DGB-Kundgebung in Freising

Was ein FMG-Betriebsrat zur Startbahn sagt

Freising - „Zeit für mehr Solidarität“ war das Motto des 1. Mai. Für die Maikundgebung in Freising bedeutete dies, dass vor allem zwei Themen eine große Rolle spielten: Flüchtlinge und Startbahn.

Rund 50 Zuhörer waren in das Oberhaus des Lindenkellers gekommen, um das Kabarett „Rotstift“ zu erleben und um den Rednern zu lauschen. Guido Hoyer, der DGB-Ortsvorsitzende von Freising, hatte schon klar die Linie vorgegeben: Solidarität mit Flüchtlingen und keine Stellungnahmen pro dritte Startbahn! Die AfD, sagte Hoyer in seiner Begrüßung, wolle die „Reste des Sozialstaats“ auch noch abschaffen. Und wichtig laut Hoyer: Die Flüchtlinge seien weder daran schuld, dass bezahlbarer Wohnraum knapp sei, noch daran, dass sich Deutschland angeblich den Mindestlohn nicht mehr leisten könne. Auch für die stellvertretende Landrätin Birgit Mooser-Niefanger ist das Verhältnis zu Fremden ein Prüfstein für Solidarität: Im Landkreis Freising, wo 900 Ehrenamtliche rund 2000 Asylbewerber aus 36 Ländern in 91 Unterkünften betreuen, habe man bisher diese Prüfung eindrucksvoll bestanden. Doch man dürfe nicht vergessen: „Es gibt auch bei uns viele Menschen, die am Existenzminimum leben.“ Das Statement Hoyers, dass die Region keine Startbahn brauche und wolle, übernahm Mooser-Niefanger. Und: Der Ministerpräsident und die Entscheidungsträger sollten in dieser Frage Solidarität mit der Region zeigen. Nachdem Freisings Sozialreferentin Waltraud Heinlein-Zischgl mehr Solidarität unter den Generationen gefordert hatte, trat als Hauptredner Ralf Krüger auf: Der ist Mitglied im Betriebsrat der Flughafen München Gesellschaft (FMG)und von Aeroground und durfte, so die Vorgabe Hoyers, über alles sprechen, bloß keine Stellungnahme pro Startbahn abgeben. Krüger hielt sich daran, beleuchtete in seiner Mai-Rede all die Krisen auf der Welt – und von denen gibt es ja genug. In der Frage, ob er nun für oder gegen die Startbahn sei, hielt sich der Verdi-Mann zurück: „Ich bin weder strikt pro noch contra.“ Ihm sei daran gelegen, dass innerbetrieblich bei der FMG endlich eine Diskussion zu dem Thema stattfinde. Die Gewerkschaft habe die FMG-Führung durchaus gefragt, was denn an erster Stelle stehe: der soziale Frieden im Unternehmen oder die Gewinnmaximierung? Und was, wenn der Erfolg mit der dritten Startbahn ausbleibe, wenn die Rechnung nicht so aufgehe? „Wer zahlt dann die Zeche?“ Doch so oder so: Die Frage einer dritten Startbahn sei „keine leichte Entscheidung“. Auch nicht bei der Maikundgebung des DGB in Freising.

Andreas Beschorner

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