Landwirte protestieren mit Traktoren vor der Molkerei Weihenstephan.
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„Da hätte schon etwas mehr kommen dürfen“: Landwirte protestierten am Mittwoch vor der Molkerei Weihenstephan gegen die bestehenden Milchpreise. Reaktionen von Konzernseite gab es nicht.

„Die leben von uns“

„Ruinöse Preise“: Landwirte protestieren vor Molkerei Weihenstephan - und werden enttäuscht

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Lautstark haben Landwirte vor dem Areal der Molkerei Weihenstephan gegen die für sie „ruinösen Preise“ protestiert. Vertreter des Konzerns ließen sich nicht blicken.

Freising – Es waren nur etwas mehr als zehn Bauern, die sich am Mittwoch an der Protestaktion in Freising beteiligten, die aber machten sich deutlich bemerkbar. Laut hupend rollten sie mit ihren Traktoren auf den Parkplatz vor dem Werksgelände der Molkerei Weihenstephan, um auf die für sie unzureichenden Milchpreise hinzuweisen. Allein: Es wollte sie kein Konzernvertreter von der Molkerei hören. Niemand kam ans Werkstor, um den Brandbrief anzunehmen.

Freising: Landwirte protestieren vor Molkerei Weihenstephan

Der Protest vor der Molkerei, die zum Müller-Konzern gehört, war Teil einer bundesweiten Aktion, an der sich etliche landwirtschaftliche Verbände beteiligten. Allein in Bayern wurden 20 verarbeitende Betriebe angefahren, um ein Forderungsschreiben zu überreichen.

„Es geht nicht darum, die Betriebe in ihrem Tagesablauf zu behindern“, betonte Rainer Seidl, Vorsitzender des Vereins Landwirtschaft verbindet Bayern. „Es geht darum, die Verarbeiter durch diese Aktion an die Hand zu nehmen, um gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, die die Situation der Bauern verbessert.“

Bundesweite Protestaktion: Bauern schreiben Brandbrief - und fordern höhere Milchpreise

In dem Brandbrief ist die Rede von „wegbrechenden Schlachtkapazitäten“, „ruinösen Preisen für Rinder und Schweine“, aber auch von „Milchpreisen, die gerade mal noch zwei Drittel der Kosten decken“. Korbinian Wildgruber, Landwirt aus Haxthausen, berichtete, dass er einen tierwohlgerechteren Stall gebaut habe. „Aber das ist bei den bestehenden Preisen kaum finanzierbar.“

32 Cent Grundpreis pro Liter zahlt die Molkerei Weihenstephan ihren Lieferanten nach Angaben des LSV. Die Landwirte fordern mindestens 15 Cent mehr. „Die Anforderungen an uns werden immer mehr, nur der Preis bleibt seit 30 Jahren immer gleich“, ärgerte sich Andreas Bertele. Huber schlug vor: „Die Mitarbeiter der Molkerei sollten so bezahlt werden wie wir. Dann würden sie schnell spannen, was das heißt.“

Molkerei Weihenstephan reagiert sehr zurückhaltend - Landwirte wollen wiederkommen

Ein Vertreter des Unternehmens ließ sich nicht blicken. Stattdessen wurde einem der Demonstranten am Empfang gesagt, man solle das Schreiben vor das Werksgelände ablegen. Es werde dann schon geholt. „Da hätte etwas mehr kommen dürfen“, sagte Jakob Felsl vom Bund Deutscher Milchviehhalter. „Schließlich sind wir ihre eigenen Lieferanten. Die leben von uns.“

Möglicherweise reagiert der Konzern aber noch. Die Landwirte haben die Molkerei zu einer Stellungnahme aufgefordert. Am 19. November wollen sie wiederkommen und die Antwort persönlich abholen. Vertrösten lassen wollen sich die Bauern nicht mehr.

Freising: Landwirte fordern von Molkerei Weihenstephan Stellungnahme

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