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Freisinger Mädchen (10) missbraucht: Ehefrau ahnte pädophile Ader des Schulbus-Fahrers

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Start ins neue Schuljahr in Thüringen
Der ehemalige Schulbus-Fahrer soll eine Zehnjährige missbraucht haben (Symbolfoto). © picture alliance/dpa / Jens-Ulrich Koch

Fast ein Jahr lang hat ein ehemaliger Schulbus-Fahrer ein Mädchen aus Freising sexuell missbraucht - und gefilmt. Seine Frau ahnte sein dunkles Geheimnis.

Landkreis Freising – Die Ehefrau hatte das dunkle Geheimnis ihres Gatten geahnt. Dem 72-jährigen, ehemaligen Schulbusfahrer werden vor der Jugendkammer des Landgerichts Landshut eine Vielzahl von sexuellen Übergriffen auf eine Schülerin (10) aus dem Landkreis Freising vorgeworfen. Bereits vor seiner Verhaftung hatte die Gattin Verdacht geschöpft und ihn zu einem Psychiater geschickt.

Wie zum Prozessauftakt auf Merkur.de berichtet, hatte der Schulbusfahrer, Vater einer Tochter, 2016 eine damals noch Neunjährige aus dem Landkreis Freising kennengelernt und sich in der Folge mit ihr und ihren Eltern angefreundet. Spätestens ab Januar 2017 bis zu seiner Verhaftung kurz vor Weihnachten soll er das Mädchen in über 30 Fällen zum Teil schwer missbraucht haben. Zudem fertigte er an die 90 Videos und über 500 Fotos, auf denen die Schülerin bei Sexualpraktiken zu sehen war.

Ehefrau war mit „Großvatergefühlen“ des Gatten nicht einverstanden

Zum Prozessauftakt hatte der 72-Jährige, der zuletzt vor seiner Pensionierung bei einer Münchner Behörde arbeitete und sich danach mit dem Schülertransport per Kleinbus ein Zubrot verdiente, ein weitgehendes Geständnis abgelegt und erklärt, dass er sich bei der Zehnjährigen als eine Art „Großvater“ gefühlt habe. Er sei von dem Mädchen fasziniert gewesen, habe es geliebt. Die Fotos und Videos habe er „zur Erinnerung“ gemacht – nicht etwa, um sich sexuell zu erregen.

Bei seiner Aussage hatte der Rentner auch eingeräumt, dass seine Ehefrau mit seiner „Großvaterrolle“ für das Mädchen nicht einverstanden gewesen sei, insbesondere, nicht damit, dass er es mit nach Hause gebracht habe. „Kommt sie schon wieder, das geht so nicht weiter“, habe sie geschimpft.

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Bevor es zu einer echten Sexualtherapie kam, wurde der Rentner verhaftet

Aber nicht nur das: Wie ein Pfaffenhofener Psychiater in seiner Zeugenaussage bekundete, habe die Ehefrau offenbar Verdacht geschöpft, dass er pädophil sei, und ihn deshalb in seine Praxis geschickt. Zu einer echten Sexualtherapie sei es dann aber wegen der Verhaftung des 72-Jährigen nicht mehr gekommen. Bei einigen wenigen Gesprächen habe der Angeklagte auch von seinen „Großvatergefühlen“ für die Schülerin gesprochen. „Er hat eine sexuelle Motivation abgestritten, aber ich habe ihm nahe gelegt, die Reißleine zu ziehen.“

Die Mutter des Opfers bekundete, man habe sich vom Kennenlernen an eigentlich gut verstanden, ihre Tochter habe in dem Rentner tatsächlich so etwas wie ihren Großvater gesehen. Aufgrund von „komischen WhatsApp-Nachrichten“ seien sie und ihr Mann zwar misstrauisch geworden, auf Nachfragen habe die Tochter aber immer wieder gesagt, dass nichts Schlimmes passiere. Nach der Verhaftung des Rentners habe die Zehnjährige nur mit der Polizei reden wollen. Erst später habe sie dann erzählt, dass sie „die Hose runter machen musste“. Ihre Leistungen in der Schule hätten unter den Vorkommnissen nicht gelitten, berichtet die Mutter weiter. Allerdings sei sie inzwischen viel aggressiver als früher und auch sonst verhaltensauffällig. Deshalb sei eine psychotherapeutische Behandlung beabsichtigt.

Im Verhandlungsverlauf erklärte sich der Rentner inzwischen bereit, dem Mädchen ein Schmerzensgeld im unteren fünfstelligen Bereich zu zahlen. Der Prozess wird am 4. Oktober mit Gutachten-Erstattungen fortgesetzt. Geplant sind dann auch die Plädoyers und das Urteil.

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Walter Schöttl

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