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Die große Ausbildungskonferenz fand gestern in der Arbeitsagentur statt. Die Teilnehmer: Christian Oswald (stellvertretender Leiter Berufssch ule Dachau), Matthias Fischer (Leiter Berufsschule Freising), Dieter Link (Leiter Berufsschule Erding), Thomas Hendler (Schulamt Dachau), Bernhard Kindler (Schulamtsdirektor Freising), Marion Bauer (Schulamtsdirektorin Erding), Katja Kürmaier, Nikolaus Windisch und Harald Brandmaier (alle Arbeitsagentur), Martin Reiter (Kreishandwerksmeister Freising), Rudolf Waxenberger (Kreishandwerksmeister Erding) und Florian Kaiser (IHK).

Ausbildungskonferenz in der Freisinger Arbeitsagentur

Ausbilder arbeiten am Anschlag

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Was tun gegen den Azubi-Mangel? Das war die große Frage auf der Ausbildungskonferenz in der Freisinger Agentur für Arbeit.

Freising– Wenn es um die Zukunft ihrer Kinder geht, haben Mütter und Väter meist nur ein Ziel: eine noch bessere schulische Bildung ihrer Kinder. Das sei der „Königsweg“ aktiver, gebildeter Eltern, berichtete der Freisinger Schulamtsdirektor Bernhard Kindler. Die Leidtragenden dieses Trends sind Betriebe, die trotz eifrigsten Bemühens keine Azubis mehr finden. Und das werden immer mehr. Trotzdem: Weil sich alle schwer ins Zeug legen – Arbeitsagentur, Schulämter, Berufsschulen, Handwerk und die IHK – sind die aktuellen Ausbildungszahlen für den Bereich der Arbeitsagentur noch im grünen Bereich. Aber: Der Fachkräftemangel werde sich nur noch lindern, nicht mehr aber beheben lassen, prophezeite Agenturchef Nikolaus Windisch beim Pressegespräch. Und: Bald kommen geburtenschwache Jahrgänge . . .

Es sind viele Faktoren, die den Betrieben Sorgen bereiten: Es gibt weniger Schulabgänger, immer mehr wollen auf weiterführende Schulen – und die senkten auch noch die Einstiegshürden, wie der Erdinger Kreishandwerksmeister Rudolf Waxenberger beklagte. Die Schüler würden geradezu auf FOS und Gymnasium gehievt – „und sind dann fürs Handwerk verloren“. So produziere die Erdinger FOS mehr Abiturienten als alle drei Gymnasien zusammen. Einige Betriebe seien nach jahrelanger vergeblicher Azubi-Suche so frustriert, dass sie ihre freien Stellen gar nicht mehr meldeten. Waxenberger stellte aber auch klar: Das „Zugpferd“ auf dem Ausbildungsmarkt sei das Handwerk.

Verschiedene Modelle

Trotzdem: Was tun gegen den Azubi-Mangel? Der Freisinger Kreishandwerksmeister Martin Reiter berichtete von einem Kooperationsmodell mit Bäckereien und Metzgereien, die Jugendliche besuchen können – um in der Praxisluft Lust auf eine Ausbildung zu wecken.

Der Freisinger Berufsschuldirektor Matthias Fischer stellte zwei Neuheiten vor:

Eine Erzieher-Ausbildung im dualen System – halb Berufsschule, halb Praxis. Die Ausbildung verkürze sich so von fünf auf drei Jahre. Zielgruppe sind auch FOS- und Gymnasium-Absolventen, gerne auch männlich.
Ab nächstem Schuljahr gibt es am Freisinger Berufsschulzentrum den neuen Beruf „Fachkraft für Grundschulkinder-Betreuung“. Der Modellversuch kann starten, „wenn der Landkreis mitzieht und wir genügend Schüler finden“, so Fischer. Man will so Fachkräfte für die Kinder- und Jugendhilfe generieren.

Flüchtlinge leisten ihren Beitrag

Die Situation auf dem Ausbildungsmarkt wäre schlimmer, gäbe es die Asylbewerber und Flüchtlinge nicht – das betonte der Erdinger Berufsschuldirektor Dieter Link. So seien von den 51 afghanischen Schülern an der Erdinger Berufsschule bereits 34 in Fachklassen. „Das heißt, sie haben eine Lehrstelle“, so Link. Die Flüchtlinge leisteten also ihren Beitrag, um vakante Stellen zu besetzen. Das bedeute aber auch: „Sie haben sich integriert.“

Schulamtsdirektor Bernhard Kindler machte am Ende deutlich, dass „das Angebot, um Schülern den Übergang von der Schule in den Beruf zu erleichtern, maximal“ sei. Man versuche alles, um Misserfolge zu vermeiden, sprich: Schülern, die wenig geeignet für weiterführende Schulen seien, für Berufe zu begeistern. Kindler: „Viel mehr geht nicht.“

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