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Freut sich über ihr Erstlingswerk: Franzi Sgoff.

Freude über Erstlingswerk

Einen Lebenstraum erfüllt: Blinde Autorin Franziska Sgoff veröffentlicht Roman

Sie ist begeisterte Bloggerin und hält Workshops zu Blindheit: Nun hat Franzsika Sgoff aus Freising ihr erstes Buch veröffentlicht - und sich damit einen Traum erfüllt.

Freising – Sie ist Jugendbuchautorin, begeisterte Bloggerin und hält Seminare und Workshops zum Thema Blindheit und Barrierefreiheit. Die Rede ist von Franziska Sgoff. Mit dem Schreiben ihres Erstlingswerks „Wozu braucht man Jungs?“hat sich die 22-jährige Attachingerin ihren großen Traum verwirklicht. Seit August ist der Jugendroman nun im Handel erhältlich – eine aufregende Zeit, wie die selbstbewusste Autorin dem Freisinger Tagblatt mitteilte.

Franzi, du machst ja, wie du selber sagst, gerade eine ziemlich aufregende Zeit durch. Was hat sich denn für dich seit der Buchveröffentlichung verändert?

Es kommen viel mehr Leute auf mich zu und sprechen mich auf mein Buch an. Das ist für mich noch ein völlig fremdes Gefühl und jedes Mal wird mir aufs Neue bewusst, dass ich mir tatsächlich meinen Lebenstraum erfüllt habe. Ich wollte nämlich in der Grundschule bereits Autorin werden.

Wie war es, dein Buch das erste Mal in Händen zu halten?

Einfach toll! Die Seiten waren so weich und der Geruch so neu. Anfangs dachte ich, es würde mich vielleicht traurig machen, weil ich es selber nicht lesen kann. Aber das war überhaupt nicht so. Ich war einfach nur glücklich und hätte am liebsten die ganze Welt umarmt.

Worum geht es in deinem Jugendroman?

Es geht um das Erwachsenwerden, schulische Inklusion, Zusammenhalt und Freundschaft. Das Thema Blindheit spielt ebenfalls eine Rolle, genauso wie die erste Liebe und so manches Fettnäpfchen, in das man als Teenager treten kann. Jugendlicher Alltag eben.

„Mein größter Wunsch wäre eine Lesung mitten im Wald“

Stehen schon Termine für Lesungen fest?

Oh, ja und da freue ich mich auch schon riesig darauf.

An welchem Ort würdest du am liebsten eine Lesung halten?

Mein größter Wunsch wäre eine Lesung mitten im Wald. Das könnte ich mir sehr gut vorstellen. Um mich herum nette Zuhörer und alle essen wir Schokolade. Eine Lesung im Dunkeln würde mir auch Spaß machen. Da bin ich tatsächlich fleißig auf der Suche nach passenden Locations.

Arbeitest Du schon an einem Folgetitel?

Sagen wir mal so, meine virtuelle Schublade ist gut gefüllt mit Ideen und ein bisschen angefangen habe ich auch schon. „Wozu braucht man Jungs“ erscheint bald in Blindenschrift.

Wann ist es denn soweit?

Das dauert noch ein bisschen, aber spätestens zur Leipziger Buchmesse 2020 ist es verfügbar. Mir ist es unglaublich wichtig, dass auch blinde Menschen dieses Buch lesen können. Blindheit nimmt schließlich einen großen Raum in meinem Buch ein, auch wenn es aus Sicht einer Sehenden geschrieben ist. Bücher in Blindenschrift sind schwer zu produzieren, das Ganze ist unglaublich aufwändig und es gibt auch nicht viele solcher Bücher.

„Wichtig ist mir, authentisch zu bleiben“

Du stehst ja seit einiger Zeit immer wieder in der Öffentlichkeit. Magst du diesen Rummel um deine Person?

Ich genieße das jetzt erst mal. Wichtig ist mir, authentisch zu bleiben.

Franzi, du bist blind, da stößt man manchmal sicher an seine Grenzen. Und doch traust du dich mehr als so manch anderer. Welchen Rat möchtest du Menschen mit Handicap mitgeben?

Man soll seinen Traum leben und versuchen, ihn auf irgendeine Weise zu verwirklichen. Eigentlich ist man doch meistens selber derjenige, der sich die Grenzen steckt. Es erleichtert die Sache natürlich ungemein, wenn man zusätzlich Menschen hat, die hinter einem stehen.

Neben Deiner Schriftstellertätigkeit bloggst du über das Thema Blindheit und die sich ergebenden Schwierigkeiten damit. Wie kommt‘s?

Bloggen macht mir einfach Spaß und ich schreibe auch nicht nur über ernste Themen. Nein, auf meiner Seite finden sich auch Geschichten über meinen Alltag, oder meinen kleinen Neffen. Alles was mich gerade beschäftigt.

„Stress gibt es bei mir nicht“

Du bist Autorin, Bloggerin und Seminarleiterin zum Thema Barrierefreiheit. Das ist eine ganze Menge. Wie bringst du das denn alles in deinen Tag unter?

Das frag ich mich auch manchmal. Am effektivsten arbeite ich auf den letzten Drücker. Das klappt ganz gut und auf Seminare bereite ich mich nicht großartig vor. Das macht mich nervös. Ich spreche lieber frei und agiere spontan. Stress gibt es bei mir so gesehen nicht und wenn, dann ist er selbst gemacht.

Was machst du, wenn du nicht gerade schreibst?

Na das, was jede andere junge Frau auch macht.

Rosi Strasser

Gut zu wissen

  • „Wozu braucht man Jungs“ (Schwarzbuchverlag). Für Leser ab zwölf Jahren. Preis: 14 Euro. Erhältlich über Amazon und auf Bestellung in Buchhandlungen
  • Lesungstermine: 11. Oktober, 15 Uhr: MOP Mania, Integrativer Jugendtreff, München; 18. Oktober, 18 Uhr: „Das Laimer“ Jugendzentrum; 25. Oktober, 18 Uhr: Stadtbücherei Freising

Lesen Sie auch: Barrierefreiheit im Internet: Im Kreis Freising gibt es noch viele Hürden

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