Auszeichnung mit Applaus: Das Camerloher-Gymnasium Freising trägt nun offiziell den Titel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. Das P-Seminar mit Lehrer Yvo Fischer (l.) hatte das Ganze in die Wege geleitet, Susanne Breit-Keßler (2. v. l.) vom Bayerischen Ethikrat ist Patin des Projekts.
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Auszeichnung mit Applaus: Das Camerloher-Gymnasium Freising trägt nun offiziell den Titel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“. Das P-Seminar mit Lehrer Yvo Fischer (l.) hatte das Ganze in die Wege geleitet, Susanne Breit-Keßler (2. v. l.) vom Bayerischen Ethikrat ist Patin des Projekts.

Auf Initiative eines P-Seminars

Botschafter der Menschenwürde: Camerloher-Gymnasium als „Schule ohne Rassismus“ ausgezeichnet

„Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“: Diesen Titel trägt nun das Camerloher-Gymnasium in Freising.  Damit ist die Arbeit aber nicht getan.

Freising – „Ich bin stolz, Ihre Patin sein zu dürfen!“, betonte Susanne Breit-Keßler, Vorsitzende des Bayerischen Ethikrats, als am Mittwoch dem Camerloher-Gymnasium der Titel „Schule ohne Rassismus, Schule mit Courage“ verliehen wurde. Rassismus und Ausgrenzung haben in dem Freisinger Gymnasium keinen Platz – 95 Prozent der Schülerinnen und Schüler haben sich mit ihrer Unterschrift verpflichtet, sich aktiv gegen jegliches Unrecht zu stellen.

Erinnerungskultur bewahren

Das „Camerloher“ habe sich immer schon dem gepflegten und toleranten Umgang miteinander verschrieben, sagte Schulleiterin Andrea Bliese. Auch deshalb sei sie in der vergangenen Zeit immer wieder mal gefragt worden: Braucht das Camerloher überhaupt so einen Titel? Bliese meint „Ja“, denn fairer Umgang sei nichts Selbstverständliches und müsse auch durch eine stetige Erinnerungskultur bewahrt werden. Wichtig sei ihr vor allem, dass an ihrer Schule Courage gelernt und gelebt werde, damit dieser Mut in die Heranwachsenden hineinwachse, um bei Bedarf „laut zu werden“.

Obwohl das Grundgesetz eine ganz klare Position beziehe, müsse Toleranz vor allem gelebt werden, betonte Landrat Helmut Petz. Die Gesellschaft müsse sich seiner Meinung nach deutlich positionieren und damit klar machen: „Hier ist kein Platz für Rassismus!“ Es brauche mehr Courage, so Petz, und den Mut, eine klare Kante zu zeigen gegen jegliche Art von Intoleranz.

Titel-Verleihung erst der Anfang

Die Idee, sich offiziell als Schule ohne Rassismus positionieren zu wollen, sei in einem P-Seminar entstanden, berichtete die Sprecherin diese Projektseminars, Emily Rudolf. Im September 2019 hätten die Schüler nämlich eigentlich Workshops zum Thema Hate Speech anbieten wollen, allerdings machte ihnen dann Corona einen Strich durch die Rechnung. Um dennoch aktiv zu werden, suchten sie Verbündete und Paten, darunter auch Lehrer Yvo Fischer, und reichten schließlich die Bewerbung ein. Die Titel-Verleihung sei aber erst der Anfang, denn jetzt heiße es für die Schüler mehr denn je zusammenzuhalten. „Heute geben wir uns alle das Wort, dem Rassismus den Kampf anzusagen“, sagte Rudolf.

Auch Schülersprecherin Katharina Suchanek wünschte sich, Menschen immer mit offenen Armen und Herzen zu empfangen. Und Bürgermeisterin Brigitte Mooser-Niefanger betonte: „Es lohnt sich! Sie erweitern damit Ihren inneren Reichtum.“ Denn erst wenn es eine Gleichwertigkeit gebe, resümierte P-Seminarleiterin Silke Hatzinger, könne Verschiedenheit erblühen. Mit diesem Programm zeige die Schule Anstand und entsende die Schüler als Botschafter der Menschenwürde, sagte Susanne Breit-Keßler abschließend.

Richard Lorenz

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