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Gelungener Auftakt der Umwelttage : Manfred Drobny (Bund Naturschutz), Bürgermeisterin Eva Bönig, Autor Michael Kopatz sowie Marie Hüneke (Klimaschutzmanagerin der Stadt) und Beate Merz (Stadtplanungs- und Umweltamt, v. l. ).

Freisinger Umwelttage

Mahnende Worte – kurz vor dem „Gipfel des Wahnsinns“

Es kam Kurzweil auf, beim Auftakt zu den Umwelttagen 2017, bei gefühlten 40 Grad im voll besetzten Rathaussaal. Das lag vor allem am herzerfrischenden Beitrag von Buchautor Michael Kopatz. Der hielt der Konsumgesellschaft gehörig den Spiegel vor.

Freising– Der Info-Abend zu den Freisinger Umwelttagen, die noch bis einschließlich 8. Juli stattfindenden, war straff organisiert. Man hat eigens eine Marketingagentur engagiert, wie Umweltreferent Manfred Drobny bei der Begrüßung der knapp 200 Teilnehmer hervorhob. Demnach ist die Agentur für die Gestaltung des Programmes der Umwelttage verantwortlich, das über zwei Wochen geht und zwei Dutzend Punkte umfasst. Darunter eine Reihe von „Best-Practice“-Veranstaltungen zu Themen wie „Energiewende im Altbau“, „E-Mobilität für Gewerbetreibende“ oder „Nachhaltig Leben in Freising“.

Dass man ehrgeizige Ziele hat in der Domstadt, darauf zielte nicht nur Drobny, sondern auch Freisings 2. Bürgermeisterin Eva Bönig in ihrem Grußwort ab. Wie der Umweltreferent erinnerte sie an das Ziel, in Freising bis 2035 unabhängig von fossilen Energieträgern zu sein. Als positives Beispiel nannte Bönig die Stadtwerke, die bereit jetzt 100 Prozent ihres Stroms auch regenerativer Erzeugung gewinnen würden. Es komme aber auf jeden Einzelnen an, bei der „Umwandlung unserer Gesellschaft“ die es ohne Änderung des Konsumverhaltens nicht geben würde. In Bezug auf das Motto der Energietage, das da „Wir packen an“ lautet, sprach Bönig von einem „höchst interessanten Programm“.

Als Höhepunkte stellte Drobny etwa einen „Science Slam“ der Münchner Initiative „10hoch1“ sowie eine „Radldisco“ vor, bei der die benötigte Energie für Licht und Ton von den Besuchern selbst erzeugt wird.

Autor Kopatz sorgte mit seinen Thesen über „Ökoroutine“ dann Heiterkeit – undKopfschütteln. Dass man Milliarden für Werbung ausgebe, dass McDonald’s als Förderer des Schulsports auftrete oder immer mehr Menschen in dicken SUVs herumfahren, all das geißelte er als „Gipfel des Wahnsinns“. An systemischen Stellschrauben zu drehen, hält der Sozialwissenschaftler deshalb für dringend notwendig. „Wir neigen zur Expansion, wodurch ein ganz großer Teil an Effizienz verloren geht“, erklärte Kopatz.

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