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Daumen hoch! Etliche Millionen Euro werden jetzt in Sanierung und Ausbau der Deula in Freising investiert. 

Das Bangen hat ein Ende

Endgültige Entscheidung: DEULA bleibt in Freising – und wird sogar erweitert

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Das Bangen hat ein Ende: Die DEULA Bayern bleibt definitiv in Freising. Hinter der überraschenden Entscheidung steckt ein triftiger Grund.

Freising – Für die von Existenzängsten geplagten Mitarbeiter ist es ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk: Die DEULA Bayern bleibt definitiv in Freising. Die Gebäude sollen saniert und modernisiert, die Einrichtung sogar erweitert werden. Grund für die überraschende Entscheidung: Der geplante Grundstücksdeal mit einem Investor ist geplatzt. Damit fehlt das Geld für einen Neubau in Triesdorf.

Zwei Alternativen zur Auswahl

Seit mehr als einem halben Jahr haben die DEULA-Mitarbeiter um ihren Job gebangt. Die Frage lautete: Bleibt das grüne Berufsbildungszentrum in Freising bestehen oder wird es – zumindest in großen Teilen – nach Triesdorf verpflanzt? Wie mehrfach berichtet, befindet sich das über 40 Jahre alte Gebäude in einem schlechten Zustand. Es gab zwei Alternativen: eine Generalsanierung in Freising oder ein Neubau im mittelfränkischen Triesdorf. Über Monate herrschte Unklarheit. Es wurde immer mehr zu einer Nervenschlacht für die Mitarbeiter, nachdem zu hören war, dass der Hauptgesellschafter, der Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (VGL) die Umzugspläne favorisiere. Auch über eine Aufteilung der DEULA-Abteilungen auf Freising und Triesdorf wurde spekuliert.

Mitarbeiter kämpfen um Standort Freising

Etwa ein halbes Dutzend Mitarbeiter verließ die DEULA. Zugleich kämpften die Beschäftigten in einem leidenschaftlichen Appell um den Standort Freising. Ihre Argumente: So marode seien die Gebäude gar nicht. Auch den Punkt, die Kapazitäten in Freising seien begrenzt, ließen die Mitarbeiter nicht gelten. Vor allem aber wurde vor dem Verlust von Synergieeffekten gewarnt, sollte die DEULA zwischen Freising und Triesdorf aufgeteilt werden. Und schließlich seien die Kostenschätzungen für eine Sanierung viel zu hoch gegriffen. Da wolle man offenbar nur maximale Zuschüsse abgreifen.

Der Investor kommt ins Spiel

Dann wurde Ende Mai dieses Jahres bekannt, dass Pläne mit einem Berliner Investor bereits weit gediehen seien. Dieser wollte offenbar sowohl in den Standort Freising investieren – die Akademie für Landschaftsbau und die Fahrschule sollten hier bleiben – aber auch Geld für den Neubau in Triesdorf ausgeben. Recherchen der Heimatzeitung ergaben, dass die DEULA-Gesellschafter den größten Teil ihres 16 000-Quadratmeter Areals – 11 000 Quadratmeter – an den Investor verkaufen wollten, um dort „studentisches Wohnen“ zu ermöglichen. Auf den verbleibenden 5000 Quadratmetern sollten Akademie und Fahrschule neu gebaut werden. Bewegte Wochen für die DEULA: Schließlich verließ auch noch Geschäftsführer Claus Ammer das Berufsbildungszentrum.

Der geplante Deal kommt nicht zustande

Aber aus dem Deal mit dem Investor wurde nichts. Wörtlich hieß es am Dienstag in einer Pressemitteilung der DEULA: „Die Gesellschafter der DEULA, der VGL und der Bayerische Bauernverband (BBV), haben auf ihrer jüngsten Gesellschafterversammlung beschlossen, mit ihren beiden Bildungseinrichtungen am Standort Freising zu verbleiben. Dies betrifft die DEULA Bayern und die Akademie Landschaftsbau Weihenstephan.“ Hintergrund der Beschlussfassung sei „die Entscheidung der Stadt Freising, eine Bauvoranfrage für die Bebauung mit Studentenwohnheimen auf dem Grundstück der DEULA abzulehnen. Damit ist die Veräußerung eines Teils des Grundstückes an einen interessierten Investor nicht mehr möglich“, teilte die DEULA mit.

Großer Auftrag für den Geschäftsführer

Dies habe zur Folge, dass die notwendigen finanziellen Mittel zur Errichtung einer neuen Ausbildungsstätte auf dem Gelände der Landwirtschaftlichen Schule in Triesdorf nicht zur Verfügung stünden: „Aufgrund der Ablehnung der Stadt Freising bezüglich der weiteren Nutzung des vorhandenen Grundstücks ist ein Teilverkauf der Freisinger Immobilie versperrt. Der damit verbundene, ursprünglich geplante Neubau in Triesdorf scheidet deswegen aus“, kommentierte Norbert Stöppel, der neue Geschäftsführer der DEULA, den Beschluss der Gesellschafterversammlung. Die habe ihn beauftragt, „alle Maßnahmen für die Sanierung und Modernisierung sowie den Umbau und die Erweiterung der DEULA in Freising in die Wege zu leiten.“ Gleichzeitig sei ein Bauausschuss benannt worden, der beratend unterstützen soll. Die Stadt Freising habe „den Gesellschaftern jedwede erforderliche Unterstützung zugesagt“.

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