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In den Arztpraxen im Kreis Freising ist genau festgelegt, was bei Verdacht auf eine Infektion zu tun ist. Für verunsicherte Bürger wurde zudem eine Coronavirus-Hotline eingerichtet.

„Starnberg ist nicht weit weg“

Freisinger Arzt zu Coronavirus: „Welle könnte in zwei bis vier Wochen bei uns sein“

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Seitdem das Coronavirus im Raum Starnberg aufgetreten ist, sorgen sich auch Bürger im Kreis Freising. Das Wichtigste sei derzeit, sofort zu melden, wenn Verdacht bestehe, sagt Dr. Georg Miedl.

Landkreis – Das Coronavirus hat Deutschland erreicht. „Mein Kollege Dr. Odo Weyerer und ich erleben, dass die Sorge da ist“, berichtet Dr. Georg Miedl, Vorsitzender des ärztlichen Kreisverbands Freising. In den Arztpraxen im Landkreis ist genau festgelegt, was bei Verdachtsfällen zu tun ist.

Patienten mit Verdacht werden separiert

Wer sich in der Freisinger Gemeinschaftspraxis Weyerer und Miedl telefonisch ankündigt, müsse sich bei der Ankunft noch einmal anmelden. „Er erhält einen Mundschutz und wird separiert, er darf nicht ins Wartezimmer“, berichtet Miedl. Der Arzt rüste sich ebenfalls mit Maske und Handschuhen. Dann erfolge eine umfassende Anamnese. Patienten, bei denen – etwa durch den Aufenthalt im asiatischen Raum – ein realistischer Verdacht auf eine Infektion besteht, würden separiert. „Sie werden weiter überwacht, bekommen Medikamente für die Erkältungssymptome, die sie zeigen, und werden registriert“, erklärt Miedl. So könne man schnell handeln, sollte sich die Verdachtssituation verändern. Bislang hätte es sich in seiner Praxis um vier solcher Fälle gehandelt. Über die Inkubationszeit, die sieben bis 14 Tage beträgt, habe man eine Infektion mit dem Coronavirus aber ausschließen können. „Die Patienten waren alle drei Wochen und länger wieder in Deutschland, bevor sich Symptome bemerkbar machten.“ Freilich sei weiter getestet worden. Das Ergebnis: Einer war an Influenza erkrankt, die anderen an einem grippalen Infekt.

Panik spürt der Mediziner nicht

Das Wichtigste sei derzeit, sofort zu sagen, wenn der Verdacht bestehe. „Das Heikle beim Coronavirus ist, dass man schon während der Inkubationszeit ansteckend ist.“ Panik spüre der Mediziner nicht. „Die Menschen gehen sehr adäquat damit um.“

Wer möchte, bekomme in seiner Praxis einen Mundschutz. „Durch ihn lässt sich ein Teil der Viren abfangen, rein mathematisch wird das Infektionsrisiko reduziert.“ Miedl betont jedoch auch: „Eine Maske bietet nie einen vollständigen Infektionsschutz.“ Aber: Wer eine Maske trage, zu dem halte man automatisch mehr Abstand – ein wichtiger Faktor, um sich vor allen ansteckenden Atemwegskrankheiten zu schützen.

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Coronavirus-Hotline eingerichtet

Die Wahrscheinlichkeit, sich mit dem chinesischen Erreger zu infizieren, sei deutlich geringer, als sich mit der derzeit ebenfalls grassierenden „echten“ Grippe anzustecken. Trotzdem sei das Risiko nach dem Auftreten im Raum Starnberg nun auch im Kreis Freising statistisch „deutlich höher“, sagt Miedl. „Starnberg ist nicht weit weg, und der Flughafen auch nicht.“ Da sich das Coronavirus mittels Tröpfcheninfektion verbreite, „könnte die Welle aus dem Süden in zwei bis vier Wochen bei uns sein“. Miedl rät der Bevölkerung, Ruhe zu bewahren und auf Hygiene zu achten. So wie sich das Virus bisher darstelle, sei es mit einer mittelstarken Grippe vergleichbar.

Übrigens: Für verunsicherte Bürger wurde unter der Telefonnummer (0 91 31) 68 08 51 01 eine Coronavirus-Hotline eingerichtet. Ebenfalls erhält man über die Website der Bayerischen Landesärztekanmmer.

Lesen Sie auch: Coronavirus: Freisinger Experte warnt vor Panik – „Influenza ist ansteckender“

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