Hatte den richtigen Punch: Grünen-Stadträtin Susanne Günther haute die CO2-Tonne um – Symbol der Wette, die sie für die Stadt Freising mit Aktivist Michael Bilharz einging: bis November eine Tonne CO2 einzusparen.
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Hatte den richtigen Punch: Grünen-Stadträtin Susanne Günther haute die CO2-Tonne um – Symbol der Wette, die sie für die Stadt Freising mit Aktivist Michael Bilharz einging: bis November eine Tonne CO2 einzusparen.

Zeichen setzen für die Klimakonferenz

Bis November 737 Tonnen CO2 einsparen: Grünen-Stadträtin nimmt Klimawette an

Grünen-Stadträtin Susanne Günther will ein Zeichen setzen: Bis November soll Freising 737 Tonnen CO2 einsparen. Dann steht die Klimakonferenz an.

Freising – Eigentlich war es wie im schlechten Film: Während die grüne Stadträtin Susanne Günther offiziell die Wette annahm, dass Freising bis November 737 Tonnen CO2 sparen könne, schoben sich unzählige Autos gefährlich nahe an der Klima-Kundgebung an der Ecke General von Nagel Straße/Am Büchl vorbei. Freising, so Günthers Resümee, sei zwar klimaschutztechnisch auf einen guten Weg – allerdings oftmals nur auf dem Öko-Papier.

Es waren alle gekommen: Die Leute vom Rad-Entscheid, Abgesandte von der Fridays for Future-Bewegung, die Klima-Mahnwache und noch zahlreiche andere, denen es nicht schnell genug geht mit den CO2-Einsparungen. Grund der Kundgebung: Dr. Michael Bilharz vom Verein „3 fürs Klima“ machte Halt in der Domstadt. Bilharz radelt nämlich aktuell quer durch Deutschland, um die jeweiligen Städte zur Klimawette aufzufordern.

Freising liegt nur auf Platz 292

Freising habe aktuell erst sechs Tonnen reduziert und liege damit auf Platz 292 auf einer Liste von eingesparten Tonnen CO2 pro 10000 Einwohner, teilte Bilharz mit. Bis November sollte seiner Meinung nach allerdings ein starkes Zeichen gesetzt werden, denn dann beginnt die Weltklimakonferenz in Glasgow. Die Aktion „Klimawette“ möchte deshalb bis zum Herbst eine Million Menschen gewinnen, die dann eine Million Tonnen CO2 einsparen. Umgerechnet für die Freisinger bedeutet das ganz konkret: 737 Tonnen.

Aus einer Liste von 20 Vorschlägen kann jeder Bürger etwas heraussuchen – beispielsweise ein autofreier Arbeitsweg, ein „Balkonkraftwerk“ oder einen vegetarischen Monat. Ziel der Aktion ist es vor allem, so viele Menschen wie nur möglich dafür zu gewinnen und erneut zu sensibilisieren.

Bürger haben viele Möglichkeiten, einen Beitrag zu leisten

Was können die Freisinger also tun? Bilharz gibt Auskunft: Ein Klimaschutzprojekt unterstützen und mindestens zwei Freunde davon überzeugen, dasselbe zu tun. Außerdem wäre es günstig, privat noch mehr CO2 einzusparen als jetzt schon. Ein eigener „Öko-Heiligenschein“ wäre zwar laut Bilharz ganz toll, helfe aber wenig, wenn der Großteil der Bürger nicht mitgenommen werd. Erfahrungsgemäß würde erst dann die Politik folgen, wenn genügend Leute mit ihren Entscheidungen vorausgingen.

Sein Wunsch: Die Vertreter in Glasgow sollen beeindruckt sein von den Einsparmaßnahmen und am besten eine Klimaneutralität bis 2035 anstreben. Denn bei der nächsten Weltklimakonferenz, so Bilharz, gehe es schließlich um Alles oder Nichts. Für ihn ist es die letzte Chance, die Welt noch auf den „1,5 Grad-Pfad“ zu bringen.

Stadträtin zieht die Boxhandschuhe an

Günther nahm die Herausforderung an und betonte, dass Freising zwar auf dem richtigen Weg sei, vieles allerdings zu langsam voranschreite. Am Ende zog Susanne Günther Boxhandschuhe an, um die symbolische Tonne CO2 umzuhauen – bevor das nächste Auto in die Innenstadt fuhr. (Richard Lorenz)

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