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Leidenschaftliche Appelle auf dem Marienplatz: „Die Achtung vor der Schöpfung setzt uns Menschen Grenzen“ rief Liedermacher Johannes Seibold.

Appelle an die Politik beim Lichterzeichen-Marsch

„Wir brauchen keinen Billigflug, um froh zu sein“

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Dringende Appelle an die Politik waren am Sonntag beim Lichterzeichen-Marsch in Freising zu hören. Und die Bitte, sich keinen Maulkorb verpassen zu lassen. 

Freising – Er ist als Gemeindereferent auch geistlicher Begleiter des Katholischen Landvolkes in der Erzdiözese München-Freising: Johannes Seibold. Und er ist Liedermacher. Beim Lichterzeichen-Schweigemarsch am Sonntag in der Freisinger Innenstadt war Seibold beides: Unbegrenztes Wachstum der Wirtschaft sei in einer begrenzten Welt „Krebs“, so sprach der Mann des Glaubens zu den Startbahngegnern. „Das ist krank!“ „Wir brauchen keine neue Starbahn, um zu leben, wir brauchen keinen Billigflug, um froh zu sein“, das war eine Strophe eines Liedes, das Seibold speziell für diesen Anlass geschrieben hatte und am Ende des Schweigemarsches auf dem Marienplatz mit rund 400 Menschen sang.

Ausgesendet worden waren die Startbahngegner, die nun schon seit zwölf Jahren die Schöpfung bewahren wollen, in der Christi-Himmelfahrtskirche von Pfarrer Thomas Prusseit: „Mir stinkt’s!“, sagte der und verwies auf die Luftverschmutzung des Flughafens: „Das schlägt sich alles auf den Körper nieder.“

An die anwesenden Politiker appellierte Prusseit leidenschaftlich, sie sollten sich keinen Maulkorb verpassen lassen, sondern selbstbewusst gegen die Startbahn auftreten: „Hier steh ich und kann nicht anders.“

Seibold erinnerte an den Patron der Schweiz und des Landvolks, Klaus von Flüe, „einen Friedensmenschen“: Und Frieden brauche man in der Diskussion um die Startbahn auch mit der Staatsregierung, vor allem aber inneren Frieden: Denn wer in Frieden lebe, wer seinen inneren Frieden gefunden habe, der stehe fest und ruhe in sich. „Die Achtung vor der Schöpfung setzt uns Menschen Grenzen“, so die Botschaft Seibolds dann auf dem Marienplatz zum Abschluss des Schweigemarsches: Der Mensch betreibe schon lange „grenzenlosen Raubbau an der Natur“. Wo sei da die Grenze? „Wo hört es auf?“, fragte Seibold.

Rede man in 20 oder 30 Jahren über eine vierte oder fünfte Startbahn? Als Antwort darauf zitierte Seibold Bruder David Steindl-Rast: Unbegrenztes Wachstum, wie es das Grundprinzip der Wirtschaft sei, in einem begrenzten Körper, wie es die Erde sei, nenne man „Krebs“. Und damit sei klar: „Das ist krank.“

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