Man sieht einen Dip mit Speisequark und Schmand.
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In Corona-Zeiten ist eine ausgewogene, gesunde Ernährung besonders wichtig, raten die Freisinger Experten.

Bewusst ernähren statt Frustessen

Die Auswirkungen der Corona-Zeit: Neue Ernährungsstudie in Freising vorgestellt

  • Andreas Beschorner
    VonAndreas Beschorner
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Wie hat Corona unser Essverhalten beeinflusst? Dieser Frage ist nun das Freisinger Else-Kröner-Fresenius Zentrum (EKFZ) für Ernährungsmedizin nachgegangen.

Freising – Seit fast eineinhalb Jahren hat Corona die Menschen fest im Griff. Jetzt ist Licht am Ende des Tunnels zu erkennen. Doch „was hat der Tunnel mit uns gemacht?“, ist eine wichtige Frage, der das Freisinger Else-Kröner-Fresenius Zentrum (EKFZ) für Ernährungsmedizin in einer neuen Studie nachgegangen ist. Die Ergebnisse wurden jetzt in einer virtuellen Pressekonferenz vorgestellt.

Ein Drittel der Befragten gaben an, mehr zu essen, 39 Prozent haben durchschnittlich 5,6 Kilogramm zugenommen, 52 Prozent gaben an, sich weniger bewegt zu haben. Der EKFZ-Direktor und Inhaber des TUM-Lehrstuhls für Ernährungsmedizin, Hans Hauner, präsentierte die Resultate und Auswertungen der von Forsa durchgeführten Befragung: 25 Prozent der 1001 Befragten im Alter zwischen 18 und 70 Jahren hatten sich teilweise oder dauerhaft im Homeoffice befunden.

Die Resultate

„Überraschend“, so Hauner, sei gewesen, dass sich 70 Prozent durch die Corona-Einschränkungen „sehr“ oder zumindest „etwas belastet“ fühlten – Jüngere stärker als Ältere. 52 Prozent gaben zu, sich weniger zu bewegen, vor allem Menschen mit einem hohen Body-Mass-Index (BMI) seien davon betroffen. Was das Ernährungsverhalten anbelangt, liege der Anteil derer, die aus Langeweile oder aus Lust mehr essen als sonst, bei immerhin 25 Prozent.

Der Zusammenhang

Erkennbar sei ein enger Zusammenhang zwischen seelischer Belastung und diesem veränderten Essverhalten, erläuterte Hauner. Die Tendenz zu mehr Essen gehe vor allem in Richtung ungesunder Produkte wie Süßigkeiten, Knabbereien und Fast Food, was vor allem bei Menschen im Alter zwischen 18 und 44 Jahren und einem BMI über 30 zu beobachten sei.

Die Gewichtsentwicklung

Dann die Gewichtsentwicklung: 39 Prozent hätten zugenommen (im Schnitt 5,6 Kilogramm), elf Prozent aber auch abgenommen (im Schnitt 6,4 Kilogramm). Eine weitere wichtige Erkenntnis stamme aus einer englischen Studie, die nachgewiesen habe, dass Menschen mit schon leichtem Übergewicht öfter wegen Covid-19 in Krankenhäusern behandelt werden mussten oder sogar an Corona verstarben.

Die Empfehlung

Die Empfehlungen in Sachen Ernährung seien also klar: In Corona-Zeiten sei eine ausgewogene, gesunde Ernährung besonders wichtig, auf das Körpergewicht sei zu achten. Die „Botschaften“, wie sie Hauner nannte: Lebensstil und Lebensqualität vieler Menschen haben sich unter Corona verschlechtert, was befürchten lasse, dass chronische Wohlstandskrankheiten begünstigt würden. Ein „Teufelskreis“ also, da sich Adipositas und Corona gegenseitig verstärken würden. Um dem entgegenzuwirken, müsse man auch in Sachen Bewegung bestimmte Empfehlungen beachten, wie Renate Oberhoffer-Fritz (Dekanin der Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften an der TUM) betonte: Zweieinhalb Stunden Dauerbelastung pro Woche (wozu durchaus auch Hausarbeit gehöre) seien zu empfehlen, um Herz- und Lungenfunktion sowie das Immunsystem zu stärken. Und die Stärkung größerer Muskelpartien zwei Mal pro Woche sei ebenfalls ein wichtiger Baustein. Denn grundsätzlich gelte: „Inaktivität vermeiden!“

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