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„O‘zapft is!“ wird es heuer in der Luitpoldanlage nicht heißen. OB Tobias Eschenbacher bestätigte am Dienstag: „Das Volksfest wird nicht stattfinden.“

Eine Hiobsbotschaft für Hotels

Wiesn-Aus schlägt durch: Freisinger Volksfest wird abgesagt

  • Helmut Hobmaier
    vonHelmut Hobmaier
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Jetzt ist es amtlich: Wegen Corona entfällt die Münchner Wiesn heuer. In der Folge wird nun auch das Freisinger Volksfest abgesagt. Die beiden Absagen sind eine Hiobsbotschaft für die Hotels.

Freising Bis 31. August sind in Deutschland Großveranstaltungen wegen der Corona-Pandemie untersagt – weshalb das Freisinger Volksfest vom 4. bis 13. September eigentlich noch eine Chance auf Durchführung hatte. Doch die Absage des Oktoberfests am Dienstag hat für die Stadt Freising Signalwirkung: „Das Volksfest wird nicht stattfinden“, bestätigte OB Tobias Eschenbacher. Das Aus für die Münchner Wiesn trifft aber auch die hiesigen Hoteliers ins Mark.

Gäste bleiben aus

„Das ist eine extrem schlechte Nachricht für unsere Branche“, kommentierte Gabriele Rieger die Wiesn-Absage. Die langjährige Chefin des Freisinger Isar-Hotels, das seit dem Bau 1984 in Familienbesitz ist, sitzt seit Wochen mehr oder weniger allein im Hotel, das bis auf wenige Arbeiter, die dort (ohne Frühstück) weiterhin übernachten dürfen, keine Übernachtungsgäste mehr hat. Die verbleibenden Hotelgäste, sagt Rieger, „tragen nicht einmal die Stromkosten“.

Der Beginn der Messezeit und vor allem das Oktoberfest waren da wie ein Silberstreif am Horizont – der jetzt allerdings verblasst ist: Da die Wiesn abgesagt wurde, würden auch die Messen ins Wasser fallen – ein Desaster für die Hotels im Einzugsbereich, wie Gabriele Rieger weiß. Ihr Isar-Hotel werde gerade auf eventuelle Auflagen vorbereitet, unter denen man – irgendwann – wieder öffnen könnte. „Aber noch wissen wir aber überhaupt nicht, wie es weitergeht“, sagt die Hotel-Chefin, der eine Perspektive fehlt. „Uns bleiben derzeit nur unser Optimismus und die Hoffnung, dass es wieder aufwärtsgeht. So werden wir das aber nicht lange durchhalten.“

Kurzarbeit die Rettung

Seit 101 Jahren ist „der Lerner“ in Vötting in Familienbesitz. Hotelinhaber Johannes Killermann glaubt nicht, „dass heuer noch ein normaler Monat dabei sein wird“. Immer noch würden reihenweise Zimmer storniert – die Folge abgeblasener Tagungen, etwa der Hochschulen oder des VW-Prüfzentrums.

Dass die Wiesn abgesagt wurde, trifft auch den Lerner hart – noch mehr aber das generelle Aus der vielen Ausstellungen, Messen und Tagungen. Inzwischen würden Geschäftsreisende für einen gewissen Basisumsatz sorgen. Das Geschäft sei etwas angelaufen, berichtet Killermann. Doch ohne die Möglichkeit der Kurzarbeit würde das nicht reichen, um über die Runden zu kommen. So habe man aber eine gute Chance, auch dieses verflixte 101. Jahr zu überstehen. „Wir hoffen einfach, dass die Krise nicht zu lange dauert.“

Signal zur Absage

Die Absage des Freisinger Volksfests sei zwar noch nicht offiziell, betont Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher, aber an einer Absage führe jetzt kein Weg mehr vorbei: „Da gelten die gleichen Gründe wie für das Oktoberfest.“ Jetzt werde man zunächst in der Freisinger Stadtverwaltung prüfen, inwieweit man bei der Planung des Volksfests bereits Verpflichtungen eingegangen ist. In der Stadtratssitzung nächste Woche werde dann berichtet – und wohl auch bereits eine Entscheidung getroffen, das Volksfest also offiziell abgeblasen.

Ob man das Volksfest auch verschieben kann, werde man zumindest in die Überlegungen einbeziehen, sagte der Oberbürgermeister. „Aber so weit sind wir noch nicht.“ Feststehe aber: „Das Volksfest wie geplant durchzuführen, macht keinen Sinn.“

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