Mutter und zwei Kinder klingeln an Tür.
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Für Kinder, die noch nicht zur Schule gehen, dürfen Eltern derzeit eine Notbetreuung in Anspruch nehmen. Die Stadt Freising hofft aber im Hinblick auf Corona , dass das Angebot nicht überbeansprucht wird.

Eindämmung von Corona

Notbetreuung an Kitas: Stadt Freising appelliert an Eltern

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Um Corona möglichst einzudämmen, appelliert die Stadt Freising an Eltern, Kinder wenn möglich daheim zu lassen. Die Kommune bringt eine andere Alternative ins Spiel

  • Im Vergleich zum Frühjahr 2020 nutzen deutlich mehr Eltern die Notbetreuung für ihre Kinder.
  • Jetzt appelliert die Stadt an die Eltern, ihre Kinder nach Möglichkeit zu Hause zu lassen.
  • Die Stadt Freising bringt eine andere Alternative ins Spiel und kommt Eltern einen Schritt entgegen.

Freising – Die Stadt Freising appelliert an Eltern, ihre Kinder, wenn möglich nicht in die Notbetreuung zu geben. Erziehungsberechtigte sollten stattdessen im Notfall, wenn möglich lieber von Kinderkrankentagen Gebrauch machen. Bei den Kosten für die Kita kommt die Stadt den Eltern einen ersten Schritt entgegen.

Da die Kindergärten wegen Corona mindestens bis Ende des Monats geschlossen bleiben sollen, gibt es derzeit nur eine Notbetreuung, die von der Stadt F auch in allen ihren Einrichtungen eingerichtet wurde. Allerdings müssen Eltern im Vergleich zum Lockdown im Frühjahr 2020 nicht in einem sogenannten systemrelevanten Beruf arbeiten, um die Betreuung in Anspruch nehmen zu dürfen. Jeder, der in einem Formular angibt, dass er sein Kind nicht selbst betreuen kann, hat die Möglichkeit, es ohne weitere Nachweise in die Kita zu geben.

In der Notbetreuung herrscht deutlich mehr Betrieb als 2020

Entsprechend mehr Betrieb herrscht jetzt im Vergleich zum Vorjahr. Waren im März und April 2020 oft nur ein bis zwei Kinder in einer Gruppe, die sich zum Teil arg langweilten, wurden vergangene Woche in der Spitze 276 Kinder in der Notbetreuung abgegeben. Das entspricht 23 Prozent. Das liegt über dem bayernweiten Durchschnitt. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte in seiner Pressekonferenz vor sieben Tagen davon gesprochen, dass die Quote der Notbetreuung bei Vorschulkindern bei rund 20 Prozent angesiedelt sei.

Grund für die Kommune, einen dringenden Appell an die Eltern zu richten. „Die Stadt Freising möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass eine Nutzung der Notbetreuung nur erfolgen sollte, wenn eine Kinderbetreuung im häuslichen Umfeld nicht sichergestellt werden kann“, heißt es in einem Schreiben an die Eltern. „Denn umso kleiner die Notbetreuung gehalten wird, umso eher tragen wir dazu bei, das Infektionsgeschehen einzudämmen.“

Die Stadt hofft dass Eltern andere Lösungen finden

Die Stadt Freising will alle Betroffenen daher animieren, einen anderen Weg zu gehen. „Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, ob Sie berechtigt sind, die in Aussicht gestellten zusätzlichen Kinderkrankentage zu beanspruchen, wenn Sie Ihr Kind zu Hause betreuen“, steht in dem Elternbrief. „Wir sind uns dabei bewusst, dass Sie als Eltern in dieser schwierigen Situation Großes leisten und hoffen, dass wir mit Ihrer Hilfe, die Pandemie eindämmen können.“

Die Kommune geht dabei auch einen Schritt auf die Eltern zu – und setzt das Essensgeld nachträglich aus. Die Kosten für die Mittagsmahlzeiten, die für Januar bereits bezahlt wurden, aber nicht in Anspruch genommen wurden, sollen voraussichtlich Anfang Februar rückerstattet werden.

Gebühren-Erstattung: Stadt wartet auf staatlichen Beschluss

Die kompletten Gebühren zahlt die Stadt derzeit allerdings nicht zurück. „Gebühren sind eine wichtige Säule in der Finanzierung der Kitas – die Träger vertrauen auf den Eingang der Gebühren“, heißt es in dem Schreiben. „Auch im Notbetrieb fallen Fixkosten an.“ Die Stadt geht davon aus, dass der Staat analog zum Lockdown im Frühjahr 2020 die Kosten übernehmen wird. Sobald ein derartiger politischer Beschluss vorliege, werde die Stadt eine entsprechende Neuregelung treffen. „Wir bitten um Verständnis, dass eine komplette Gebührenrückerstattung zunächst nicht erfolgen wird. Es sei denn, die Politik fasst hierzu noch einen Beschluss.“

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