Leon Eckert, Bundestagskandidat der Grünen für 2021
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„Ich werde mich ins Zeug legen“: Leon Eckert will für die Grünen in den Bundestag.

Leon Eckert setzt sich in Wahl gegen Konkurrenten durch

Bundestagswahl: Grüne Freising haben ihren Kandidaten nominiert

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Leon Eckert soll für die Grünen in den Bundestag einziehen. Bei der Nominierungsversammlung sagte er, er wolle in Berlin Grenzen sprengen.

Freising – 25 Jahre jung und ein klares Ziel: „Ich will nach Berlin.“ Leon Eckert ist der Mann, der für Bündnis 90/Die Grünen in den Bundestagswahlkampf ziehen wird. Bei der digitalen Aufstellungsversammlung am Samstagnachmittag setzte sich der dritte Bürgermeister von Eching gegen Martin Heyne (42) aus Kirchdorf mit 86 zu 26 Stimmen durch. Dass er nun im Wahlkreis 214 möglichst viele Stimmen für die Grünen sammeln darf, davon zeigte sich Eckert „überwältigt“. Blumen gab’s freilich für beide Bewerber.

Es seien „sehr andere Umstände“, unter denen die Versammlung stattfinde, ein „sehr unübliches Format“, begrüßte der Freisinger Kreisvorsitzende Maximilian Breu die Mitglieder „an den Bildschirmen“. Doch auch wenn Demokratie gelebter Austausch sei, wolle man mit der virtuellen Aufstellungsversammlung die Demokratie feiern. Und zur Demokratie gehört die Wahl.

Klimaschutz: Eckert will in Berlin Grenzen sprengen

Die hatten die Mitglieder denn auch am Samstag, weil sich zwei Bewerber um die Kandidatur für den Bundestag gemeldet hatten: Leon Eckert, Kommunalreferent, Student, Sprecher des Ortsverbands Eching, seit 2014 Gemeinderat, seit 2020 Kreisrat und 3. Bürgermeister, und Martin Heyne, schon in Brandenburg Mitglied der Grünen, seit 2017 im Landkreis Freising, Fraktionsvorsitzender und Sprecher der Grünen in Kirchdorf.

75 Minuten nahmen die Formalia der digitalen Versammlung in Anspruch, bevor beide Bewerber jeweils sieben Minuten Zeit hatten, sich den Teilnehmern vorzustellen. Eckerts Überzeugung: Der Wechsel in Berlin sei notwendig und möglich, um endlich den Klimawandel aufzuhalten. Man brauche „wirkliche Veränderungen“, mit den „Zögernden“ werde es nie gelingen, das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Da könne man auf kommunaler Ebene noch so viele Beschlüsse fassen, das helfe wenig, wenn in Berlin der Focus weiterhin auf Straßen und Autos liege.

Er wolle nach Berlin, um dort die Grenzen zu sprengen, auch um die Gewerbesteuer zu reformieren, das Gesundheitssystem gut „auszufinanzieren“, den Breitbandausbau zu forcieren und den Flächenverbrauch einzuschränken. Und: „Ich weiß, wie man Themen voranbringt, und wie man Menschen mitnimmt.“ Eckert versprach, eine „progressive Vertretung des Landkreises in Berlin“ zu sein. Dass er aufgrund seines Alters vielleicht nicht ernst genommen werde, diese Angst hat Eckert nicht: „Ich werde gut vorbereitet sein und mich ins Zeug legen. Dann müssen sie mich ernst nehmen.“

Auch Gegenkandidat spricht Klartext

Ganz ähnlich der Ansatz von Heyne: Er beschäftige sich seit zehn Jahren mit dem Klimawandel, habe in Kiribati beispielsweise die konkreten Auswirkungen des Klimawandels erlebt. Es müsse jedem klar sein: „Was wir im Wahlkreis tun und in Berlin verabschieden, hat Auswirkungen auf die ganze Welt.“ Wirtschaft müsse den Wettbewerb fördern, dürfe aber nicht „entarten“. Heyne sah jetzt einen „Scheidepunkt“, jetzt könne es gelingen, „den Wahlkreis grün zu machen“.

Sein Ziel sei klar: Er wolle im September das Direktmandat erringen, den Wahlkreis 214 „in Grün drehen“. Mit der CSU werde es keine Bewegung und Veränderung geben, so Heyne über den amtierenden Bundestagsabgeordneten Erich Irlstorfer, der es sich Zuhause und dort in seinem Büro „bequem gemacht“ habe und von dort aus eine „sehr bequeme Politik“ betreibe. Um freilich den Wahlkreis 214 für die Grünen zu erobern, müsse man nach dem Vorbild von Winfried Kretschmann alle Wählerschichten ansprechen. Und da, so die Hoffnung Heynes, könne er ein gutes Angebot für die Wähler sein, „ich hoffe, das beste“.

Eckert setzt sich bei Wahl deutlich durch

Das wird man allerdings nicht erfahren, denn bei der Abstimmung entfielen 86 Stimmen der 117 Stimmberechtigten aus den Landkreisen Freising, Pfaffenhofen und Schrobenhausen auf Eckert, nur 26 auf Heyne. Nun wird noch ein Abstimmungsbrief verschickt, den die Mitglieder bis 10. April zurücksenden müssen, um das virtuelle Ergebnis offiziell zu bestätigen. Am 11. April wird dann ausgezählt und das Resultat offiziell verkündet. Eckert gibt sich schon jetzt kämpferisch: „Ich will nach Berlin.“

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