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XXL-Buchstaben und ein Mini-Haus: Die meistgelesenen Online-Geschichten des Freisinger Tagblatts im Jahr 2021

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Von: Magdalena Höcherl

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Kleines Haus ganz groß: Florian Dittmar (15) aus Freising hat für die „Große Arbeit“ an der Montessori-Schule sein eigenes Tiny House gebaut.
Kleines Haus ganz groß: Florian Dittmar (15) aus Freising hat für die „Große Arbeit“ an der Montessori-Schule sein eigenes Tiny House gebaut. © Lehmann

Welche Themen des Freisinger Tagblatts haben die Online-User im Jahr 2021 besonders interessiert? Hier unsere Top Ten – in umgekehrter Reihenfolge.

Landkreis – Auch im Jahr 2021 haben der Münchner Merkur und seine Lokalzeitungen nicht nur via gedruckter Zeitung informiert. Unser Haus stellt auch online – kostenlos – ein Portal zur Verfügung, auf dem die Leserinnen und Leser eine Vielzahl von Berichten und Geschichten finden. Welche Themen des Freisinger Tagblatts die Online-User zwischen dem 1. Januar und dem 31. Dezember 2021 besonders interessiert haben? Hier unsere Top Ten – in umgekehrter Reihenfolge. Erstaunlich: Obwohl die Corona-Pandemie auch das Jahr 2021 dominierte, gilt das nicht für diese Übersicht.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Freising-Newsletter.)

Platz 10: Ein Zwischenfall im Leitungsnetz der Hallertau hat am 25. November in zahlreichen Gemeinden den Strom ausfallen lassen. An die 30 000 Haushalte waren betroffen. Nach knapp 50 Minuten konnte der Energieversorger, die Bayernwerk Netz GmbH, immerhin Entwarnung geben: Die Techniker waren erfolgreich, der Strom wieder da. Grund für den Ausfall, bei dem glücklicherweise niemand verletzt wurde, war, dass bei Arbeiten an einer 110-kV-Hochspannungsleitung ein Seil auf ein anderes zurückgefallen war und zu Schutzabschaltungen im Netz führte. Dieser Online-Artikel wurde 52 945 mal aufgerufen.

Platz 9: Noch 340 Mal öfter angeklickt wurde der Bericht über ein europaweit einzigartiges Projekt, das in Hallbergmoos realisiert wird: Dort ebnete der Bauausschuss im Mai den Weg für das „Work-Life-Quartier“ im Munich Airport Businesspark – bekannt geworden unter dem Begriff „die Welle“. Die Rede ist von einer 20 000 Quadratmeter großen Surfanlage, laut Investoren CO2-neutral angelegt und zu 80 Prozent aus den eigenen Photovoltaik-Anlagen gespeist. In dem Becken können bis zu 700 Surfer – sowohl Profisportler als auch Einsteiger – täglich auf einer Länge von 180 Metern auf der Welle reiten, die alle zehn Sekunden neu erzeugt wird, und so fast wie im Meer surfen. Schon 2023 soll die Anlage in Betrieb gehen.

Ein Surfer reitet auf einer künstlichen Welle in der zukünftigen Surfanlage in Hallbergmoos
Die künstlichen Wellen werden durch ein pneumatisches Kammersystem – also der Umwandlung von Überdruck in Wellenenergie – in Zusammenarbeit mit der kanadischen Firma WhiteWater West erzeugt. © Visualisierung: Scrivo PR

Platz 8: Es war eine der bewegendsten Geschichten des Jahres, die 59 095 Mal angeklickt worden ist: Nach einem Motorradunfall, bei dem ein Biker-Paar verunglückte, wendeten sich die beiden – aus Klinikbetten heraus – mit einer rührenden Botschaft an die Ersthelfer. Von vorne: Weil ein Autofahrer das Motorrad auf der St 2085 in Thalbach bei Wang beim Linksabbiegen übersieht, stürzen Jan Holznagel und seine Frau Bianca aus voller Fahrt auf den Asphalt. Mit Brüchen und Prellungen kommen sie ins Krankenhaus. Dort war es ihnen ein Anliegen, sich an die zahlreichen engagierten Ersthelfer zu wenden. Weil sie ob der Vielzahl der Beteiligten keine Chance sahen, diese ausfindig zu machen, wollte sich das Paar auf diesem Weg bedanken.

