Demonstranten fordern „Maske weg!“
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Demo gegen die Corona-Politik: Die Querdenker-Bewegung trifft sich am Freitag in Freising. (Symbolbild)

Umstrittene Corona-Politik

Querdenker versammeln sich in Freising: Jetzt formiert sich das Gegenlager

  • Manuel Eser
    vonManuel Eser
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Die Querdenker-Bewegung, mit der sich auch der Verfassungsschutz befasst, hat für Freitag eine Demo in Freising angemeldet. Das Gegenlager formiert sich bereits.

  • Die Querdenker-Bewegung hat für Freitag eine Versammlung in der Freisinger Innenstadt angekündigt.
  • 150 Teilnehmer wurden für die Demo angemeldet.
  • Ob die Freisinger Polizei Verstärkung braucht, wird kurzfristig entschieden.
  • Inzwischen wurde auch eine Gegen-Demo angemeldet.
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Freising – Die Querdenker-Bewegung, zu der teils radikalen Gegner der Coronaschutz-Maßnahmen gehören, haben sich für Freitag auf dem Marienplatz angekündigt. Die Versammlung soll unter dem Motto „Bayern steht auf!“ um 14 Uhr starten. Das Landratsamt bestätigte am Montag, dass die Demo angemeldet wurde – für 150 Teilnehmer. Wer hinter der Organisation steckt, teilt das Landratsamt aus Datenschutzgründen nicht mit.

Querdenker-Demo in Freising: Organisatoren versprechen „offenes Mikro für Jedermann“

Auf der Einladung, die in den sozialen Medien kursiert, kündigen die Veranstalter Infos und Dialog zu Infektionsschutzgesetz, Impfung, Maskenpflicht und Grundrechte an. Es gebe „Livemusik – von emotional bis kritisch“ und ein „offenes Mikrofon für Jedermann“.

Trotz des aktuellen Lockdowns mit seinen Kontaktbeschränkungen auf zwei Haushalte ist die Versammlung zulässig, teilt Eva Zimmerhof, Sprecherin des Landratsamtes, mit. „Aus rechtlicher Sicht liegen uns keine Erkenntnisse vor, die ein Verbot rechtfertigen würden.“ Die Auflagen für die Demo, die der Veranstalter aus infektionsschutzrechtlicher Hinsicht erfüllen muss, sollen im Rahmen eines Kooperationsgesprächs mit dem Veranstalter besprochen werden.

Freising: Polizeichef entscheidet kurzfristig, ob er Verstärkung benötigt

Bei diesem Treffen wird neben den Sicherheitsbehörden des Landkreises und der Stadt Freising auch die Polizei teilnehmen. Für Ernst Neuner, Chef der PI Freising, hat so ein Kooperationsgespräch auch deeskalierenden Charakter. „Denn Ziel ist es, dass die Demonstration ruhig und friedlich abläuft, sodass von unserer Seite am besten überhaupt nicht eingegriffen werden muss.“

Anhand des Behördentermins will Neuner dann auch einschätzen, ob die PI die Aufgabe allein stemmen kann – oder auf Unterstützung angewiesen ist. „Wenn nötig können wir auf geschlossene Einheiten zurückgreifen – also etwa auf die Bereitschaftspolizei.“

Querdenker kündigen Versammlung in Freising an: Bei Demo gilt Maskenpflicht

Die Anzahl der Einsatzkräfte hängt laut Neuner auch davon ab, ob es eine Gegendemo gibt. Bis dato ist laut Landratsamt aber keine weitere Versammlung angezeigt. Demonstranten, auch Corona-Leugner, müssen Mund-Nasen-Schutz tragen – nicht nur, weil in der Innenstadt ohnehin Maskenpflicht herrscht, betont Neuner.

„Aufgrund der Infektionslage wurde in der Vergangenheit bei Versammlungen schon eine Maskenpflicht als Auflage durch die Versammlungsbehörde angeordnet. Es ist daher nicht auszuschließen, dass dies auch dieses Mal der Fall ist, da die Zahlen nach wie vor hoch sind. Dies gilt unabhängig von der Allgemeinverfügung für die Freisinger Innenstadt.“

Polizei: Anzahl der Einsatzkräfte in Freising hängt von Gegendemo ab

Seit Dienstag steht nun fest, dass es auch eine Gegendemonstration geben wird. Auf FT-Nachfrage bestätigte das Landratsamt, dass eine zweite Versammlung für Freitag angemeldet wurde - für 100 Teilnehmer.

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Sollten die Infektionszahlen nicht sinken, fürchtet Oliver Hübler, Pflegedirektor am Klinikum Freising, einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems. Er richtet einen flammenden Appell an die Bürger. Auch der Einzelhandel muss in der Corona-Pandemie immer mehr kämpfen. In der Freisinger Innenstadt schließen jetzt zwei Traditionshäuser: Deller Schuhmoden und das Schuh- und Sporthaus Gerlspeck. Die Corona-Pandemie hat außerdem den Flugverkehr weltweit weitgehend zum Erliegen gebracht. Der Airport München zieht jetzt die Notbremse.

Artikel wurde aktualisiert.

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