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Komplett kahl gefressen: Der Buchsbaumzünsler ist über den Freisinger Waldfriedhof hergefallen. Von den ehemals grünen Blättern der Pflanze ist nichts mehr übrig.

Experte gibt Tipps

„Bedrohung ist da“: Buchsbaumzünsler sucht Waldfriedhof Freising heim

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An der Stätte der letzten Ruhe gibt er keine Ruhe: Der Buchsbaumzünsler hat den Waldfriedhof in Freising befallen - auch Gräberpflanzen. Ein Experte gibt Tipps zur Entsorgung.

Freising – Er ist grün, klein und gemein: der Buchsbaumzünsler. Jetzt ist das Insekt über den Freisinger Waldfriedhof hergefallen. Die Verantwortlichen sehen mittelfristig nur eine Möglichkeit: Der Buchs muss weichen.

Seit der Buchsbaumzünsler Anfang der 2000er Jahre aus Ostasien eingeschleppt worden ist, macht der Kleinschmetterling Gärtnern das Leben schwer. Das Problem: Die grünen Raupen mit schwarzen und weißen Streifen fressen den Buchs kahl. Ist die Pflanze extrem stark befallen, können Triebe oder sogar der ganze Buchs absterben. Die Schäden, die das Insekt anrichtet, sind enorm.

Buchsbaumzünsler: Nicht nur städtische Flächen betroffen

Auf dem Freisinger Waldfriedhof habe der Stadtgärtner den Buchsbaumzünsler auf den städtischen Flächen gefunden, berichtet Rupert Widmann, Hauptamtsleiter der Stadt Freising. Mittelfristig gebe es nur eine Alternative: „Die Buchsbäume kommen weg. Sie werden durch andere Pflanzen ausgetauscht.“ Die Bekämpfung sei schlicht zu aufwendig.

Natürlich befällt das Insekt auf dem Friedhof nicht nur städtische Flächen, sondern auch Buchsgewächse, die auf den privaten Gräbern gepflanzt sind. Entsprechende Anweisungen, den Buchs zwingend zu entfernen, könne die Stadt allerdings nicht aussprechen, sagt Widmann. „Die Bepflanzung der Gräber im Rahmen der Friedhofssatzung ist den Grabbesitzern freigestellt.“ Ob der Buchs aufgegeben oder der Schädling bekämpft wird, bleibe jedem selbst überlassen.

Wer soll die Tiere am Waldfriedhof aufhalten?

So oder so: Um Rückfälle zu vermeiden, sollten Tiere und befallene Pflanzen richtig entsorgt werden. „Sie gehören nicht in die eigene Kompostanlage. Dort überleben die Raupen und werden zu Schmetterlingen“, erklärt Johannes Hofmann. Der Abfallberater des Landkreises betont: „Die Bedrohung ist da.“ Im vergangenen Jahr seien die Schädlinge im Landkreis „massiv“ aufgetaucht. Hofmann sagt: „Und heuer geht es weiter. Denn wer soll die Tiere aufhalten?“

Eindämmen könne man die Plage nur, indem man die Tiere rigoros entferne: an den jeweiligen Sammelplätzen der Städte und Gemeinden. „Dort stehen entweder Boxen, die alle viertel bis halbe Jahre geleert werden, oder Container, die meist sehr häufig geleert werden“, sagt der Fachmann. Diese landeten schließlich im Müllofen in München oder – bei großen Mengen – in den Kompostieranlagen in Eitting oder Pulling.

Spezielle Säcke für den Buchsbaumzünsler

Wer nur mit kleinen Mengen zu kämpfen hat, könne sie in einen Müllsack packen, diesen fest zuschnüren und im Restmüll entsorgen, sagt Hofmann. Wichtig: Fällt dabei trotzdem mehr Müll an, als in die Tonne passt, sollte die Tüte nicht einfach daneben stellen. „Die Müllabfuhr darf das gar nicht mitnehmen.“ Besser sei es, spezielle Müllsäcke bei der Gemeinde zu kaufen: graue Säcke mit der Aufschrift Heinz, dem Unternehmen, das im Landkreis für die Müllabfuhr zuständig ist. „Ein Sack kostet 2,50 Euro – da ist die Müllgebühr gleich dabei“, erklärt Hofmann. Richtig entsorgt könne der Buchsbaumzünsler keinen Schaden mehr anrichten.

Der Waldfriedhof bereitet der Stadt in diesem Jahr des Öfteren Sorge. SchonAnfang des Jahres musste die Ruhestätte gesperrt werden. Im vergangenen Jahr war hier eine Seniorin belästigt worden. Heimgesucht wurde auch der Friedhof in Wang. Hier machten Angehörige einen grausigen Fund.

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