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In Sachen dritte Startbahn zog Manfred Pointner im Gespräch mit FT-Reporter Andreas Beschorner ein Fazit: Mehr sei einfach nicht drin gewesen. 

Im Gespräch mit dem Vorsitzenden der Schutzgemeinschaft

„CSU wollte sich nicht bewegen“: Manfred Pointner sieht Startbahn-Moratorium als Erfolg

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Mehr sei einfach nicht drin gewesen. So lässt sich zusammenfassen, was der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Nord, Manfred Pointner, in Sachen dritte Startbahn als Fazit des Jahres 2018 zieht.

Freising – Pointner, so gab er im Gespräch mit dem Freisinger Tagblatt zu, sei über das, was bei den Koalitionsverhandlungen zwischen CSU und Freien Wählern herausgekommen sei, auch „enttäuscht“ gewesen. Allerdings müsse man angesichts der Unbeweglichkeit der CSU bei diesem Thema dann doch von einem Erfolg sprechen, wenn jetzt klar sei, dass fünf Jahre lang nicht weiter geplant und erst recht nicht gebaut werde.

Manfred Pointner (75), bekanntlich nicht nur Alt-Landrat, sondern auch von 2008 bis 2013 für die Freien Wähler im Landtag, schildert, wie er es 2008 geschafft habe, die FW-Fraktion gegen die dritte Startbahn einzuschwören. Und weil sein Nachfolger als FW-MdL aus Freisinger Landen, Benno Zierer, ebenfalls sehr aktiv sei, habe sich an dieser Einstellung der FW-Fraktion im Maximilianeum bisher nichts geändert. Nach der Landtagswahl habe sich nun eben die Chance ergeben, mitzuregieren. Und nur in der Regierung könne man auch etwas bewegen, so weiß Pointner, der fünf Jahre lang auf der harten Oppositionsbank gesessen hatte. Er könne schon verstehen, dass das fünfjährige Moratorium für viele, die die Startbahn gerne endgültig beerdigt hätten, eine Enttäuschung sei. Doch Pointner, der während der Koalitionsverhandlungen des Öfteren mit FW-Chef Hubert Aiwanger in Kontakt gestanden habe, betonte, mehr sei nicht drin gewesen. Grund: „Die CSU wollte sich nicht bewegen.“ Was man angesichts dieser starren Haltung der CSU nun erreicht habe, sei also durchaus positiv.

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Denn was wäre die Alternative gewesen, fragt Pointner. Wahrscheinlich Neuwahlen, bei denen die CSU verkündet hätte, die FW seien nicht regierungsfähig. Möglicherweise hätten CSU und FDP zugelegt, sodass es für eine schwarz-gelbe Koalition gereicht hätte. Und das wäre allein schon mit Blick auf die Startbahn nicht positiv gewesen. Zudem, so Pointner, dürfe man auch nicht vergessen, „dass Freising nicht immer der Mittelpunkt der Welt ist“, dass es auch noch andere wichtige Themen wie erneuerbare Energien, Kindertagesstätten und Straßenausbaubeitragssatzung gebe.

Schutzgemeinschaft will Aktivitäten zur Nachtflugregelung unterstützen

Pointner betont außerdem, dass der von mancher Seite vermittelte Eindruck, das Thema Startbahn sei in fünf Minuten abgehandelt worden, falsch sei: Da habe es schon mehrere Verhandlungen und „mehrere Schritte“ gegeben, da sei durchaus gerungen worden.

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Stimmen von führenden CSU-Politikern aus Freising und Erding, die die FW nun dafür kritisierten, sie hätten es nicht geschafft, die Startbahn zu beerdigen, findet Pointner mit Blick auf die starre CSU-Haltung schon sehr seltsam.

Die Schutzgemeinschaft Nord, so Pointner als deren Vorsitzender, habe wegen der derzeitigen Situation keine konkreten Maßnahmen in Planung. Man werde „flankierend“ Aktivitäten zur Nachtflugregelung und zur Ultrafeinstaubbelastung unterstützen. Weil keine neuen Gerichtsverfahren anstünden, „sparen wir uns Geld“, so Pointner. Und man warte noch immer und weiter auf eine höchstrichterliche Entscheidung aus Karlsruhe zur Verfassungsbeschwerde gegen die dritte Startbahn.

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