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Bezahlbares Wohnen – das ist in Freising ein heißes Eisen: Volker Zinkernagel (Mieterverein), Monika Ludwig (Verdi Flughafenregion) und Bürgermeisterin Eva Bönig diskutierten gestern im Gr ünen Hof. Einige Bürger ließen Dampf ab. 

Bezahlbares Wohnen in der Flughafenregion

Verdi nimmt Großfirmen und Kommunen in die Pflicht

Freising - Nicht nur bezahlbarer Wohnraum fehlt in der Region – sondern Wohnraum generell. Verdi sieht hier Kommunen und große Arbeitgeber in der Pflicht – und appelliert an deren soziale Verantwortung.

Früher, da hätten große Arbeitgeber wie die Firma Schlüter noch eigene Werkswohnungen gebaut. Heute sei das nicht mehr so. Aber das müsse sich wieder ändern. Das war die Botschaft, die die Gewerkschaft Verdi und die eingeladenen Redner beim Frühschoppen gestern im Grünen Hof transportieren wollten. Eine Schar Zuhörer waren gekommen, um sich über „Bezahlbares Wohnen in der Flughafenregion“ zu informieren. Und um ihren Ärger abzulassen.

Freisings Bürgermeisterin Eva Bönig erinnerte daran, dass die Stadt Freising im Besitz von derzeit 1102 Wohnungen sei, die zu bezahlbaren Preisen nach einkommensorientierter Förderung vermietet seien. Und die Stadt habe ein 100-Millionen-Euro-Projekt zur Sanierung und zum Neubau dieser Wohnungen aufgelegt, baue demnächst in Lerchenfeld 90 weitere solcher Wohnungen. Politisch zu steuern, dass es auch bezahlbare Eigenheime geben könne, sei nach der Aushebelung des Einheimischenmodells durch die EU sehr schwer, ergänzte Bönig. Während die Stadt also viel tue, sei es an der Zeit, dass auch große Arbeitgeber – vor allem die FMG – ihrer sozialen Verantwortung gerecht würden und Wohnraum für ihre Beschäftigten schaffen.

Ein Vertreter der FMG versicherte, dass der Flughafen „in den kommenden Jahren“ rund 600 Wohnungen errichten werde – vornehmlich auf eigenen Grundstücken.

Die Forderung an die Flughafengesellschaft, für Wohnraum zu sorgen, hatte auch Volker Zinkernagel, der Vorsitzende des Mietervereins Freising, mitgebracht. Zinkernagel setzte sich zudem für die Mietpreisbremse und in der Stadt Freising auch für einen qualifizierten Mietspiegel ein.

Verdi-Gewerkschaftssekretärin Claudia Weber schließlich sah Kommunen und Firmen in der Pflicht: Wohnraum – das sei Daseinsvorsorge, dafür müsse auch in den Kommunen Geld da sein. So könne eine Gemeinde durch Anreize Wohnbaugenossenschaften fördern, so eine Idee Webers. Mietpreisbremse und Mietspiegel brächten nur wenig.

Zwei Bürgerinnen waren vor allem auf die kommunalen Mandatsträger gar nicht gut zu sprechen: Die Stadträte hätten alle ihr Haus und ihre Schäfchen im Trockenen, für „die kleinen Leute“ tue man doch eh nichts.

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