Platz 7: 63 710 Aufrufe auf unserem Online-Portal erreichte ein Bericht aus einer Stadtratssitzung in Moosburg Mitte Juli. Die Verordnung, die die Zeiten für laute Haus- und Gartenarbeiten sowie das Musizieren regelt, musste nach 20 Jahren überarbeitet werden. Die Verwaltung schlug vor, die Zeiten abends jeweils um eine Stunde zu verlängern. Das führte zu einer kontroversen Diskussion, denn Grünen-Rätin Evelin Altenbeck hätte es wegen der „Bettgehzeit“ von Kindern gern bei der alten Regelung belassen. Mit diesem Änderungsantrag blitzte sie jedoch ab.

Löschkräfte versuchen, den brennenden Penny-Markt in Allershausen zu löschen.
Löschkräfte versuchen, den brennenden Penny-Markt in Allershausen zu löschen. © Nico Bauer

Platz 6: Es war einer der größten Feuerwehreinsätze des Jahres im Kreis Freising: Am Morgen des 24. Septembers stand der Penny-Markt im Allershausener Gewerbegebiet in Flammen. Zuvor war ein Transporter, der unter dem Vordach des Supermarkts geparkt hatte, in Brand geraten. Das Feuer griff sofort auf den Markt über, 20 Minuten später stürzte der Dachstuhl ein, kurz darauf war das Gebäude bis auf die Grundmauern abgebrannt. Insgesamt waren acht Wehren mit 128 Einsatzkräften und 23 Fahrzeugen im Einsatz, außerdem die ABC-Gruppe des Landkreises und die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung. Die gute Nachricht: Wie durch ein Wunder gab es keine Verletzten – alle Kunden und Mitarbeiter konnten rechtzeitig flüchten. 64 028 Mal landete der Mauszeiger der User auf diesem fortlaufend aktualisierten Artikel.

Platz 5 und Platz 4: Dieses Projekt haben die Online-User aufmerksam verfolgt: Für seine „Große Arbeit“ an der Montessori-Schule baute Florian Dittmar aus Freising ein Tiny House auf Rädern. Das Tagblatt hat den Schüler während der zwei Jahre begleitet. Als der 15-Jährige sein XXL-Schulprojekt im Sommer schließlich präsentierte, war sogar ein Fernsehteam vor Ort. Nicht nur Schulleiterin Angelika Herzog war hin und weg von dem Projekt. Der Artikel über die Tiny-House-Präsentation wurde 65 260 Mal aufgerufen. Noch 4232 Mal öfter angeklickt wurde der Bericht von Ende April, als sich Florian Dittmar auf der Zielgeraden befand – und sich herausstellte, dass er vermutlich der jüngste Tiny-House-Bauer in ganz Deutschland ist.

Platz 3: Anfang August erregte die Fassade des neuen Feuerwehrhauses in Marzling die Gemüter: Dort ist der Schriftzug „Feuerwehr Marzling“ zu lesen – in XXL-Buchstaben. Während die Floriansjünger monierten, dass das „F“ und das „E“ unterschiedliche Stärken hätten, stieß drei Gemeinderäten ein anderer Umstand sauer auf. Thomas Sellmeir, Christian Mäuer und Michael Schwaiger prangerten die Art und Weise an, wie es zu dem Schriftzug gekommen sei: Nach ihren Ausführungen habe es bereits im September 2020 Gegenwind für den Entwurf zur Fassadengestaltung gegeben – der Schriftzug schaue laut Sellmeir „greislig“ aus. Bürgermeister Martin Ernst habe laut der drei Räte damals gesagt, dass man die Causa noch einmal abstimme – was angeblich nicht geschehen sei. Ernst erklärte, er habe die Entscheidung getroffen, um keine Verzögerungen bei der Fertigstellung zu provozieren. Der Kompromiss: Der Schriftzug wird nachgebessert – sodass hoffentlich alle damit leben können. Die Causa „Schriftzug“ wurde auf Merkur Online 74 685 Mal aufgerufen.

