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Baustellen im Zentrum: Radler und Fußgänger im Clinch, jetzt reagiert die Stadt

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Von: Wolfgang Schnetz

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So sollte es sein: Ein Radler schiebt durch die Freisinger Innenstadtbaustelle. Doch viele kümmert die derzeitige Situation nicht. Sie steigen nicht ab und machen so den Fußgängern das Leben schwer. © Lehmann

Die Innenstadtsanierung sorgt in der Freisinger Innenstadt für viele Baustellen - und Konflikte. Immer wieder geraten Verkehrsteilnehmern aneinander.

Freising – Die heiße Phase beim Freisinger Innenstadtumbau hat begonnen: Unaufhaltsam rücken die Baustellen von der Unteren Hauptstraße in Richtung Marienplatz vor. Während die Pflaster-Teams schwitzen, steigt auch vielen Freisingern die Hitze auf, weil die engen Fußgängerfurten und Übergänge zu unliebsamen Begegnungen führen. Vor allem Radler, die nicht absteigen und die Baustellen-Rampen als Geschicklichkeitsparcours missverstehen, kommen den Fußgängern in die Quere. Einige Betroffene haben sich ans FT gewandt: „So geht es nicht weiter“, war unisono deren Urteil.

Jetzt nimmt auf Anfrage des FT Stadtpressesprecherin Christl Steinhart dazu Stellung: „Generell freuen sich die Stadt Freising, die Polizeiinspektion und die Aktive City Freising (ACF), dass viele Freisinger aufs Rad umsteigen und gerade beim sommerlichen Wetter per Velo die Innenstadt besuchen.“ Immerhin könne man mit Rad „flexibel auf die aktuelle Baustellensituation reagieren und bequem möglichst nah ans gewünschte Ziel vorfahren“.

Appell der Stadt: Nehmt Rücksicht aufeinander!

Aber: „Die Baustellen und die damit verbundene Führung der Passanten stellen oft eine Einschränkung dar.“ Für jeden wird’s also eng. Die am Bau Beteiligten seien laut Steinhart aber „stets wirklich bemüht“, angepasst an die jeweils aktuelle Baustellensituation den besten Weg zu finden und passierbar zu halten, um sowohl die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer als auch den Verkehrsfluss zu gewährleisten. Wegeführung wie Sicherungs- und Sicherheitsmaßnahmen würden laufend zwischen Stadt und Polizei unter Einbindung der ACF besprochen, hinterfragt, abgestimmt und bei Bedarf „umgehend“ optimiert.

Regelmäßig würden dazu Besprechungen und Ortstermine abgehalten. Doch ohne gegenseitige Rücksichtnahme gehe es eben nicht. Deswegen appellieren laut Steinhart „Stadtverwaltung, die Polizeiinspektion, Aktive City Freising und die ausführenden Firmen an alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere in den Baustellenbereichen um besondere gegenseitige Rücksichtnahme“. Ganz wichtig: „Radfahrer müssen in Engstellen, insbesondere auf den kleinen Überführungen absteigen und schieben.“

Zeit der Baustellen als Eingewöhnung für Verkehrsberuhigung

Auch wenn es immer wieder Kontrollen gebe: „Zu überprüfen ist eine strikte Einhaltung dieses Gebots, das sich jedem Verkehrsteilnehmer allein aufgrund der baustellenbedingten Engpässe wie selbstverständlich erschließen sollte, nicht lückenlos“, merkt Steinhart an. Dass rücksichtslose Radler „wann immer möglich“ von Stadtverantwortlichen vor Ort auf ihr Fehlverhalten angesprochen werden, verstehe sich laut Steinhart „von selbst“. 

Steinhart betont: „Da fast die gesamte Innenstadt nach dem Umbau als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen wird, kann die Zeit der Baustellen als Eingewöhnungsphase verstanden werden, in der sich alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt miteinander den Verkehrsraum teilen, und der Schwächste Vorrang genießt.“

Stadtsprecherin: Fußgänger sollen selbstbewusst sein

Die Stadtpressesprecherin hat auch einen Tipp für Passanten parat: „Die Fußgänger sollten sich wirklich behaupten und den ihnen zustehenden Platz selbstbewusst einnehmen. Generell hilfreich wäre es, sich in die anderen Verkehrsteilnehmenden hineinzuversetzen und einmal durch die jeweils andere Brille zu schauen.“ Mit Aufmerksamkeit und Blickkontakt ließen sich Konflikte meist im Vorhinein vermeiden. 

Steinhart abschließend: „Rücksicht zu nehmen und auch mal einem anderen Verkehrsteilnehmer Vorrang zu schenken, trägt nicht nur zur generellen Entspannung bei, sondern kann auch Freude bereiten – nicht selten bekommt man im Gegenzug ein Lächeln zurück.“

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Dass Kosten der Innenstadtsanierung auf Anwohner übertragen werden sollten, hat dazu geführt, dass die Freisinger gegen die Straßenausbaubeitragssatzung mobil gemacht haben. Inzwischen wurde die Strabs abgeschafft. Für Härtefälle, die zuvor noch zahlen mussten, gibt es jetzt Hoffnung. Die Heiliggeistgasse ist die Straße, die im Rahmen der Innenstadtsanierung als erstes erneuert wurde. Doch für die Anwohner hat sich nicht alles verbessert, wie mehrere Starkregenfälle zeigen. Für blinde Meschen sind die Baustellen in der Innenstadt besonders verhängnisvoll. Ein Betroffener fordert Verbesserungen.

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