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Freisinger Wochenmarkt findet wieder statt – aber in der Luitpoldanlage

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Von: Magdalena Höcherl

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Der Freisinger Wochenmarkt findet wieder statt - aber nicht in der Innenstadt, sondern in der Luitpoldanlage. © Symbolbild Archiv

Erst kam die Absage, jetzt die Kehrtwende: Der Freisinger Wochenmarkt findet ab Samstag wieder statt - und zwar in der Luitpoldanlage. Dorthin wird auch der Neustifter Freitagsmarkt verlegt.

Freising – Die Nachricht hat hohe Wellen geschlagen: Vergangenen Freitag hatte die Stadt Freising mitgeteilt, dass der Grüne Wochenmarkt, der normalerweise am Mittwoch und Samstag stattfindet, aufgrund der steigenden Corona-Fallzahlen eingestellt werden muss. Der Neustifter Freitags-Bauernmarkt, den der gleichnamige Verein organisiert, konnte jedoch wie gewohnt besucht werden. Einige Tagblatt-Leser reagierten darauf mit Unverständnis. Nun haben die Verantwortlichen gemeinsam eine Lösung gefunden, die sowohl Händler als auch Kunden zufriedenstellen soll.

Sowohl der Wochenmarkt am Mittwoch und Samstag als auch der Neustifter Freitagsmarkt werden ab sofort bis auf Weiteres in die Luitpoldanlage verlegt. Das teilte Stadt-Sprecherin Christl Steinhart am Mittwoch mit. Wie berichtet war der stark besuchte Wochenmarkt „zur Unterbrechung möglicher Ansteckungsketten“ zunächst vorsorglich abgesagt worden. Inzwischen hat die Stadt mit der Polizei ein Konzept erarbeitet, das die Durchführung der Märkte unter Wahrung der erforderlichen Sicherheitsabstände weiter ermöglicht.

Einige Regeln für Marktbesucher

Für die Marktbesucher bedeutet das: Ein Sicherheitsabstand von 1,50 bis zwei Meter untereinander „ist unbedingt einzuhalten“, entsprechende Markierungen sind zu beachten. Selbstbedienung ist nicht mehr möglich. Besucher sollen sich den Ständen nur nach Aufforderung des Verkaufspersonals nähern. Senioren wird grundsätzlich empfohlen, nicht selbst auf den Märkten einzukaufen, sondern eines der zahlreichen Hilfsangebote (wir berichteten) in Anspruch zu nehmen.

Georg Maier vom Bauernmarkt-Team ist zufrieden mit dem Umzug vom Vorplatz der Kirche St. Peter und Paul in die Luitpoldanlage. „Die Händler haben darauf gedrängt, den Markt nicht ausfallen zu lassen.“ Auch in Krisenzeiten sollten ihre Kunden weiterhin freitags von 11 bis 16 Uhr mit frischen Produkten aus der Region versorgt werden – und nicht nur mit Lebensmitteln aus dem Supermarkt. Ein weiterer Pluspunkt: „Das Ganze findet unter freiem Himmel an der frischen Luft statt.“ Platz um die Mindestabstände einzuhalten, sei genügend vorhanden: An der Stelle, wo sich beim Freisinger Volksfest das Bierzelt erstreckt, bauen die Anbieter ab diesem Freitag nun ihre Stände auf.

Deutliche Kritik an vorläufiger Absage

Die neue Regelung dürfte auch die Kunden freuen, die auf die Wochenmarkt-Absage mit deutlichen Worten reagiert hatten. Dorothee Kratzer aus Au schrieb dem FT, sie sei „verwundert“ über diese Entscheidung. „Am Freitag noch besuchte ich den Bauernmarkt in Freising-Neustift. Dort standen die Kunden im Abstand von zwei Metern zueinander an, die gewünschte Ware wurde von den Verkäuferinnen mit Handschuhen den Kunden übergeben – also alles perfekt.“ Unverständlich sei, warum Märkte im Freien eingestellt würden, Kunden dafür „in stark frequentierten, räumlich begrenzten und schlecht belüfteten Supermärkten einkaufen“. Zudem frage sie sich, wo die Bauern ihre Produkte stattdessen verkaufen sollen. „Vermutlich landen so viele Waren in der Tonne.“

Lia Köhnlein aus Zolling habe von der vorläufigen Absage „mit Entsetzen“ gelesen. Auch sie sorgt sich um die Händler – und um zunehmende Lebensmittelverschwendung. „Jetzt musste sicher viel Obst und Gemüse vernichtet werden, Tafeln gibt es nicht mehr und die Supermärkte machen wieder das große Plus. Konnte man nicht an die kleinen Händler denken, die dringend auf die Einnahmen angewiesen sind?“ 

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