. Umso mehr werde jetzt seit Anfang Dezember gearbeitet: „Wir holen quasi die Arbeit eines Sommers und Herbstes nach.“ Die Waldbesucher, vermutet der Forstbetriebsleiter, werden aber von den Arbeiten nur wenig mitbekommen – gleich gar, wenn sie über die Feiertage in den Forsten unterwegs sind: Der Holzeinschlag ist auf ausgewählte Orte konzentriert und dauert dort auch nur kurze Zeit. „Die Arbeiten werden unter der Woche von unseren geschulten Forstwirten und vor allem auch Lohnunternehmern mit selbstfahrenden Harvestern erledigt. „So eine Maschine, die von einem Mann bedient wird, fällt am Tag bis zu 150 Festmeter Holz und macht es abfuhrbereit.“ Ein Waldarbeiter schafft täglich rund 20 Festmeter. Und: „Innerhalb weniger Woche nach dem Fällen ist das geschlagene Holz im Idealfall bei den Abnehmern – also in Sägewerken oder etwa in der Papierfabrik Plattling.“

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