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Wirtin Antje Petzold (hier mit Brauer Michael Wöss bei der Vorstellung des Biers Rauscheengel) hat lange nach einem Nachfolge-Domizil gesucht - bisher vergebens.

Jetzt ist es endgültig

Betreiberin muss ihr „Baby“ schließen: Aus für Freisinger Kultkneipe „Klimperkasten“

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Die Tage sind gezählt: Wirtin Antje Petzold muss ihr „Baby“, den Klimperkasten in Freising, schließen. Aufgeben will sie trotzdem nicht – und arbeitet an einer „coole Lösung“.

Freising – Der Klimperkasten in Vötting wird seinen zehnten Geburtstag als Mekka der Currywurst- und Rauscheengel-Freunde nicht mehr erleben: Am 31. Januar ist der letzte Tag, danach muss Antje Petzold ihr „Baby“ schließen. Wie berichtet, war ihr bereits zum 1. Oktober 2019 gekündigt worden. Petzold hatte dagegen geklagt, wollte noch ein Jahr in Vötting bleiben. Ein Gerichtsurteil hat nun bestätigt, dass die Kündigung rechtens war, die Versuche von Petzold, den Betrieb der Kultkneipe noch bis September 2020 aufrecht erhalten zu können, waren vergebens. 

Suche nach Nachfolge-Objekt war vergebens

Es waren schwere Zeiten, so berichtet Petzold, als sie im Januar acht Mitarbeitern die Hiobsbotschaft überbringen und ihnen kündigen musste, erzählt die Kneipenbetreiberin, die den Klimperkasten zu einem Kult gemacht hat, die immer nur von ihrer „Klimperfamilie“ spricht. Bereits seitdem ihr die Kündigung ins Haus geflattert war, war Petzold auf der Suche nach einem Nachfolge-Objekt – bisher vergebens. „Ich habe mir alles, wirklich alles angeschaut“, erzählt sie, was nur irgendwie in Frage hätte kommen können. Dass sie nun in wenigen Tagen ihren Klimperkasten räumen muss, dem kann die Unternehmerin und Kämpferin Petzold auch etwas Gutes abgewinnen: Jetzt habe sie mehr Zeit, nach einem Ort zu suchen, an dem die Klimperfamilie weiterleben kann. Ein Jahr hat sie sich dafür selbst Zeit gegeben. Die Mieter, die im Obergeschoss des Klimperkastens wohnen, haben so viel Zeit nicht, sind nun von Obdachlosigkeit bedroht.

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„Coole Lösung“ mit der Brauerei Weihenstephan

Doch auch wenn die Klimperfamilie jetzt in der Diaspora darben muss, soll sie am Leben erhalten werden. Petzold spricht von einer „coolen Lösung“, dass sie sich mit der Brauerei Weihenstephan einigen konnte und der Klimperkasten-typische, eigens für sie und ihre Gäste gebraute „Rauscheengel“ jetzt im Stadtcafé von Klaus Thermer oben auf dem Lindenkeller-Berg verkauft werden darf. Und dort werde es auch an jedem letzten Donnerstag im Monat ab 18 Uhr einen Stammtisch für die Klimperkasten-Stammgäste geben. Und vielleicht werden da auch mal Currywurst und Pommes aufgetischt. Auch wenn es die geplante Abrissparty nun nicht geben wird, weil schon am 31. Januar Schluss sein muss, wird der letzte Tag doch etwas Besonderes sein: Wertvollere Utensilien und Einrichtungsgegenstände werden versteigert, Manuel Thalhofer wird bei einem Auftritt hier seine Solokarriere starten. 

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