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Der aktuelle OB Tobias Eschenbacher mit einer nicht mehr ganz so aktuellen Kamera.

Neue Ausstellung im Bürgerturm

Freisinger Schätze der Foto-Historie

Den Pionieren der Lichtbildkunst in Freising ist die neue Ausstellung der Interessengemeinschaft (IG) Bürgerturm Freising gewidmet. In eine wahre Schatztruhe ist das Graben-Museum zu diesem Anlass verwandelt worden. Viele Freisinger Familien und Nachkommen der ersten in Freising ansässigen Fotografen haben historisches Material aus den letzten beiden Jahrhunderten zur Verfügung gestellt.

Freising– Das Gruppenfoto aus dem Jahr 1912 zeigt eine Gruppe schneidiger Arbeiter, die gerade eine Auszeit von der Arbeit nehmen. Sie sitzen auf Bänken inmitten eines Feldes. Sein Großvater, ein ehemals „königlich bayerischer Saatgutinspektor“ habe diese Aufnahme gemacht , erinnert sich der frühere Chefarzt am Klinikum, Prof. Josef Phillip. Auch sein Vater sei leidenschaftlicher Hobbyfotograf gewesen. Eine Voigtländer Mittelformatkamera sei sein ständiger Begleiter gewesen.

Viele ähnliche solcher historischen Apparate sind in der Ausstellung zu bewundern. Über 30 Jahre lang habe eine Rolleiflex seines Vaters auf dem Dachboden gelegen, erzählt Thomas Straßer aus Freising. Sein Vater, der Inhaber des legendären „Fotoatelier Straßer“ am ehemaligen Ziegeltor, habe sie benutzt. Auch eine portable Klappkamera, die großformatige Aufnahmen lieferte, sei aus dem Nachlass erhalten. Man habe schon mit dem Gedanken gespielt, alle diese Unikate wegzugeben. Doch heute sei man froh über die Erinnerungsstücke. In einem reich geschmückten Rahmen ist auch noch der Meisterbrief seines Vaters aus dem Jahr 1946 bewundern. Ein Briefwechsel zwischen dem bayerischen Königshof und seinem Großvater, Joseph Hoffmann, der das Fotogeschäft am Ziegeltor begründet hatte, sei auch noch erhalten, sagt Thomas Straßer. Darin habe sich „seine Majestät der König“ für Fotos bedankt, die sein Großvater von einer Reise des Königs in den Landkreis geschossen habe. Erich Körber, Oswald Pergamenter, Franz Ress und Jakob Werkmeister sind in der Ausstellung selbstverständlich auch vertreten. „Damals haben sich die Fotografen auch gegenseitig ausgeholfen, erinnert sich Thomas Straßer. „Wenn bei einem der Vergrößerer gestreikt hat, sind sie mit den noch nassen Negativen einfach zum Kollegen gelaufen.“

Bereichert wird die interessante Ausstellung durch historische Fotografien vom früheren Stadtkino an der Bahnhofstraße. Die Familie Fläxl habe sich im Bereich Lichtspiel große Verdienste für Freising erworben, betonte der Sprecher der Interessengemeinschaft, Martin Maier. Wer in der Ausstellung bis zum obersten Geschoss klettert, findet dort eine Bilderwand von zeitgenössischen Aufnahmen. Wer sein Lieblingsbild wählt, nimmt an einem Gewinnspiel teil. Gute Ortskenntnisse sind bei einem zweiten Fotorätsel gefragt. „Wo bin ich zu finden?“ fragen die vielen Figuren, die Freisinger Bürgerhäuser zieren. 

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