Taxistand (Symbolbild).
+
Tatort Taxistand: Ein 31-Jähriger drehte am Samstag am Bahnhof in Freising komplett durch. Ein Taxler rief die Polizei, die ebenfalls ins Schwitzen kam.

Tatort Taxistand

Münchner vergisst Maske - und rastet am Freisinger Bahnhof komplett aus - Polizist und Taxifahrer attackiert

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
    schließen

Wegen einer fehlenden Maske gerät ein Münchner mit einem Taxifahrer in Streit. Der flüchtet, doch der 31-Jährige bleibt ihm auf der Spur. Am Freisinger Bahnhof eskaliert der Konflikt.

  • Am Wochenende besucht ein Münchner seine Eltern im Landkreis Freising.
  • Als er mit dem Taxi zurückfahren möchte, vergisst er seine Maske.
  • Am Freisinger Bahnhof eskaliert die Situation: Der Münchner schlägt einem Taxifahrer ins Gesicht und beißt einen Polizisten.

Freising – Völlig ausgerastet ist ein 31-jähriger Münchner, der am Samstag in den Landkreis Freising kam, um seine Eltern zu besorgen. Der Mann demolierte ein Taxi, schlug einem Taxifahrer ins Gesicht und verletzte schließlich einen Polizisten, der deshalb in ein Krankenhaus gebracht werden musste. Begonnen hatte alles mit einer vergessenen Maske.

Freising: Mann rastet am Bahnhof komplett aus - und attackiert Taxifahrer und Polizisten

Der 31-jährige Münchner hatte in einem Ort zehn Kilometer nördlich von Freising seine Eltern besucht. Wie Michael Ertl, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Freising, berichtet, rief er von dort aus gegen 21 Uhr die Taxizentrale an, um sich einen Wagen kommen zu lassen, der ihn zum Bahnhof der Kreisstadt bringen sollte.

Münchner vergisst Mundschutz bei seinen Eltern und lässt sich von Taxi zurückfahren

Der Münchner saß bereits im Wagen, als er feststellte, dass er sein Handy und seine Corona-Schutzmaske bei den Eltern vergessen hatte. Der Taxifahrer (38) brachte ihn zurück. Allerdings machte ihm der 38-Jährige klar, dass er den Fahrgast nun nicht mehr zu den vereinbarten 20 Euro zum Bahnhof bringen könne. Der 31-Jährige wurde daraufhin aggressiv und drohte dem Taxler Schläge an, sollte er einen höheren Fahrpreis verlangen. Kurzerhand entschloss sich dieser, lieber allein nach Freising zurückzufahren.

Das allerdings machte den 31-Jährigen offenbar erst so richtig wütend. Er ließ sich von seinem Vater zum Freisinger Bahnhof fahren und versuchte, den 38-Jährigen ausfindig zu machen, berichtet Ertl. „Er erkundigte sich bei anderen Taxifahrern aggressiv nach dem Kollegen.“ Die halfen ihm nicht weiter. Doch der Münchner erblickte den gesuchten Taxler schließlich selbst in dessen Wagen. Es war der Moment, in dem der 31-Jährige völlig außer Rand und Band geriet.

Am Freisinger Bahnhof rastet Münchner komplett aus - beschädigt Auto und bedroht Taxifahrer

Der Münchner raste vor den Augen etlicher Zeugen auf das Auto zu und trat mehrfach gegen den vorderen Kotflügel des Taxis, bis dieser sich verformt hatte. Die Polizei rechnet mit einem Sachschaden von rund 1000 Euro. Der bedrohte Taxifahrer entfernte sich daraufhin mit seinem Wagen vom Bahnhof, fuhr zur naheliegenden Esso-Tankstelle und verständigte von dort aus die Polizei.

Lage eskaliert weiter: Münchner schlägt Taxifahrer ins Gesicht und beißt einen Polizisten

Die alarmierten Beamten waren noch nicht vor Ort, als die Lage weiter eskalierte. Der Münchner nämlich ging zurück zu den anderen Taxifahrern, verwickelte die wiederum in Streit und schlug einem 39-Jährigen mit der Faust ins Gesicht. Einen ebenfalls anwesenden 54-Jährigen beleidigte er in Anwesenheit anderer massiv.

Nach Angriff in Freising: Polizist kommt mit Rettungswagen in Klinik

Mit Blaulicht fuhren vier Streifenwagen vor. Insgesamt neun Beamte nahmen die Vorfälle auf und erteilten dem 31-Jährigen einen Platzverweis für den Bahnhofsbereich. Doch der dachte gar nicht daran, klein beizugeben. Im Gegenteil: Er begann, die Polizisten zu filmen und zu beleidigen, ging dabei ohne Maske auf die Beamten zu. Sämtliche Warnungen schlug er in den Wind.

Als er erneut ungeschützt auf einen Polizisten zuging, wurde er zu Boden gebracht. Sechs Beamten kämpften damit, den Wütenden unter Kontrolle zu bringen. „Schließlich biss der 31-Jährige während der Fesselung einen Beamten in die Innenseite des linken Oberschenkels“, berichtet Ertl. Der Beamte wurde mit dem Rettungswagen ins Klinikum Freising gebracht und ambulant behandelt.

Keine Anzeichen für Alkohol- oder Drogeneinfluss bei randalierendem Münchner

Obwohl es keine Anzeichen für Alkohol- oder Drogeneinfluss bei dem Münchner gab, ordnete die Polizei nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Landshut eine Blutentnahme an. Als die beendet war, hatte sich der Münchner beruhigt und wurde entlassen.

Sachbeschädigung, Verstoß gegen Maskenpflicht, Körperverletzung: Münchner erwarten einige Strafanzeigen

Ihn erwartet nun ein Bündel an Strafanzeigen, die von mehrfacher Beleidigung über den Verstoß gegen die Maskenpflicht und Sachbeschädigung bis zu Körperverletzung reicht. Besonders der tätliche Angriff auf den Polizeibeamten dürfte dem Münchner teuer zu stehen kommen. Ertls Fazit mit Galgenhumor: „Alles in allem ein recht erfolgreicher Abend für den Herrn.“

Ein unbekannter Täter ist Samstagnacht in die Sparkassen-Filiale in Langenbach eingebrochen. Auf sein Konto gehen rund 10.000 Euro Schaden. Die Kripo ermittelt. Lautstark haben vor kurzem vor dem Areal der Molkerei Weihenstephan einige Landwirte gegen die für sie „ruinösen Preise“ protestiert. Vertreter des Konzerns ließen sich nicht blicken.

(Von Manuel Eser)

Auch interessant

Kommentare