Sie lenken den Verein: 2. Vorsitzender Dr. Josef Phillip, Schriftführer Peter Eschenbacher, Schatzmeisterin Monika Schöpfer und Vorsitzender Elmar Ziegler (v. l.).
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Sie lenken den Verein: 2. Vorsitzender Dr. Josef Phillip, Schriftführer Peter Eschenbacher, Schatzmeisterin Monika Schöpfer und Vorsitzender Elmar Ziegler (v. l.). Archiv

Ehrenamt in Zeiten der Pandemie

Freisinger Seniorennetzwerk Frieda & Ben trotzt Corona: „Wenn es wieder so weit ist, laufen wir los“

  • Magdalena Höcherl
    vonMagdalena Höcherl
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Die Pandemie bremst derzeit das Freisinger Seniorennetzwerk „Frieda & Ben“ aus. Trotzdem stehen die Helfer in den Startlöchern.

Landkreis – Hilfe leisten und Hilfe bekommen: Dieser Gedanke liegt dem Freisinger Seniorennetzwerk „Frieda & Ben“ zugrunde. Corona macht es dem jungen Verein aber derzeit schwer, seine Arbeit durchzuführen. „Aber wir werden die Krise überwinden“, sagt Vorsitzender Elmar Ziegler. „Sobald die Corona-Ampeln wieder auf Grün stehen, laufen wir wieder los.

Fremde Wohnungen sind derzeit tabu

Die Idee hinter dem landkreisweiten Seniorennetzwerk ist folgende: „Wenn man noch ein junger Senior ist, erbringt man Hilfeleistungen – übernimmt etwa Fahrdienste, Gartenarbeit, liest vor oder ist ein Partner zum Spazierengehen“, erklärt Ziegler. Diese Leistung werde angespart. „Und im Alter, wenn ich nicht mehr auf die Leiter steigen kann, um die Glühbirne auszuwechseln, nehme ich die Hilfe von Jüngeren in Anspruch.“ Das sei ein wichtiger Faktor: „Wenn ich mich erst einbringe und später im Gegenzug auch Hilfe bekomme, ist das eine andere Situation, als wenn ich als Bittsteller auftauche. Unser Angebot ist niedrigschwellig.“

Doch vor allem aufgrund des Abstandsgebots seien viele der Hilfen wie Fahrdienste gerade nicht wirklich möglich. „In fremde Wohnungen zu gehen, ist zur Zeit extrem problematisch“, sagt Ziegler. „Sowohl Helfende als auch Hilfeempfänger sind sehr zurückhaltend.“ Doch intern hätten sich die 140 aktiven Mitglieder darauf verständigt, niemanden abzuweisen: Das Service-Telefon mit der Nummer (0 81 61) 2 01 55 15 ist die ganze Woche besetzt. „Wenn jemand anruft, der Hilfe braucht, dann überlegen wir uns was“, verspricht der Vorsitzende. „Gerade in solch kritischen Zeiten ist es wichtiger zu überlegen, wie zu helfen trotzdem geht – und nicht, warum es nicht geht“, betont der 69-Jährige. Was auf jeden Fall bereits im Frühjahr und jetzt noch immer gut angenommen werde, ist der Einkaufsservice. Während der ersten Corona-Welle habe man junge Helfer angeworben. „Damals haben sich 40 solcher Corona-Helfer gemeldet, darunter viele Studenten“, berichtet Ziegler.

Noch wird der Verein von der Pandemie eingebremst

Normalerweise übernehmen die Vereinsmitglieder sämtliche Arbeiten von Blumengießen bis Telefon-Einrichten. Trotzdem gibt es Grenzen: „Wir dürfen keine Konkurrenz zu Dienstleistern und Handwerksbetrieben sein. Außerdem muss die Gemeinnützigkeit immer im Fokus stehen“, sagt Ziegler. Ganz kostenlos ist die Arbeit des Seniorennetzwerks nicht. Pro halbe Stunde werden vier Euro verrechnet: drei für den Hilfeleistenden, ein Euro ist für Vermittlungsarbeit, Telefonkosten und Ähnliches vorgesehen.

Doch derzeit wird der Verein von der Pandemie eingebremst. Es sei schade, dass man nicht helfen könne, und dass sich auch die Mitglieder nicht treffen und so zu einer wahren Hilfsgemeinschaft heranwachsen könnten. „Darüber sind alle sehr traurig“, sagt Ziegler. Doch er und sein Team seien optimistisch und trotzdem motiviert. „Wenn es wieder so weit ist, stehen wir bereit.“  

Lesen Sie auch: Die Mitglieder des BRK Freising gehören zu den Kräften, die die Corona-Pandemie besonders fordert. Dem Druck könnten leider nicht mehr alle standhalten, berichtet der BRK-Chef.

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