Prosit der Gemütlichkeit! Nach über einem halben Jahr dürfen die Wirtshäuser, Lokale und Restaurants im Freistaat auch ihre Innenräume wieder öffnen. Im Weißbräu Huber in Freising wurde darauf erst einmal angestoßen.
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Prosit der Gemütlichkeit! Nach über einem halben Jahr dürfen die Wirtshäuser, Lokale und Restaurants im Freistaat auch ihre Innenräume wieder öffnen. Im Weißbräu Huber in Freising wurde darauf erst einmal angestoßen.

„Die Leute freuen sich“

Die Durststrecke ist vorbei: Innengastronomie im Kreis Freising wieder geöffnet - Erste Hochzeiten stehen an

  • Magdalena Höcherl
    vonMagdalena Höcherl
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Seit Montag darf im Freistaat auch die Innengastronomie wieder öffnen. Die Freude ist nicht nur bei den Wirten im Kreis Freising groß, sondern auch bei den Gästen.

Landkreis – Nach dem monatelangen Lockdown ist Richard Wagner mit der aktuellen Lage zufrieden. „Wir sind froh, dass wir wieder dürfen“, sagt Wagner, der mit seiner Frau Christine den Weißbräu Huber und den Hofbrauhauskeller in Freising betreibt. Weil das Wetter momentan sehr gut mitspiele, seien die Biergärten der beiden Wirtshäuser natürlich mehr gefragt als die Innenräume. „Draußen läuft der Betrieb jetzt sensationell“, freut sich Wagner. Die Öffnung der Innengastro sei trotzdem enorm wichtig, um bei plötzlichen Regen- oder Gewitterschauern Ausweichmöglichkeiten zu haben. „Denn die Wetterprognose ist derzeit eine Katastrophe.“

Reservierungen sind schon eingegangen

Auch im Alten Wirt in Mauern ist die Freude darüber, nicht mehr „um das Wetter herum“ planen zu müssen, groß. „Freilich wollen die meisten, wenn es so schön ist wie jetzt, lieber draußen sitzen. Aber wer lieber drinnen ist, kann das jetzt auch wieder tun“, sagt Juniorchefin Ingrid Pichlmaier. Die Stimmung sei gut: „Die Leute wollen wieder zusammensitzen, und für unsere Mannschaft ist es nun natürlich auch einfacher.“

Ähnliches ist aus dem Hotel Restaurant Ampertal in Haag zu hören. „Die ersten Reservierungen sind schon wieder da, die Freude ist groß“, heißt es dort auf FT-Nachfrage. „Schauen wir mal, wie das alles wieder anläuft.“

Im südlichen Landkreis ist Anna Elisabeth Hofmeier vom gleichnamigen Hotel und Landgasthof in Neufahrn ebenfalls erleichtert. Die DEHOGA-Kreisvorsitzende hatte Mitte Mai mitgeteilt, dass die Biergarten-Öffnung zwar ein erster Schritt sei, die Innengastronomie aber unbedingt bald nachziehen müsse. „Ich bin sehr froh, dass wir nun auch innen wieder bewirten dürfen. Das war in den letzten 14 Tagen mit dem schlechten Wetter wirklich ein Problem: Die Leute wollten so gern, aber konnten nicht.“

Hoffen auf die Impfung

Jetzt laufe der Betrieb langsam wieder wie gewohnt. Für Juli seien in dem Neufahrner Landgasthof sogar die ersten Hochzeiten geplant. „Es gibt tatsächlich ein paar Paare, die den Lockdown ausgesessen haben“, berichtet Hofmeier. „Ihre Geduld wurde belohnt. Sie freuen sich alle richtig darüber, dass sie feiern können – und wir uns auch.“

Nun hoffen Anna Elisabeth Hofmeier und ihr Team noch darauf, dass die Impfkampagne zügig voranschreite. „Ich wünsche mir, dass unsere Mitarbeiter und wir auch bald drankommen. Dann würde noch einmal eine große Belastung wegfallen.“ Und Hofmeiers zweiter Wunsch: „Ich bin erleichtert, dass wir diese lange Durststrecke durchgestanden haben. Ich hoffe, dass eine solche nicht noch einmal auf uns zukommt. Das wäre katastrophal.“

Unsichere Personalsituation

Was das angeht, blickt Thierry Willems, Wirt im Bräustüberl Weihenstephan in Freising, optimistisch in die Zukunft. „Die Lage stabilisiert sich, die Impfungen kommen gut voran“, sagt er im FT-Gespräch. „Ich bin zuversichtlich, dass etwa ab September das Geschäft wieder normal läuft, dass Firmen wieder reservieren und Veranstaltungen stattfinden können.“

Gestartet habe man wie alle anderen Lokale auch langsam mit dem Biergarten. Drinnen sitzen können Gäste im Bräustüberl wieder ab diesem Freitag. „Diese paar Tage haben wir als Vorlauf gebraucht, um Ware zu bestellen und dann dementsprechend vorbereiten zu können“, erklärt Willems. Etwas problematisch sei nur die Personalsituation. „Eine ganze Menge von unserer Crew hat sich verabschiedet, die Lage war ihnen zu unsicher. Und weil das immer noch so ist, gibt es zur Zeit auch keinen Nachschub.“ Das werde sich in der nächsten Zeit jedoch auch wieder stabilisieren, hofft der Bräustüberl-Wirt. „Ich bin zuversichtlich. Die Leute freuen sich so, wieder rauszukönnen. Und auch wir haben uns riesig gefreut, gerade die Stammkundschaft wieder zu sehen.“

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