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Viele Radfahrer, viele Pkw, enge Straßen: in der Kreisstadt Freising gilt oft das Recht des Stärkeren.

3000 Unterschriften benötigt

„Lage ist katastrophal“: Bürgerbegehren „Radentscheid Freising“ gestartet

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Der Startschuss für das überparteiliche Bürgerbegehren „Radentscheid Freising“ ist gefallen. Nun benötigen die Initiatoren 3000 Unterschriften, um ihre Ziele zu verfolgen.

Freising – Wenn im Mai der neue Freisinger Stadtrat seine Arbeit aufnimmt, dann soll er gleich „ein massives Mandat“ von der Freisinger Bürgerschaft mitbekommen: Am Mittwoch hat man das überparteiliche Bürgerbegehren „Radentscheid Freising“ gestartet, das fünf Ziele formuliert, die die Stadt künftig zu verfolgen hat.

3000 Unterschriften für das Bürgerbegehren

Rund 3000 Unterschriften brauchen die Initiatoren jetzt. Wieso dieses Bürgerbegehren? Weil Argumente, man könne aufgrund von Sachzwängen den Radfahrern nicht mehr Straßenraum geben, falsch seien, weil man die Prioritäten am Anfang einer Planung so setzen müsse, „dass es am Ende passt“, wie es Professor Karl Auerswald am Mittwoch beim Auftakt im Hofbrauhauskeller formuliert hatte. Am Beispiel der Wippenhauser Straße zeigte Auerswald, wie es eben gerade nicht sein solle. Denn dort, wo es zu wenig Platz gebe, herrsche „Kannibalismus“, gelte das Recht des Stärkeren – und das seien nun einmal Lkw und Pkw, nicht Radfahrer und Fußgänger.

Emilia Kirner fasste das dann so zusammen: „In Freising ist die Lage katastrophal.“ Es gehe aber auch anders. Kirner stellte Kopenhagen als glänzendes Beispiel vor, wo man es mit vielen Maßnahmen geschafft habe, den Pkw-Verkehr zwischen 2008 und 2016 um 57 Prozent zu senken und den Radfahrer-Anteil im Pendlerverkehr auf 62 Prozent zu erhöhen. Und in Kopenhagen würden im Winter auch zuerst die Radwege geräumt, dann erst die Straßen. Was man von Kopenhagen also lernen könne? Platzsparende Verkehrsträger fördern und die gefühlte Sicherheit verbessern. Kirner ist neben Theresia Endriß und Jürgen Maguhn auch eine der drei Vertreter des Bürgerbegehrens, die drei Stellvertreter heißen Auerswald, Hartmut Binner und Klara Wrusch.

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Fünf Ziele gesetzt

Im Text des Bürgerbehrens sind fünf Ziele aufgelistet:

  • Es geht um die Qualität von Radwegen, die an Gemeindestraßen ohne 30 km/h-Regelung eine Mindestbreite von 2,3 Meter aufweisen sollen,
  • um ein lückenloses Netz aus optisch hervorgehobenen „Rad-Vorrangrouten“,
  • um die Gestaltung von Kreuzungen und Einmündungen, die freie Sicht für und auf den Radverkehr garantieren sollen,
  • um überörtliche Radschnellwege für den Pendlerverkehr,
  • und es geht um den Ausbau von Fahrradabstellmöglichkeiten.

Wer das Bürgerbegehren unterzeichnet (und das dürfen alle, die in der Stadt Freising wahlberechtigt sind), fordert von der Stadt, diese fünf Ziele für einen attraktiven, leistungsfähigen und sicheren Radverkehr „verkehrspolitisch voranging“ zu verfolgen, dazu geeignete Maßnahmen bis zum Jahr 2025 umzusetzen oder zumindest die notwendigen Antragsunterlagen einzureichen.

Kfz-Fahrspuren umwidmen

Prioritär sollen diese Maßnahmen durch Umwidmung von Kfz-Fahrspuren oder Parkplätzen und gegebenenfalls auch zulasten der Leistungsfähigkeit des Kfz-Verkehrs umgesetzt werden, heißt es in der Vorrede zum Text des Bürgerbegehrens. Oder, wie es Maguhn ausrückte: Man starte das Bürgerbegehren jetzt, weil man wolle, dass diese Dinge „sofort“ umgesetzt werden, nicht erst, wenn die Westtangente und die B 310-Nordostumfahrung fertig seien. 

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