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Wegen Körperverletzung muss sich ein 24-Jähriger verantworten. Nun wurde der Mann verurteilt.

Er muss ins Gefängnis

Brutale Attacken auf Freundin und Kind: 24-Jähriger wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt

Eine Frau (23) aus Freising ist von ihrem Freund geschlagen und misshandelt worden, auch vor ihrem Kind machte er nicht Halt. Nun wurde der Mann verurteilt.

Landkreis – Für seine brutalen Attacken auf seine Freundin und deren kleines Kind muss ein Mann aus Erding ins Gefängnis. Allerdings fiel die Freiheitsstrafe milder aus als in dem zuvor angebotenen Deal, den der 24-Jährige im Herbst 2020 ausgeschlagen hatte.

In den meisten Punkten stand Aussage gegen Aussage

Am Ende war es „eine Frage der Beweiswürdigung“, sagte Vorsitzende Richterin Inken Bouabe in der Urteilsbegründung. Sieben Verhandlungstage lang hatte sich die dritte Strafkammer des Landgerichts Landshut mit der „problembehafteten Beziehung“ zwischen dem Angeklagten und seiner 23-jährigen Freundin aus dem Landkreis Freising auseinandergesetzt. Der gebürtige Kubaner hatte sich wegen einer Vielzahl an Straftaten gegenüber seiner Ex-Freundin vor dem Landgericht zu verantworten. In den meisten Punkten stand es Aussage gegen Aussage.

Am Freitag wurde der 24-Jährige nun wegen gefährlicher Körperverletzung, vorsätzlicher Körperverletzung, Beleidigung, Hausfriedensbruch und Verstoßes gegen das Gewaltschutzgesetz zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt. Im Übrigen wurde er freigesprochen. Der 24-Jährige hat damit einen Teilerfolg erzielt: Hätte er vergangenen Dezember einer Verständigung vor dem Schöffengericht des Amtsgerichts zugestimmt, hätte er eine Gesamtfreiheitsstrafe von rund dreieinhalb Jahren bekommen. Eine Aussetzung der Freiheitsstrafe zur Bewährung war für die Kammer aufgrund der zahlreichen Vorstrafen nicht mehr in Frage gekommen.

Angeklagter bestritt fast alle Vorwürfe - und schwieg dann hartnäckig

Bis auf eine Rangelei mit der Mutter seiner Tochter hatte der Erdinger die Vorwürfe vor dem Amtsgericht bestritten. Das Verfahren wurde daher an das Landgericht verwiesen. Hier hatte der Angeklagte hartnäckig geschwiegen, was eine aufwendige Beweisaufnahme zur Folge hatte. Etliche Anklagepunkte, wie ein Fall der Vergewaltigung, wurden im Verlauf des Verfahrens aber eingestellt.

Von einer zweiten zur Last gelegten Vergewaltigung wurde der 24-Jährige am Freitag freigesprochen. Die Geschädigte habe in den zahlreichen Vernehmungen und vor Gericht zu diesem Vorfall kein Kerngeschehen wiedergeben können, hieß es zur Begründung. Ansonsten habe man die Geschädigte als glaubwürdig erachtet.

Vater musste Angriffe am Telefon mitanhören

Abgehoben hat sich laut Bouabe die angeklagte Tat vom 1. März 2020. An dem Tag war es in der Wohnung der Friseurin zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung gekommen, nachdem der Angeklagte die Wohnung entgegen dem Willen seiner Ex-Freundin betreten hatte. Hier standen dem Gericht weitere Beweismittel und Zeugenaussagen zur Verfügung.

Der Vater des Opfers hatte am Telefon mitanhören müssen, wie seine Tochter bedroht und geschlagen wurde. Ein Nachbar bekundete vor Gericht ein lautes Knallen. Zudem hatte er die Verletzungen der Frau gesehen, weil sie sich mit ihren Kindern zu ihm geflüchtet hatte. An dem dreijährigen Buben, dem der Angeklagte laut Urteil auch in den Bauch getreten haben soll, hatten Ärzte einen Tag nach dem Vorfall ein großes Hämatom im Gesicht und eine Verletzung am Fuß festgestellt.  

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