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„Deutliche Auswirkungen“: Arbeitsagentur Freising rüstet sich für Corona-Krise

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Von: Manuel Eser

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Im Gesundheitssystem besteht aktuell großer Personalbedarf. Aber es gibt noch andere Branchen, die händeringend nach Arbeitskräften suchen. © AFP

Im Zuge der Pandemie stellt sich die Agentur für Arbeit in Freising auf harte Zeiten ein. Agenturchef Nikolaus Windisch spricht Klartext.

Freising – „Wegen der Corona-Krise erleben wir aktuell eine Situation, die uns alle vor große Herausforderungen stellt – und die auch Folgen für den Arbeitsmarkt hat“,berichtet Geschäftsführer Nikolaus Windisch. Aufgrund der „sehr dynamischen Entwicklung“ sei eine genauere Prognose zu Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit aber frühestens nächsten Monat möglich.

„Zur Einschätzung der Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt kommt erschwerend die Unsicherheit hinzu, wie lange die Corona-Krise anhält und wie schnell die Betriebe anschließend wieder in ihr normales Geschäft einsteigen können“, sagt Windisch. Das Forschungsinstitut IAB geht davon aus, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland im Jahresdurchschnitt um 90 000 Personen steigt. Die Prognose basiert auf der Kalkulation, dass ein Teil der Wirtschaftstätigkeit für sechs Wochen ausfällt und dann ebenso lang benötigt um zur Normalität zurückzukehren.

Aktuelle Daten noch von Frühjahrsbelebung geprägt

„Die aktuellen Arbeitsmarktdaten beziehen sich auf den 12. März 2020, der statistische Zähltag für den Berichtsmonat März“, erklärt Windisch „Zu diesem Zeitpunkt standen wir noch am Beginn der Pandemie. Maßnahmen der Politik, die wirtschaftlichen Aktivitäten stark eingeschränkt haben, setzten erst danach ein.“ Somit werde die tatsächliche Lage am Jobmarkt noch nicht abgebildet.

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Klartext spricht Nikolaus Windisch, Chef der Arbeitsagentur Freising. © AfA

Geprägt sind die Zahlen noch von der einsetzenden Frühjahrsbelebung. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Zuständigkeitsbereich der Agentur, die neben dem Landkreis Freising auch die Landkreise Erding, Ebersberg und Dachau umfasst, um 632 auf 7379. Das entsprach einer Arbeitslosenquote von 2,0 Prozent im Monat März. „Wir gehen davon aus, dass sich der Trend im April umkehrt“, betont Windisch. „Angesichts der in weiten Teilen ruhenden Wirtschaft bleiben Neu- und Wiedereinstellungen in fast allen Wirtschaftsbereichen vorerst aus.“ Die Zahl der offenen Stellen lag im Agenturbezirk bei 4844 Stellen.

Arbeitsagentur strukturiert um, damit die Gelder fließen

„Für uns hat die Existenzsicherung für Unternehmen und Arbeitnehmer in der aktuellen Situation die oberste Priorität“, stellt der Agenturchef klar. „Die Geldleistungen müssen schnell fließen. Dafür haben wir unsere Organisation binnen einer Woche intern umgestellt.“ Die besonders geforderten Bereiche wurden personell aufgestockt. Die Agenturen und Jobcenter richteten für eine bessere Erreichbarkeit zusätzliche Telefonnummern ein. „So können die unterschiedlichen Kundenanliegen bestmöglich bearbeitet werden.“

Es gibt noch Bereiche, in denen händeringend Personal gesucht wird

Personalbedarfe in der gegenwärtigen Situation bestehen in der Gesundheitsbran-che, in der gesamten Kette der Lebensmittelversorgung und im Onlinehandel. In der Region werden vorrangig Arbeitskräfte für den Einzelhandel incl. Lieferdienste und Lager/Logistikbereich sowie Saisonkräfte für die Landwirtschaft nachgefragt.

Im Gegensatz zur Finanzkrise sind alle Branchen betroffen

„Es ist davon auszugehen, dass die Corona-Pandemie und die zu ihrer Eindämmung ergriffenen Maßnahmen deutliche Auswirkungen auf die Beschäftigung haben werden“, prognostiziert Windisch. Anders als die Finanzkrise 2008/09 betreffe die aktuelle Krise nahezu alle Branchen.

Die Entwicklungen und Neuigkeiten zum Coronavirus in Freising lesen Sie immer aktuell hier. Von Einkaufshilfe bis Lieferservice: Hier finden Sie die Hilfsangebote im Landkreis Freising. Freisinger Handwerker machen Zwangspause: Aufträge brechen weg – Krise auch als Chance?

Ein Brief mit einem mysteriösen, weißen Pulver löste einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr in Freising aus. Der Umschlag wurde in der Poststelle der Agentur für Arbeit gefunden. Sogar ein Spezial-Team kam zum Einsatz. 

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