Aufreger: Die Fassade des neuen Marzlinger Feuerwerks erhitzte die Gemüter.
Aufreger: Die Fassade des neuen Marzlinger Feuerwerks erhitzte die Gemüter. © Lehmann

Platz 2: Es war freilich kein Vergleich zu der verheerenden Hochwasserkatastrophe, die Mittel Juli im Westen Deutschlands mehr als 180 Todesopfer forderte. Doch Starkregen sorgte am 30. August auch in der Region dafür, dass es im halben Landkreis „Land unter“ hieß. Vor allem die Hallertau sowie Teile des Ampertals waren betroffen, rund 45 Feuerwehren im Einsatz. Keller mussten leer gepumpt, Gleise gesperrt und Tiere evakuiert werden. Das Landratsamt warnte dringend davor, die Fluten mit Fahrzeugen zu durchqueren. Am Beispiel der beschaulichen Abens ließen sich die Dimensionen des Hochwassers veranschaulichen: Dümpelt der Pegelstand in Au/Hallertau normalerweise bei rund 25 Zentimetern, stieg er in kürzester Zeit auf 1,75 Meter an. Wie weit diese Marke noch überschritten wurde, konnte der Hochwassernachrichtendienst Bayern final gar nicht sagen: Die Pegelmessung fiel irgendwann den Fluten zum Opfer. Der Online-Artikel, der kontinuierlich aktualisiert wurde, hatte schließlich 77 808 Aufrufe zu verzeichnen.

Bienenalarm: Der Versuch eines Freisingers, sie aus dem Kamin zu vertreiben, scheiterte. 
Bienenalarm: Der Versuch eines Freisingers, sie aus dem Kamin zu vertreiben, scheiterte.  © Lehmann

Platz 1: Der mit deutlichem Abstand am häufigsten aufgerufene Online-Artikel des Jahres 2021 – nämlich ganze 309 237 Mal – ist eine Geschichte aus dem Juni. Sie berichtet von einem Schuss, der gewaltig nach hinten los – aber glücklicherweise doch noch verhältnismäßig glimpflich ausging. Am 12. Juni bemerkte ein Rentner aus Freising, dass sich in seinem Kamin Bienen eingenistet hatten. Um sie wieder loszuwerden, traf der 84-Jährige eine fatale Entscheidung: Er wollte die Insekten mit Rauch vertreiben. Doch der Plan ging nach hinten los: Offenbar hatten die Waben denn Durchzug so stark abgedichtet, dass der Rauch kehrtmachte und in die Wohnräume des Reihenhauses zurückströmte – die Feuerwehr rückte an. Die Bienen zeigten sich derweil unbeeindruckt von der Aktion. Auch ein Kaminkehrer konnte nicht helfen. Andreas Stuber, Vorsitzender des Freisinger Imkervereins, sagte damals, dass sich der Rentner mit seinen „Mitbewohnern“ wohl oder übel arrangieren müsse. „Es kommt zwar total selten vor, dass sich Bienen in einem Kamin einnisten. Aber wenn die Biene sich erst mal eingebaut hat, dann bringt man sie auch nicht mehr raus.“ Die halbwegs gute Nachricht für den 84-Jährigen: Bienen seien überhaupt nicht aggressiv und würden nur in absoluter Notwehr stechen.

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