Innenhof der Stadtbibliothek wird verschönert

Bunte Graffiti statt grauem Beton

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Kunst am Bau bei der Stadtbibliothek? Das Geld fehlte. Ein Gemälde an der gegenüberliegenden Wand? Das gefiel nicht. Nun der dritte Anlauf: ein Graffiti.

Jetzt also doch. Der Kulturfonds macht’s möglich: An der Betonwand im Innenhof der Stadtbibliothek soll Kunst entstehen. Weil die Eigentümerin der Betonwand Grünes Licht gegeben hat, weil die Graffiti-Künstler Christian Leitner und Michael Clazada sich dazu bereit erklärt haben, weil den Stadträten das Projekt gefiel und weil die notwendigen 2140 Euro aus dem Kulturfonds der Stadt zur Verfügung stehen, soll der Platz nun endlich eine künstlerische Aufwertung erfahren. 

Im August soll das Kunstwerk realisiert, im Oktober dann im Rahmen des „mitanand“-Festivals präsentiert werden. Schon der Umbau der früheren Feuerwache an der Weizengasse zur Stadtbibliothek vor vielen Jahren war aufregend und nicht ganz unproblematisch. Und für das eigentlich geplante Kunstobjekt fehlte dann im Endeffekt das Geld. Und auch der Entwurf eine Gemäldes für die gegenüberliegende Betonwand im Innenhof gefiel den Stadträten nicht. Der Stil erinnerte zu sehr an DDR-Propaganda-Kunst- Das Projekt versandete, „dümpelte vor sich hin“, wie Bürgermeisterin Eva Bönig im Kulturausschuss sagte. 

Dort wurde nun ein neuer Anlauf gestartet, die Betonwand zu verzieren und den Innenhof attraktiver zu gestalten: Rosemarie Eberhard (Grüne) stellte den Antrag, den Graffitikünstlern Leitner und Clazada die Anbringung eines Kunstwerks zu gestatten und aus Mitteln des Kulturfonds zu fördern: Als Motiv ist an einen aus verschiedenen Schriftarten zusammengesetzten Schriftzug gedacht, farblich soll das Graffiti an die umgebende Bebauung angepasst werden. Und siehe da: Alle Mitglieder des Kulturausschusses waren froh über diese Idee, standen dem Ansinnen positiv gegenüber. So positiv, dass man sogar statt der von Kulturreferatsleiter Ingo Bartha vorgeschlagenen 1500 Euro Zuschuss aus dem Kulturfonds die gesamte Summe in Höhe genehmigte. Denn wegen 600 Euro zu diskutieren, das wäre doch „kleinlich“, so Karl-Heinz Freitag (FW). Und trotzdem musste man sich ärgern. Über die Verwaltung, besonders über Mathilde Hagl. „Was hat die Kämmerin da für Einwändungen zu machen?“, schimpfte Kulturreferent Hubert Hierl (CSU). Die Graffiti auf Platten zu sprühen, um sie wieder abnehmen zu können, sei doch „peinlich“, so Freitag. Tenor: Man müsse stolz sein, Werke von Graffitikünstlern, die weit über die Region hinaus bekannt seien, zu bekommen. Man müsse die Einstellung zu Graffiti in Freising „entstauben“, meinte Freitag.

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