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Mit Schutt übersät sind die Räume im alten Klerikal-Haus, das am Dienstag von den Freisinger Räten unter die Lupe genommen wurde. Bauforscherin Eva Fritz (hinten r.) gab Erläuterungen.

Stadträte besichtigen Klerikalhaus in der Fischergasse

Besonders alt, besonders wertvoll

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Freising - Abreißen! Das ist der erste Gedanke, der einem kommt, wenn man das Haus an der Fischergasse 2 betritt. Doch das Klerikalhaus ist ein Denkmal und über 600 Jahre alt. Die Stadt muss was tun.

„Das Haus schaut schlimmer aus als es von der Tragstruktur her ist.“ Das sagt Bauforscherin Eva Fritz. Und sie muss es wissen, schließlich hat sie das Gebäude Fischergasse 2 genauestens untersucht. Und auch wenn es die Stadträte, die am Dienstag das Gebäude betreten durften, kaum glauben können: Das Haus ist ein ganz besonderes.

In mehreren Schichten hängen die Tapeten von den Wänden. Darunter zeigt sich feuchtes Mauerwerk.

Schutt überall, Tapeten hängen in Schichten von den Wänden, Löcher in den Böden, die Fenster kaputt, kaum Türen, ein modriger Geruch. Und doch ist das Haus, das die Freisinger als „Uth-Haus“ kennen, ein Einzeldenkmal. Es stammt aus dem Jahr 1399, ist damit eines der ältesten Häuser Freisings und unbedingt zu erhalten. Zumal das Gebäude so, wie man es heute sieht, „etwas ganz Besonderes“ sei, wie Fritz erklärt: Es ist ein Blockbau. Sprich: 1491 wurde zwischen Erdgeschoß und Dachstuhl ein weiteres Geschoß aus querliegenden Holzbalken eingeschoben. Die Putze stammen teilweise noch aus der Barockzeit, berichtet Fritz den Stadträten weiter, die sich schon etwas verteilen müssen, damit der Boden im ersten Stock das Gewicht tragen kann.

Graffittis in den Räumen zeugen von so manchem ungebetenen Gast, der ins Klerikalhaus einstieg.

„Wir haben schon massive statische Probleme“, schildert Hochbauamtsleiter Robert Naujokat die Situation. Und noch etwas ist besonders, allerdings typisch für ein Haus aus dem 14. Jahrhundert: Es besitzt ein Rauchdach, durch das die Küchendünste und der Qualm der Heinzung direkt entwichen. Denn: Kamine waren zu dieser Zeit noch gar nicht erfunden, erläutert Fritz. Worauf Fritz auch Wert legt: Das Gebäude, das also laut dendrochronologischer Untersuchungen aus dem Hochmittelalter stammt, sollte nicht mehr nach dem letzten Bewohner „Uth-Haus“ genannt werden, sondern seiner ursprünglichen Funktion entsprechend „Klerikalhaus“. Die Stadträte tragen zum Großteil eher skeptische Mienen zur Schau. Manchen ist die Statik des Gebäudes so suspekt, dass sie den ersten Stock schnell lieber verlassen und auf „sicheren Boden“ zurückkehren. 

Nach der Besichtigung des Hauses, dessen Abriss vor drei Jahren schon beinahe beschlossen war, das dann aber zum Einzeldenkmal erklärt wurde, ist allen Stadträten klar: Die Sanierung des Gebäudes wird nicht billig werden. Angesichts der bereits beschlossenen Maßnahmen fragen sich die Stadträte schon, woher das Geld dafür kommen soll. Und vor allem: Welche Nutzung sei denn für das dann sanierte Haus an der Fischergasse vorzusehen? Und noch etwas ist klar: Es ist noch ein weiter und langer Weg, bis das Klerikalhaus wieder gefahrlos zu betreten sein wird.

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