Christian Springer packt auch gerne den Zeigefinger aus.Lehmann

Christian Springer bei der Freisinger Feuerwehr 

Nicht nur zum Lachen...

Freising - Er war nie bei der Freiwilligen Feuerwehr. Weil er aber gerecht ist und alle gleich behandelt, wie er sagt, war er auch nie Ministrant. Am Freitag war Christian Springer dann aber doch bei der Feuerwehr. Bei der Freisinger Feuerwehr. In der Feuerwache 2 gab er ein Gastspiel mit seinem aktuellen Programm „Trotzdem!“

Und weil er bei Floriansjüngern zu Gast war, änderte Springer den Einstieg, war der Anfang mit dem Kabarettisten gar nicht so lustig. Ein paar Mal im Monat ist Springer im Libanon, war auch schon oft in Syrien und in Jordanien. Sein Verein „Orienthelfer“ versorgt bekanntlich den Nahen Osten mit Feuerwehrautos und Feuerwehrausrüstung. Und während Politiker oft diskutierten, seien alle Feuerwehren humanitär eingestellt, würden helfen, ohne lang nachzufragen. Das, so Springer, beeindrucke ihn sehr, dafür sei er sehr dankbar. Und dann erzählte er von einem 36 Jahre alten Rüstfahrzeug, das trotz des Beschusses, trotz Bombenangriffen, trotz neuer Schäden täglich in Syrien rund 15 Einsätze fahre und noch immer Menschenleben rette. Und Springer erzählte, dass im Libanon mit seinen fünf Millionen Einwohnern 1,5 Millionen Flüchtlinge aus Syrien lebten – was so wäre, als würde es in Deutschland 25 Millionen Asylbewerber geben. So fand Springer dann auch den Übergang zu seinem Programm: Eine Million Fremde seien derzeit in Deutschland. Und er sei selbstverständlich dafür, dass die Flüchtlinge Deutsch lernen. Er sei aber auch stark dafür, „dass Deutsche Deutsch lernen“. Und auch wenn Springer immer wieder humorig und lustig die Gegenwart unter die Lupe nahm, wenn er als die eigentlichen Deppen und Verlierer der geplanten Abschaffung des Bargelds die Schafkopfturniere ausgemacht hatte, waren es doch immer wieder die Situation in Deutschland, die Integration und die Flüchtlingsproblematik, die der Kabarettist auch auf der Bühne in der Feuerwache thematisierte. Demaskierend war da vieles, weil Springer den Zuhörern vor Augen führte, wie wenig der Deutsche ja meist von seiner deutschen und abendländischen Kultur wisse. Skurriles Beispiel: die deutsche Nationalhymne. In England geschrieben, an die Engländer verschachert, die Melodie von einem Österreicher nicht mal komponiert, sondern von einem kroatische Liebeslied zu Ehren eines österreichischen Kaisers geklaut, der in Florenz geboren wurde. Entlarvend, und, so betonte Springer, vor allem auch wahr. Und vorher durften alle aufstehen und die eine erlaubte Strophe des Deutschlandliedes singen. Die müsse man schon kennen, so Springer. Denn was sollten die Griechen mit ihren 158 Strophen sagen. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer übrigens sei jetzt – ohne es zu wissen – Imam. Denn er fordere das, was auch Mohammed von den Muslimen fordert: schwimmen lernen. Und das mache ihn laut Koran automatisch zu einem Imam. Außerdem: Schiller? „Ja, das ist der Goethe. Nur der andere“, karikierte Springer munter weiter die deutsche Bildung. Dazu gehöre auch, dass man SPD kenne. „Ja, das war früher mal so eine Partei . . .“

Andreas Beschorner

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